Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung

Wasserbüffel Aktueller Fall von Maul- und Klauenseuche in Brandenburg Quelle: Volker Loche - stock.adobe.com

Deutschland wieder frei von Maul- und Klauenseuche (MKS)

Am 10. Januar 2025 wurde ein Fall von Maul- und Klauenseuche bei Wasserbüffeln im Landkreis Märkisch-Oderland in Brandenburg bestätigt. Weitere Fälle gab es nicht. Als Bestätigung der erfolgreichen Eingrenzung und der geleisteten Bekämpfungs- und Überwachungsmaßnahmen hat die Weltorganisation für Tiergesundheit (WOAH) den Status "MKS-frei ohne Impfung" für ganz Deutschland am 14. April 2025 wiedereingesetzt.

Anfang März wurde im Nordwesten Ungarns die Maul- und Klauenseuche nachgewiesen. Inzwischen werden im Umkreis weitere Fälle in Ungarn sowie in der angrenzenden Slowakischen Republik gemeldet. Die Maul- und Klauenseuche (MKS) ist eine hochansteckende Virusinfektion der Klauentiere (Rinder, Schafe, Ziegen und Schweine). Auch Zoo- und Wildtiere können an MKS erkranken. Die Seuche ist weltweit verbreitet. Für den Menschen ist die Seuche ungefährlich. Seit 1988 war die Seuche nicht mehr in Deutschland aufgetreten. Für die Tierseuchenbekämpfung sind in Deutschland die Bundesländer zuständig.

Das Friedrich-Loeffler-Institut hatte den Fall bestätigt. Die behördlichen Maßnahmen zur Tötung der betroffenen Tiere und Einrichtung von Sperrzonen wurden unmittelbar eingeleitet. Epidemiologische Untersuchungen zur Aufklärung des Seuchenursprungs und zur Ermittlung möglicher Kontaktbetriebe werden gegenwärtig mit Unterstützung des Friedrich-Loeffler-Instituts durchgeführt.

Maßnahmen zum Ausbruchsgeschehen in Deutschland

Die zuständige Behörde in Brandenburg hat Sperrzonen (Schutzzone mit mindestens drei Kilometer Radius um den betroffenen Betrieb, Überwachungszone mit mindestens zehn Kilometer Radius um den betroffenen Betrieb) eingerichtet, aus denen u.a. der Transport von Tieren und deren Erzeugnissen grundsätzlich verboten ist. Die Tierhaltungen innerhalb der Sperrzonen sowie ermittelte Kontaktbetriebe wurden untersucht, um die Ursache und das Ausmaß des Infektionsgeschehens festzustellen und im Fall der Feststellung weiterer infizierter Betriebe möglichst schnell die erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen.

Das Land Brandenburg und die Stadt Berlin hatten für Klauentiere umgehend ein 72-stündiges "Stand Still" angeordnet, also ein komplettes Verbringungsverbot für Tiere, die für MKS empfänglich sind.

Neben diesen Maßnahmen hatte bereits am Tag der Feststellung des Ausbruchs eine Beratung der Bund-Länder Task Force Tierseuchenbekämpfung stattgefunden. Das BMEL hatte zudem den Zentralen Krisenstab Tierseuchen einberufen und sich mit den Bundesländern sowie der EU über das weitere Vorgehen beraten.

Für die Tierseuchenbekämpfung sind in Deutschland die Bundesländer zuständig. Die nach Landesrecht zuständigen Behörden führen die Maßnahmen zur Tierseuchenbekämpfung durch. Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) unterstützt die epidemiologischen Untersuchungen. Bei einem Ausbruch werden Sperrzonen um die betroffenen Betriebe eingerichtet. Für diese gilt ein grundsätzliches Verbringungsverbot für empfängliche Tiere und deren Erzeugnisse. Eine Möglichkeit der Verbringung von empfänglichen Tieren und deren Erzeugnissen besteht auf der Grundlage behördlich genehmigter Ausnahmen weiterhin.

Ausbruchsgeschehen in Ungarn und der Slowakischen Republik

Anfang März ist in einem Rinderbetrieb im Nordwesten Ungarns die Maul- und Klauenseuche nachgewiesen worden. Es handelt sich um den ersten Ausbruch in Ungarn seit 1973. Inzwischen werden im Umkreis weitere Fälle in Ungarn sowie in der angrenzenden Slowakischen Republik gemeldet. Es gibt keinerlei Hinweise darauf, dass der Ausbruch der MKS in Brandenburg Anfang Januar 2025 und der Ausbruch der MKS in Ungarn Anfang März 2025 in einem Zusammenhang stehen. Mit den betroffenen Ländern steht das BMEL im Austausch. Deutschland stellt Impfdosen zur Verfügung, um die Ausbreitung des Virus zu verhindern.

Für die Betriebe in Deutschland sind vorsorgende Biosicherheitsmaßnahmen und ständige Aufmerksamkeit elementar, um MKS-Einträgen vorzubeugen und einen erneuten Ausbruch der Seuche zu verhindern.

Quelle BMLEH: https://www.bmel.de/DE/themen/tiere/tiergesundheit/tierseuchen/mks.html

Erscheinungsdatum: 08.05.2025