Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung

Feld mit Nutzhanf Nutzhanf Quelle: BLE

Nutzhanfanbau 2025: Weniger Betriebe bauen weniger an

BZL lädt zu Web-Seminar für Praktiker ein

Für das Jahr 2025 meldeten insgesamt 496 Betriebe den Anbau von Nutzhanf auf einer Fläche von 5.274 Hektar. Im Vergleich zum Rekordjahr 2024 ist dies ein Minus von 1.842 Hektar. Die Anzahl der Betriebe sank zum dritten Mal in Folge (-127 Betriebe im Vergleich zu 2024). Dies zeigen die Zahlen der BLE.

Darüber hinaus bietet das in der BLE angesiedelte Bundesinformationszentrum Landwirtschaft (BZL) am 09. Oktober 2025 um 18:00 Uhr ein Web-Seminar für Praktikerinnen und Praktiker zum Thema "Nutzhanf als Kulturpflanze der Zukunft – Vom Anbau über Ernte bis Nutzung des Strohs im Bausektor" an.

In dem Web-Seminar stellt Dr. Michael Dickeduisberg, Leiter des Sachbereichs Acker- und Pflanzenbau sowie des Zentrums für nachwachsende Rohstoffe der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, vor, was im Anbau von Nutzhanf zu beachten ist und wie sich Faser-, Körner- und Winterhanf unterscheiden. Auf die Besonderheiten bei der Ernte, beispielsweise beim Maschineneinsatz, geht Lohnunternehmer Christoph Röling-Müller aus der Lüneburger Heide ein. Felix Drewes vom Nutzhanf-Netzwerk e.V. zeigt wie Hanfbaustoffe in der Praxis eingesetzt werden und erläutert ihr Potenzial für eine wohngesunde, ressourcenschonende Architektur.

Um am BZL-Web-Seminar teilzunehmen, ist eine Anmeldung bis zum 07. Oktober 2025 erforderlich: https://www.praxis-agrar.de/veranstaltungen.

Hektar pro Betrieb: Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Thüringen vorne

2025 baute jeder der 496 Betriebe durchschnittlich knapp elf Hektar Nutzhanf in Deutschland an. Die größten Anbauflächen pro Betrieb liegen in Sachsen-Anhalt (37 Hektar), Brandenburg (28 Hektar), und Thüringen (25 Hektar).

Die Flächen und Anzahl der Anbauer 2025 verteilen sich wie folgt auf die einzelnen Bundesländer:

BundeslandAnbaufläche in HektarAnzahl der Anbauer
Niedersachsen1.478131
Brandenburg89232
Sachsen-Anhalt78721
Nordrhein-Westfalen46768
Thüringen40316
Bayern361101
Sachsen27420
Mecklenburg-Vorpommern25611
Baden-Württemberg16652
Hessen6822
Rheinland-Pfalz6211
Schleswig-Holstein5910
Saarland11
Berlin, Bremen, Hamburg00
Summe5.274496

BLE prüft THC-Gehalt von Nutzhanf

Seit 1996 dürfen zugelassene Nutzhanfsorten wieder angebaut werden, allerdings nur von landwirtschaftlichen Betrieben und auch nur dann, wenn der Gehalt an Tetrahydrocannabinol (THC), dem in den Blüten enthaltenen psychoaktiven Wirkstoff, nicht über 0,3 Prozent liegt.

Die BLE ist dafür zuständig, die Einhaltung der zulässigen THC-Gehalte der angebauten Nutzhanfsorten zu kontrollieren. Jeder Betrieb, der Nutzhanf anbaut, muss dies bei der BLE bis zum 01. Juli des Anbaujahres anzeigen.

Mussten in der Vergangenheit alle Betriebe den Blühbeginn der BLE melden, ist dies seit 2024 im Zuge des Bürokratieabbaus nur noch nach Aufforderung notwendig. Der BLE-Prüfdienst nimmt anschließend Proben vor Ort, um den THC-Gehalt zu be-stimmen. Mit der Ernte des Nutzhanfs darf wiederum erst begonnen werden, wenn die BLE diese freigibt.

Mehr Informationen zum Anbau von Nutzhanf gibt es unter www.ble.de/nutzhanf. Das BZL stellt auf seinen Internetseiten www.praxis-agrar.de sowie www.landwirtschaft.de vor, welches Potenzial Hanf als Nutzpflanze hat.

Erscheinungsdatum: 29.09.2025