Die Absatzwege für pflanzliche Proteinquellen sind regional sehr unterschiedlich.
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Landwirtschaft mit neuen Perspektiven
Die Produktion von Proteinen nicht-tierischen Ursprungs eröffnet der Landwirtschaft zusätzliche Chancen und Möglichkeiten.
- Förderung des Leguminosen-Anbaus
- Förderung des Anbaus nicht-legumer Eiweißpflanzen
- Aktuelle Online-Beiträge
- Weitere Medienangebote
Der Anbau von Körnerleguminosen bietet landwirtschaftlichen Betrieben zahlreiche Vorteile. Leguminosen tragen zur Bodenverbesserung bei, indem sie Stickstoff aus der Luft binden und so den Bedarf an Düngemitteln reduzieren. Zudem bieten sie eine wertvolle Futterquelle und tragen zur Diversifikation der Anbaufruchtfolgen bei, was die Resilienz gegenüber Wetterextremen und Schädlingen erhöht.
Um die wirtschaftliche Sicherheit im Anbau zu gewährleisten, müssen jedoch neue Absatzwege für Körnerleguminosen erschlossen werden. Die Entwicklung von Partnerschaften mit der Lebensmittel- und Futtermittelindustrie ist entscheidend, um die Rentabilität des Anbaus zu sichern. Dies bietet nicht nur der landwirtschaftlichen Praxis Planungssicherheit, sondern kann zudem Wertschöpfung im ländlichen Raum schaffen und regionale Wirtschaftskreisläufe stärken.
Förderung des Leguminosen-Anbaus
Der Anbau von Leguminosen wird über die freiwillige Öko-Regelung 2 "Vielfältige Kulturen im Ackerbau" gefördert. Landwirtinnen und Landwirte müssen dabei auf dem förderfähigen und nicht brachliegenden Ackerland mindestens fünf Hauptfruchtarten anbauen. Jede Art soll auf mindestens 10, aber maximal 30 Prozent der Fläche angebaut werden. Mindestens zehn Prozent der Fläche ist für Leguminosen sowie Leguminosengemenge reserviert. Für die Öko-Regelung erhalten Betriebe 45 Euro pro Hektar. Der Getreideanteil darf maximal 66 Prozent umfassen. Die Öko-Regelung 2 kann auch mit anderen Programmen kombiniert werden.
Auch die Öko-Regelung 6 ("Bewirtschaftung von Acker- oder Dauerkulturflächen des Betriebes ohne Verwendung von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln") ist relevant für den Leguminosen-Anbau. Gefördert werden Ackerland- oder Dauerkulturflächen, auf denen keines der festgelegten chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmittel (PSM) angewendet wird. Die Antragstellenden können selbst entscheiden, welche Flächen sie einbringen möchten, müssen dabei aber beachten, dass die Öko-Regelung nur für bestimmte Kulturen gilt. Flächen, für die aufgrund anderer rechtlicher Regelungen bereits ein Verbot der genannten Pflanzenschutzmittel gilt, werden nicht berücksichtigt. Für die Kulturen, die angebaut werden dürfen, kommen Leguminosen sowie Leguminosengemenge in Betracht.
Förderung des Anbaus nicht-legumer Eiweißpflanzen
Viele landwirtschaftliche Betriebe in Deutschland sind auf der Suche nach alternativen Produktionszweigen. Im Rahmen der Bekanntmachung "Wissenstransfer- und Informationsmaßnahmen im Bereich der nachhaltigen Erzeugung und Verarbeitung von nicht-legumen Eiweißpflanzen und Pilzen für die Humanernährung der Zukunft" vom September 2024 des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) wurden Projekte gesucht, die modellhaft darüber informieren, wie sich proteinreiche Nischenkulturen anbauen und regional verarbeiten lassen.
Insgesamt werden fünf Projekte gefördert, die dem Wissenstransfer zu Nischenkulturen wie Buchweizen, Hanf, Quinoa, Chia sowie Nüssen, Pilzen und Algen in Deutschland dienen. Zielsetzung der Projekte ist die Verbreitung von relevantem Fachwissen, das Ermöglichen von praxisnahen Erfahrungen und die Vernetzung interessierter Landwirtinnen und Landwirte. Im Rahmen der fünf Projekte werden die zusammengetragenen Erkenntnisse auf Veranstaltungen außerdem an Verbraucherinnen und Verbraucher weitergegeben, um das Bewusstsein für Nischenkulturen zu stärken. Daneben adressieren die Projekte auch regional verarbeitende Betriebe, insbesondere in der Außer-Haus-Verpflegung, mit Informationen zum Potenzial dieser Kulturen.
Weitere Informationen zu den einzelnen Projekten finden Sie in den Steckbriefen:
- Informationsangebote über Anbau, Nutzen und Nutzung von nicht-legumen Eiweißpfanzen und Pilzen für die Humanernährung in Norddeutschland (CPHNord) (PDF, 134 KB, Nicht barrierefrei)
- Nachhaltige Proteinerzeugung aus Quinoa und Buchweizen - Demonstration und Praxisintegration (NaP_QB) (PDF, 452 KB, Nicht barrierefrei)
- Heimische Erzeugung von Nüssen und Pilzen als gefragte und gesunde Eiweißquellen durch Wissenstransfer forcieren (NuPiWi) (PDF, 1 MB, Nicht barrierefrei)
- MuD Proteine leguminosenfreier Anbaualternativen nicht tierischer Erzeugung in Nahrungsmitteln (PLANTEIN) (PDF, 321 KB, Nicht barrierefrei)
- Regionale Zukunftshöfe – Wissenslücken schließen für die Proteinwende (ProRegio) (PDF, 141 KB, Nicht barrierefrei)
Aktuelle Online-Beiträge
Wie viele Hülsenfrüchte werden in Deutschland angebaut?
Erbsen, Ackerbohnen, Süßlupinen und Sojabohnen: Auf deutschen Äckern wachsen immer mehr Körnerleguminosen. Die Anbauflächen und Erntemengen von Erbsen, Acker- und Sojabohnen sind in den letzten zehn Jahren tendenziell gestiegen, bei Süßlupinen stagniert der Anbau eher.
https://www.praxis-agrar.de/service/infografiken/huelsenfruechte
LeguDash
Wer mit Körnerleguminosen arbeitet, braucht transparente Zahlen und eine fundierte Datengrundlage. Hier steht ab sofort eine bei uns neue, datenbasierte Online-Plattform zur Verfügung, die zentrale Informationen zum Leguminosenmarkt bündelt. Willkommen auf dem LeguDash!
https://www.bmel-statistik.de/agrarmarkt/oele-fette-und-huelsenfruechte/legudash
Alternative Proteine aus heimischen Hülsenfrüchten für die Humanernährung
Die steigende Nachfrage nach alternativen Proteinquellen und pflanzenbetonter Ernährung sorgt für Veränderungen im deutschen Lebensmittelmarkt. Welche Bedeutung haben Ackerbohnen und Lupinen als nachhaltige und nährstoffreiche Proteinquelle?
https://www.praxis-agrar.de/pflanze/ackerbau/kulturpflanzenvielfalt-und-fruchtfolge/alternative-proteine-aus-heimischen-huelsenfruechten-fuer-die-humanernaehrung
Leguminosen für die menschliche Ernährung: Anbau und Vermarktungsmöglichkeiten
Heimische Körnerleguminosen haben den Sprung vom einfachen Eiweißfuttermittel hin zum Rohstoff für pflanzenbasierte Lebensmittel geschafft. Die bestehenden und sich entwickelnden Absatzwege sind vielfältig. Damit Anbau und Vermarktung klappen, sollte vorausschauend geplant werden.
https://www.praxis-agrar.de/pflanze/ackerbau/kulturpflanzenvielfalt-und-fruchtfolge/konventionelle-anbau-und-vermarktungsmoeglichkeiten-von-leguminosen-fuer-die-menschliche-ernaehrung
Heimische Eiweißträger in der Fütterung
Heimische Eiweißpflanzen sollen verstärkt angebaut und für die tierische und menschliche Ernährung eingesetzt werden. Doch welche Einsatzmengen sind in der Schweinefütterung überhaupt möglich und worauf ist bei den einzelnen Proteinträgern zu achten?
https://www.nutztierhaltung.de/schwein/mast/fuetterung/heimische-eiweisstraeger-in-der-fuetterung/
Weitere Medienangebote
Heimische Hülsenfrüchte - Vier Landwirte erläutern, warum sie Leguminosen anbauen
Der eine baut Bohnen an, um seine raps- und getreidebetonte Fruchtfolge aufzulockern, der andere versucht durch Lupinenanbau den Sojaeinsatz zu minimieren. Vier Landwirte verschiedener Produktionsrichtungen erklären in diesem Video, warum sie Leguminosen anbauen.
https://www.youtube.com/watch?v=9oV05sXdv64
Erbsen und Ackerbohnen anbauen und verwerten
Die Broschüre gibt praktische Hinweise und Tipps für den Anbau und die Verwertung von Ackerbohnen und Erbsen. Wichtige Krankheiten und Schädlinge werden beschrieben und anhand von Bildmaterial vorgestellt. Die Wirtschaftlichkeit innerhalb der Fruchtfolge wird erläutert und die unterschiedlichen Verwertungsmöglichkeiten als Saatgut, Futtermittel und Lebensmittel dargestellt.
https://www.ble-medienservice.de/1308-1-erbsen-und-ackerbohnen-anbauen-und-verwerten.html