Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung

Personengruppe vor einem Hauseingang MUD-Projekt SlurryUpgrade: Wirtschaftsdünger effizient nutzen Projektteam "SlurryUpgrade" Quelle: Christin Meyer / LWK NRW

MUD-Projekt SlurryUpgrade: Wirtschaftsdünger effizient nutzen

Abschlussveranstaltung stellt Projektergebnisse und Praxiserfahrungen vor – Praxisleitfaden bündelt Erkenntnisse für ein effizientes Nährstoffmanagement.

Wie lassen sich die in Gülle und Gärresten enthaltenen Nährstoffe effizienter nutzen und regional besser verteilen? Mit dieser Frage beschäftigte sich das Modell- und Demonstrationsvorhaben (MuD) SlurryUpgrade. Auf der zweitägigen Abschlussveranstaltung am 27. und 28. Oktober 2026 im Landwirtschaftszentrum Haus Düsse der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen wurden die wesentlichen Projektergebnisse vorgestellt und gemeinsam mit Fachleuten aus Wissenschaft, Beratung und landwirtschaftlicher Praxis diskutiert.

Das MuD SlurryUpgrade ist Teil des Bundesprogramms Nährstoffmanagement im Rahmen der Ackerbaustrategie 2035. Ziel des Vorhabens war es, innovative Verfahren zur Wirtschaftsdüngeraufbereitung unter Praxisbedingungen zu erproben, ihre Wirtschaftlichkeit zu bewerten und die Akzeptanz aufbereiteter Wirtschaftsdüngerprodukte in der Landwirtschaft zu stärken.

Im Mittelpunkt der Abschlussveranstaltung standen die Ergebnisse und Erkenntnisse aus den Modellbetrieben zur Aufbereitung von Wirtschaftsdüngern. Darüber hinaus wurden weitere Aspekte eines effizienten Wirtschaftsdüngermanagements betrachtet, darunter die Messtechnik zur Nährstoffbestimmung sowie Möglichkeiten zur emissionsarmen Ausbringung. Eine praktische Vorführung der Gülleseparierung mittels Pressschneckenseparator rundete das Programm ab.

Aufbereitung schafft neue Möglichkeiten für das Nährstoffmanagement 

Im Rahmen des Projektes wurden über 30 Praxisbetriebe in fünf Modellregionen über fünf Projektjahre begleitet. Betrachtet wurden verschiedene Verfahren zur Aufbereitung von Gülle und Gärresten, darunter die mechanische Separierung mittels Pressschneckenseparator und Dekanterzentrifuge sowie die anschließende Trocknung und Pelletierung der Feststoffe und die Vakuumverdampfung.

Die Ergebnisse zeigen, dass durch die Aufbereitung die Masse und das Volumen der Wirtschaftsdünger reduziert und die enthaltenen Nährstoffe gezielter verteilt werden können. Bei der Separierung entstehen eine flüssige Dünnphase und eine nährstoffreichere Feststofffraktion. Insbesondere Stickstoff und Phosphor reichern sich in den Feststoffen an. Während die Dünnphase aufgrund ihrer verbesserten Fließfähigkeit und eines geringeren Trockensubstanzgehalts leichter ausgebracht werden kann, eignet sich die Feststofffraktion als organischer Mehrnährstoffdünger mit Depotwirkung. Sie kann zudem als Substrat in Biogasanlagen eingesetzt werden.

Durch die anschließende Trocknung und Pelletierung lassen sich weitere transport- und lagerfähige Produkte gewinnen. Auch die Vakuumverdampfung ermöglicht die Gewinnung konzentrierter Nährstoffprodukte, beispielsweise einer Ammoniumsulfatlösung, die als Stickstoff- und Schwefeldünger genutzt werden kann.

Keine Universallösung – betriebliche Voraussetzungen entscheiden 

Eine zentrale Erkenntnis aus dem Projekt: Das geeignete Aufbereitungsverfahren muss zu den jeweiligen betrieblichen und regionalen Voraussetzungen passen. Die Zusammensetzung der Ausgangssubstrate, die anfallenden Wirtschaftsdüngermengen, vorhandene Lagerkapazitäten, die technische Ausstattung und die verfügbaren Energiequellen beeinflussen sowohl die Verfahrenswahl als auch die Wirtschaftlichkeit.

Auch die aufbereiteten Produkte müssen standort- und kulturangepasst eingesetzt werden. So ist bei der Verwendung nährstoffreicher Feststoffe neben dem Stickstoff insbesondere der Phosphorgehalt zu berücksichtigen, um eine bedarfsgerechte Düngung sicherzustellen. Die Untersuchungen verdeutlichen zudem, dass der Energiebedarf, der technische Betreuungs- und Wartungsaufwand sowie die Kosten der Aufbereitung bei der betrieblichen Entscheidung eine wichtige Rolle spielen.

Die Aufbereitung bietet damit Chancen, regionale Nährstoffüberschüsse besser zu nutzen, Transportwege zu optimieren und mineralische Düngemittel zu substituieren. Gleichzeitig können sich durch die Weiterverarbeitung der Feststoffe, beispielsweise zu Pellets oder Pflanzsubstraten, zusätzliche Verwertungsmöglichkeiten ergeben. Deren wirtschaftliche Etablierung ist teilweise allerdings noch Gegenstand weiterer Verfahrens- und Marktentwicklungen.

Praxisleitfaden bündelt Projektergebnisse 

Die im Projekt gewonnenen Erkenntnisse sind in einem anschaulichen Praxisleitfaden zusammengeführt. Dieser gibt einen Überblick über die verschiedenen Aufbereitungsverfahren, deren technische und energetische Kennzahlen sowie die Eigenschaften der entstehenden Produkte. Ergänzend enthält er Hinweise zur Lagerung, Ausbringung und pflanzenbaulichen Nutzung und unterstützt landwirtschaftliche Betriebe dabei, geeignete Lösungen für ihr individuelles Nährstoffmanagement zu identifizieren.

Der Praxisleitfaden steht kostenlos zur Verfügung auf www.praxis-agrar.de

Mehr zum Modell- und Demonstrationsvorhaben (MuD) SlurryUpgrade

Erscheinungsdatum: 05.11.2026