Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung

Kinder beim Essen in der Schulmensa Schulverpflegung Quelle: monkeybusinessimages - iStock/ getty images plus via Getty Images

2. Deutscher Ernährungstag: Wege zu gutem Essen für Kinder und Jugendliche

Mit dem Deutschen Ernährungstag am 4. Juni hat das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) unter dem Motto "Initiativen für gutes Essen für Kinder und Jugendliche" Maßnahmen in den Mittelpunkt gestellt, mit denen insbesondere die jungen Generationen an gesunde Ernährungsgewohnheiten herangeführt werden können.

Organisiert hat das BMLEH die Veranstaltung zusammen mit dem in der BLE angesiedelten Bundeszentrum für Ernährung (BZfE).

Ernährungsbildung soll Kinder, Jugendliche und Erwachsene bei der Entwicklung einer eigenverantwortlichen Ess- und Ernährungsweise unterstützen und begleiten. Neben individuell erwünschten, spielen auch gesellschaftlich sinnvolle Ess- und Ernährungsweisen eine wichtige Rolle, zum Beispiel die Planetary Health Diet, die unsere Gesundheit mit der Gesundheit des Planeten verbindet.

Kinder und Jugendliche sollen in ihrem Alltag in Schule und Kita gesunde und nachhaltige Ernährung lernen, erleben und genießen. Leckere und ausgewogene Mahlzeiten werden durch gesunden Snack aus dem Kiosk ergänzt – vielleicht sogar von Schülerinnen und Schülern selbst gemacht. 
Die Realität sieht jedoch oft noch anders aus. Aber dennoch gibt es Initiativen und engagierte Menschen im ganzen Bundesgebiet, die mögliche Wege zur Umsetzung eines gesunden und nachhaltigen Essens für Kinder und Jugendliche zeigen. Diese Praxisbeispiele vorzustellen, dabei Synergien und Kooperationsmöglichkeiten der Beteiligten auszuloten und deren Macherinnen und Macher zu vernetzen, war das Ziel des 2. Deutschen Ernährungstags Anfang Juni in Berlin. Mehr als 200 Akteurinnen und Akteure aus den Themenbereichen waren vor Ort, um sich konkret darüber auszutauschen, wie allen Kindern und Jugendlichen eine gesunde Ernährung ermöglicht werden kann. 

"Der Deutsche Ernährungstag ist ein Ort des Austauschs, der Vernetzung und der geballten Fachkompetenz," formulierte so auch die neue Parlamentarische Staatssekretärin im BMLEH, Silvia Breher, in ihrem Grußwort zur Eröffnung.

Prof. Dr. Britta Renner, Psychologin an der Universität Konstanz, machte deutlich: "Gutes Essen beginnt lange vor dem Teller, auch für Kinder und Jugendliche. So zeigen Auswertungen von Geodaten, dass eine Veränderung der Umgebung eine deutliche Veränderung des Verhaltens zur Folge hat, unabhängig von Bildung, sozialem Status oder sonstigen Präferenzen." Wenn also etwas mehr vorhanden und präsent sei, werde es auch mehr genutzt – und umgekehrt. Das heißt konkret: Ein großes Angebot etwa an Fastfood-Ketten oder omnipräsente Werbung für bestimmte Lebensmittel sorgen für einen höheren Konsum. Was in Folge dafür spräche, die Ernährungsumgebung gerade für Kinder und Jugendlichen so zu gestalten, dass sie gesundheitsförderlicher ist als zurzeit. 

Mit diesen Impulsen tauschten sich die Teilnehmenden aus den Kreisen Schülerschaft, Kommunen, Ernährungsräten, Wissenschaft und Praxis in drei Fachsessions aus.

"Die Zeit ist reif!", war das Fazit der Session "Besser essen in Kita und Schule". 7,5 Millionen Schülerinnen und Schüler hätten ein Anrecht auf eine gute Verpflegung. Dafür brauche es neben einem umfänglichen Investment auch das starke Engagement von Schlüsselfiguren – und Mut. Schon jetzt aber können Schulen das digitale und kostenfreie Qualitätsmanagement-Tool „Unser Schulessen“ des Bundeszentrums Kita- und Schulverpflegung nutzen. Dieses unterstützt Kommunikations- und Entscheidungsprozesse. 

Mut und Unterstützung braucht es auch für "Gute Konsumlandschaften für Kinder und Jugendliche", dem Thema einer weiteren Session. Fazit dabei war, dass es für die Gestaltung von Konsumlandschaften mehr brauche als Einzelmaßnahmen. Erforderlich sei ein kluger Maßnahmenmix, um Kinder und Jugendliche zu schützen und Selbstwirksamkeitserfahrungen zu ermöglichen.

Dass Ernährungsarmut kein individuelles Problem ist, sondern ein strukturelles, wurde in der dritten Session "Engagement gegen Ernährungsarmut bei Kindern und Jugendlichen" deutlich. Dennoch gäbe es erste Maßnahmen zur Bekämpfung der Ernährungsarmut. Zudem sei die Sichtbarkeit des Themas in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Denn hochwertiges, beitragsfreies Essen in Kita und Schule ermöglicht die soziale Teilhabe aller und erfüllt nicht weniger als das Menschenrecht auf Nahrung, unabhängig von Leistung, Status oder Einkommen. 

Dr. Barbara Kaiser, Leiterin des BZfE, zog eine positive Bilanz: "Wir freuen uns, dass wir gemeinsam mit dem BMLEH diese Vernetzungsveranstaltung erfolgreich auf die Beine gestellt haben. Durch den interdisziplinären Austausch und den Einsatz innovativer Ansätze kommen wir dem Ziel, die Ernährungsqualität in der Kindheit langfristig zu verbessern, ein Stück näher."

Weitere Informationen

Ökolandbau.de: Deutscher Ernährungstag: Schulen und Kitas im Fokus

BZfE.de: Schule und Kita – Wie kann Ernährungsbildung gelingen?

Erscheinungsdatum: 12.06.2025