Pflanzliche Proteinquellen werden einerseits für die Tierernährung und andererseits für die menschliche Ernährung genutzt.
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Proteine der Zukunft
Tierische Produkte decken einen Großteil der Proteinversorgung in der Humanernährung ab. Als Futtermittel spielen Pflanzenproteine eine große Rolle. Zugleich hat in den letzten Jahren die Nachfrage nach pflanzlichen Proteinlieferanten in der menschlichen Ernährung in Deutschland deutlich zugenommen.
- Kompetenzzentrum Proteine der Zukunft
- Forum Nachhaltigere Eiweißfuttermittel (FONEI)
- Forum Proteine der Zukunft auf den Teller
- Maßnahmen zum Wissenstransfer
Zu den pflanzlichen Proteinquellen in der Human- und Tierernährung zählen neben den Leguminosen (Hülsenfrüchte wie Sojabohnen, Ackerbohnen, Erbsen, Linsen) auch nicht-legume proteinhaltige Pflanzen und Erzeugnisse (zum Beispiel Nüsse, Ölsaaten und Pseudocerealien wie Hirse, Amarant oder Quinoa). Diese können einerseits als Futtermittel verwendet werden. Andererseits tragen sie als Nahrungsmittel zu einer ausgewogenen menschlichen Ernährung bei und bilden die Basis für vegetarische beziehungsweise vegane Lebensmittel und Pflanzendrinks sowie hybride Erzeugnisse, in denen pflanzliche und tierische Rohstoffe kombiniert werden.
Weitere Proteinquellen sind Produkte, die durch biotechnologische Verfahren hergestellt werden. Letztere umfassen neben Produkten aus der traditionellen Fermentation (ähnlich der Herstellung von Joghurt und Sauerkraut) auch solche aus Biomassefermentation, Präzisionsfermentation und Zellkultivierung. Hinzu kommen Algen oder Insekten, wobei diese aktuell nur eine geringe Nachfrage bei Verbraucherinnen und Verbrauchern erwarten lassen. Auch in der Tierernährung spielen Insekten nur eine geringe Rolle.
Der Bedarf an qualitativ hochwertigen Proteinquellen für die Tierernährung kann derzeit nur mit Hilfe von Importen (Soja- und Rapsschrot) abgedeckt werden. Diese sogenannte Eiweißlücke (Auslandsanteil am Futteraufkommen in verdaulichem Eiweiß in Prozent) liegt aktuell bei rund 12 Prozent (BLE 2025). Ziel der Bundesregierung ist es, den heimischen Anbau von Eiweißpflanzen zu stärken, um den Import zu verringern.
Kompetenzzentrum Proteine der Zukunft
Die 2012 bei der BLE eingerichtete "Geschäftsstelle Eiweißpflanzenstrategie (EPS)" war zunächst thematisch auf Leguminosen ausgerichtet und zuständig für die Umsetzung der BMLEH-Eiweißpflanzenstrategie. Seit 2014 nimmt die Anbaufläche von Leguminosen langsam, aber stetig wieder zu. Das Proteinangebot in der Humanernährung wird zunehmend vielfältiger. 2024 wurde die Geschäftsstelle in "Kompetenzzentrum Proteine der Zukunft" umbenannt und breiter aufgestellt.
Das Potential von heimischen Hülsenfrüchten und nicht-legumen proteinhaltigen Pflanzen und Erzeugnissen sowie die Möglichkeiten aus der Verwertung bislang nicht-verwerteter Rest- und Nebenströme der Lebensmittelindustrie sind weder in der Tier- noch in der Humanernährung außer bei Raps und Getreide ausgeschöpft. Dies gilt auch für innovative biotechnologische Verfahren wie die Präzisionsfermentation. Der Blick des Kompetenzzentrums richtet sich daher über die Hülsenfrüchte hinaus auch auf weitere heimische Eiweißquellen.
Eine zentrale Aufgabe des Kompetenzzentrums ist die Förderung von Forschung und Entwicklung sowie von Demonstrationsvorhaben rund um Anbau und Verwertung heimischer pflanzlicher Eiweißträger. Perspektivisch werden auch die biotechnologischen Verfahren in der Proteingewinnung, insbesondere für die Humanernährung, in den Blick genommen.
Forum Nachhaltigere Eiweißfuttermittel (FONEI)
Ein weiterer Schwerpunkt des Kompetenzzentrums liegt auf der Vernetzung. So koordiniert die BLE das Stakeholder-Forum "Nachhaltigere Eiweißfuttermittel" (FONEI), ein Zusammenschluss von Akteuren entlang der Wertschöpfungskette für Eiweißfuttermittel. Die Mitglieder eint das Ziel, die Transparenz in der Lieferkette zu erhöhen und Futterrationen insgesamt nachhaltiger zu gestalten.
Das FONEI besteht seit 2014 und wird seit 2018 von der BLE koordiniert. Es korrespondiert mit der Eiweißpflanzenstrategie und bildet die Schnittstelle zwischen zwei Aufträgen – zum einen der Förderung des heimischen Leguminosenanbaus und zum anderen der Unterstützung von Initiativen für nachhaltige, entwaldungsfreie Soja-Lieferketten. Mehr dazu unter gibt es unter www.eiweissforum.de.
Forum Proteine der Zukunft auf den Teller
Ende 2024 wurde das Forum "Proteine der Zukunft auf den Teller" eingerichtet, das sich an Akteure der Wertschöpfungskette rund um alternative Proteine in der Humanernährung richtet. Es dient dazu, gemeinsam mit den teilnehmenden Stakeholdern, Marktakteuren, Expertinnen und Experten die Vielfalt von Proteinquellen in der Humanernährung zu stärken. Die Mitglieder teilen Informationen, beraten Lösungsstrategien und vernetzen sich zur Umsetzung von Maßnahmen.
Hier gibt es weitere Informationen zum Forum Proteine der Zukunft auf den Teller.
Maßnahmen zum Wissenstransfer
Das Kompetenzzentrum führt darüber hinaus Maßnahmen zum Wissenstransfer durch, beispielsweise auf DLG- und Ökofeldtagen. Dabei können sich Landwirtinnen und Landwirte, Beraterinnen und Berater an praktischen Beispielen im Feld über aktuelle Forschungsthemen informieren: zum Beispiel welche Leguminosengemenge gut unter trockenen Bedingungen wachsen oder welche Zuchtfortschritte bei Winterformen von Erbsen zu erwarten sind.
Auf anderen Veranstaltungsformaten wie der Grünen Woche bringt das Kompetenzzentrum Verbraucherinnen und Verbrauchern die Vielfalt an Proteinalternativen und Fragestellungen der Forschung näher, klärt beispielsweise über Fermentationstechniken auf und beantwortet Fragen vor Ort.
