Ackerbaustrategie zum Anfassen: PSM-Einsatz und Modelle gegen Schaderreger
Die Ackerbaustrategie 2035 präsentierte sich an zwei Tagen am Stand des Ministeriums.
Präsentationen Handlungsfeld Düngung
Am Montag und Freitag haben die Modell- und Demonstrationsvorhaben-Vorhaben "Säure+ im Feld", "SlurryUpgrade" und "NIRS" des Bundesprogramms Nährstoffmanagement Einblicke zu den Themen Ansäuerung und Aufbereitung von Gülle sowie zum Einsatz von NIRS-Geräten bei der Ausbringung von Wirtschaftsdüngern gegeben.
Weitere Informationen zu den Projekten
Eine bedarfsgerechte und präzise Düngung ist eine wichtige Voraussetzung, um das Ertragspotenzial der Kulturen auszuschöpfen, die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten, treibhausgasrelevante Emissionen zu vermeiden und die für den Markt erforderlichen Produktqualitäten zu erzeugen. Ziele des Handlungsfelds "Düngung" sind es, die Düngeeffizienz zu erhöhen und die Nährstoffüberschüsse zu verringern. Dazu muss die bedarfsgerechte Nährstoffversorgung der Kulturpflanzen verbessert werden. Dies betrifft insbesondere den Nährstoff Stickstoff.
Modell- und Demonstrationsvorhaben "Einsatz von NIR-Sensoren zur Quantifizierung der Nährstoffgehalte in Gülle" (MuD NIRS)
Im MuD "NIRS" werden Nahinfrarot-Sensoren auf Praxisbetrieben in vier Modellregionen eingesetzt. Dadurch können die Nährstoffmengen in flüssigen Wirtschaftsdüngern während der Ausbringung auf dem Acker oder dem Grünland genau bestimmt werden, was zu einer besseren Bemessung der ausgebrachten Düngermenge führt.
Modell- und Demonstrationsvorhaben "Umsetzung regionaler Nährstoffkonzepte bei der Gülleaufbereitung" (SlurryUpgrade)
Ziel des Vorhabens ist es, gute Konzepte zur Aufbereitung der Gülle, zur Nutzung der entstehenden Produkte und ggf. deren Austausch zwischen Regionen in der Praxis umzusetzen. Mit dem Vorhaben sollen Praktiker von der Wirtschaftlichkeit verschiedener Aufbereitungsverfahren und von der Qualität und mineraldüngeräquivalenten Düngewirkung der entstandenen Produkte überzeugt werden.
Modell- und Demonstrationsvorhaben "Ansäuerung von Gülle und Gärrückständen während der Aufbringung in wachsende Bestände" (Säure+ im Feld)
In acht Modellregionen werden Demonstrationsbetriebe begleitet, die auf ihren Flächen angesäuerte Wirtschaftsdünger ausbringen oder dafür ein Lohnunternehmen beauftragen. Dadurch sollen der Einsatz und die Akzeptanz dieses Verfahrens im Pflanzenbau in der breiten landwirtschaftlichen Praxis in Deutschland erhöht werden. Die Ansäuerung von Wirtschaftsdüngern kann Ammoniak-Emissionen wirksam und kostengünstig senken und gleichzeitig die Düngeeffizienz erhöhen.
Präsentationen Handlungsfeld Pflanzenschutz
Am Freitag fanden zudem Live-Präsentationen der Projekte "ValiProg" und "EntoProg" statt. "ValiProg" hat das Ziel, den Pflanzenschutzmitteleinsatz zu reduzieren und die Ausbringung auf der Fläche präzise zu gestalten. "EntoProg" befasst sich mit der Neuentwicklung von Modellen gegen wichtige Schaderreger bei Raps, Zuckerrübe und Mais.
Weitere Informationen zu den Projekten
Gesunde und leistungsfähige Pflanzen sind Grundvoraussetzung für einen nachhaltigen Ackerbau. Ihr Schutz vor Schadorganismen ist wesentlich für die Sicherung von Höhe und Qualität der Erträge. Das Handlungsfeld "Pflanzenschutz" sieht vor, den integrierten Pflanzenschutz zu stärken und unerwünschte Umweltwirkungen von Pflanzenschutzmitteln weiter zu reduzieren.
Forschungs- und Entwicklungsvorhaben "Computergestützte Prognosen und Entscheidungshilfen im Pflanzenschutz" (ValiProg)
Ziel von ValiProg ist die Validierung und Weiterentwicklung einer Vielzahl von Prognosemodellen und Entscheidungshilfen, welche bereits im Ackerbau eingesetzt werden. Dadurch soll die Aktualität und Treffergenauigkeit in der Praxis sichergestellt werden.
Forschungs- und Entwicklungsvorhaben "Entwicklung computergestützter Prognosemodelle und Entscheidungshilfen im Pflanzenschutz zur Abschätzung des Befalls von Schadinsekten in Raps, Zuckerrübe und Mais" (EntoProg)
Im FuE "EntoProg" sollen computergestützte Prognosemodelle und Entscheidungshilfen für wichtige Schaderreger in den Kulturen Raps, Zuckerrübe und Mais entwickelt werden. Diese Modelle sollen in Abhängigkeit von Standort, Bewirtschaftung, Sorte und Witterung (Einbeziehung der Landschaftsebene) das voraussichtliche Erstauftreten der Schadinsekten prognostizieren und die Befallsverläufe simulieren können.
