Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung

Crewmitglied schaut vom Fischereischutzboot aufs Meer, in dem ein Rettungsboot zum Einsatz fährt. Seenoteinsatz Sea Dagger Das Einsatzboot BLE 4 mit einem der geborgenen Container. Quelle: BLE

Erfolgreicher Einsatz vor Sylt: Fischereischutzboot "Seefalke" birgt Gefahrgut nach Schiffsunglück

Nach dem Untergang der "MS Sea Dagger" rund 70 Kilometer nordwestlich von Sylt wurde das Fischereischutzboot "Seefalke" der BLE in einen koordinierten Seenot- und Umweltschutzeinsatz eingebunden. Dank des schnellen und professionellen Handelns konnten mehrere Container mit potenziell umweltschädlichem Inhalt geborgen und die Gefahrenlage erfolgreich eingedämmt werden.

Am Abend des 25. September 2025 geriet die "MS Sea Dagger", ein ehemaliges Lotsenboot, im Bereich des Offshore-Windparks "Dan Tysk" in Seenot und sank wenig später. Die zwei Besatzungsmitglieder wurden rechtzeitig von einem nahegelegenen Schiff gerettet. Unklar ist noch die Ursache der Havarie; eine Kollision mit einem anderen Schiff schließt das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Elbe-Nordsee aus.

Noch in der Nacht wurde das Fischereischutzboot "Seefalke" der BLE in den Einsatz eingebunden. Rund 55 Seemeilen entfernt, nahm es sofort Kurs auf die Unglücksstelle. Wenige Stunden später traf die "Seefalke" ein und begann unter schweren Bedingungen – bei Dunkelheit, Windstärke 8 und bis zu drei Meter hohen Wellen – mit der Suche nach Wrackteilen und potenziell gefährlichem Treibgut.

Im Fokus standen mehrere über Bord gegangene IBCs (Intermediate Bulk Container), vermutlich mit Treibstoff gefüllt. Drei dieser jeweils rund eine Tonne schweren Container konnten gemeinsam mit dem Einsatzboot BLE 4 geborgen werden. Weitere drei sicherte das Mehrzweckschiff "Nordic". Zudem wurden Rettungsinseln, Rettungsringe und eine EPIRB-Seefunkboje lokalisiert und geborgen. Die "Seefalke" blieb bis zum Nachmittag des Folgetages vor Ort und unterstützte die weitere Suche – unter anderem in Zusammenarbeit mit einem Aufklärungsflugzeug zur Schadstoffdetektion.

Laut Havariekommando gibt es aktuell keine Hinweise auf akute Umweltschäden. Dank des schnellen und professionellen Eingreifens aller beteiligten Kräfte konnte die Gefahrenlage frühzeitig eingedämmt werden.

Erscheinungsdatum: 06.10.2025