Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung

Modell- und Demonstrationsvorhaben "Maßnahmen zur Stärkung der funktionellen Biodiversität für eine nachhaltige Produktion im Obstanbau" (FUBIOO)

Biodiversität schafft Pflanzenschutz

Kernobst ist einer Vielzahl an Schadinsekten und pilzlichen Erregern ausgesetzt. Um den hohen Qualitätsansprüchen zu entsprechen, kommt es daher zu einem hohen Behandlungsdruck mit regelmäßigem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. Um Alternativen zu schaffen, gerät der biologische Pflanzenschutz, insbesondere die Nützlingsförderung, zunehmend in den Fokus.

Nützlinge sind natürliche Gegenspieler von Schädlingen. Um Nützlinge gezielt einsetzen zu können, ist umfassendes Detailwissen zur Biologie der Schadarten und der Nützlinge erforderlich. Um dieses Wissen in der Obstbaupraxis zu verbreiten, den Einsatz von Nützlingen zu fördern und so den Einsatz von chemischen Insektiziden zu reduzieren, fördert das BMLEH ein Modell- und Demonstrationsvorhaben "Maßnahmen zur Stärkung der funktionellen Biodiversität für eine nachhaltige Produktion im Obstanbau" (FUBIOO)

Es bestehen vier Modellregionen in bedeutenden Obstanbauregionen Deutschlands (Nord: Altes Land, West: Rheinland, Süd: Bodensee, Ost: Sachsen). Diese unterscheiden sich durch klimatische Bedingungen, Schaderreger (Nord: Birnenblattsauger und Fruchtschalenwickler; West: Blattläuse; Ost: Blattläuse, Mäuse; Süd: Blutlaus u. Birnenblattsauger), dem Auftreten von Nützlingen sowie der Betriebsstrukturen/-größen. In den Modellregionen sind insgesamt 20 Praxisbetriebe aus dem integrierten und ökologischen Obstanbau am Vorhaben beteiligt.

Auf den Praxisbetrieben wird zum Beispiel das Auftreten von Blutläusen durch Ohrwürmer kontrolliert. Dazu müssen die betriebsüblichen Verfahren im Erwerbsobstbau so angepasst werden, dass termingerecht beim Auftreten von Schädlingen ausreichend Nützlinge in den Anlagen verfügbar sind. Über das Aufhängen von Ohrwurmbehausungen, die Vergrämung von Mäusen durch Steinkleestreifen oder gezielte Begrünung mit geeigneten Blühpflanzen wird der Aufbau von Nützlingspopulationen gefördert. 

Aufbauend auf Erfahrungen aus Vorgängerprojekten bzw. aus Maßnahmenkatalogen , wie zum Beispiel:

werden angepasste an die Bedingungen auf den Demonstrationsbetrieben betriebsgerechte Werkzeuge herausgesucht. Ihre Anwendbarkeit wird auf den Betrieben geprüft, mögliche Verbesserungen erarbeitet und diese dann so umgesetzt, dass über mehrere Jahre die erstrebte ökologische Aufwertung (mehr Biodiversität) und mögliche Effekte auf die Schädlingsregulierung beobachtet und demonstriert werden können. Über den Wissenstransfer sollen dann andere Obstbauern/innen befähigt werden, die Maßnahmen auf dem eigenen Betrieb umzusetzen.

Das Projekt begann am 01.01.2023 und endet am 31.12.2026

Projektnehmer

Die Gesamtkoordination obliegt dem Julius Kühn-Institut (JKI), Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen mit drei Fachinstituten:

  • Institut für Biologischen Pflanzenschutz (JKI-BI)
  • Institut für Pflanzenschutz in Obst- und Weinbau (JKI-OW)
  • Institut für Strategien und Folgenabschätzung (JKI-SF)

In den vier Modellregionen werden die Demonstrationsbetriebe seitens der Regionalkoordinationen betreut und begleitet:

Region Nord: Obstbauversuchsring des Alten Landes e.V. 

Region West: DLR Rheinpfalz, Kompetenzzentrum Gartenbau

Region Ost: Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Region Süd: Kompetenzzentrum Obstbau Bodensee

Weitere Informationen bietet die Internetseite zum Projekt FUBIOO:

https://wissen.julius-kuehn.de/FUBIOO/