Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung

geöffnete Sojabohne Sojabohne Quelle: stock-adobe.com - カクさん

Marktrecherche Hülsenfrüchte zeigt weiterhin großes Potential der Körnerleguminosen

Die Marktrecherche Hülsenfrüchte des Bundesinformationszentrums Landwirtschaft (BZL) zeigt: Obwohl derzeit eine etwas verhaltene, zum Teil gemischte Stimmung im Marktsegment "Hülsenfrüchte in der Humanernährung" herrscht, gehen Marktbeteiligte weiter von einem großen Marktpotenzial aus und sehen eine deutlich positive Perspektive.

Da die Sojabohne in Deutschland auf ein besonderes und zunehmendes Interesse von Marktbeteiligten und Verbrauchern stößt, geht der Bericht des BZL auf diese Hülsenfrucht besonders ein. Die Sojabohne ist zudem international die von der Erntemenge mit Abstand bedeutendste, grobkörnige Körnerleguminose. Bisher werden rund 3,5 bis vier Prozent der jährlich in Deutschland genutzten Sojabohnen im Land selbst produziert – die übrigen ca. 96 Prozent werden hauptsächlich aus Übersee importiert. Von den heimischen Sojabohnen, die 2023 geerntet wurden, gingen laut BZL-Bericht mit 10,7 Prozent etwas mehr Sojabohnen in die menschliche Ernährung als im Jahr zuvor (10,2 Prozent). Befragte Marktbeteiligte rechnen damit, dass im Erntejahr 2024 ein ähnlich hoher Sojaanteil in die Nahrungsverwendung gehen wird.

Neu im Bericht: Wirtschaftlichkeit heimischer Hülsenfrüchte

Das BZL hat mit "Absatzmöglichkeiten Hülsenfrüchte – Marktperspektiven und Wirtschaftlichkeit" seine Marktrecherche um ein umfangreiches Kapitel erweitert. Hier werden Herausforderungen, wie Preisfindung und Vermarktung oder Saatgutkosten und Sortenzucht angesprochen. Insgesamt sind der inländische Anbau, die Erntemenge und die Nachfrage nach Körnerleguminosen aus Deutschland deutlich gestiegen. Es gibt viele landwirtschaftliche Betriebe, die nach alternativen Kulturen suchen.

"Marktbeteiligte und Experten weisen darauf hin, dass eine gezieltere, besser adjustierte und höhere Förderung noch deutlichere Impulse für den Anbau setzen könnte. Über größere Anbauflächen und Erntemengen könnten die Strukturen entlang der Wertschöpfungskette wie die Vermarktung gestärkt und ausgebaut werden und dadurch Kosten auch über die Menge gesenkt werden. Dies wiederum würde die Konkurrenzfähigkeit stärken und Förderungen zunehmend weniger notwendig machen. Mittel- bis langfristig muss es das Ziel sein, ohne staatliche Förderung ausreichend im großem Umfang konkurrenzfähig zu sein“, so der Bericht. 

Die EU-Regelung für entwaldungsfreie Produkte (EUDR) wird von einigen Marktbeteiligten als deutliche Chance für den einheimischen Anbau wahrgenommen. Wie sich die Situation in diesem Zusammenhang weiterentwickelt, ist jedoch auch mit Unsicherheit behaftet; zusätzliche Nachweispflichten und erwarteter erhöhter Bürokratieaufwand auch für deutsche Sojaanbauer wird von Marktbeteiligten als herausfordernd beurteilt.

Hintergrund

Ziel des Marktberichts Hülsenfrüchte ist es, allen Marktbeteiligten einen zusammenfassenden Überblick über die aktuelle Marktsituation von Hülsenfrüchten zu geben, neueste Marktentwicklungen aufzuzeigen, Informationen über potenzielle Abnehmer der heimisch angebauten Hülsenfrüchte bereitzustellen und somit insgesamt die Markttransparenz zu erhöhen. 

Den kompletten Marktbericht finden Sie unter www.ble.de/erbseundco 

Erscheinungsdatum: 04.06.2025