Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung

Prof. Dr. Michael Otto (Stifter der Umweltstiftung) und Joachim Rukwied (Präsident des Deutschen Bauernverbandes) nahmen den Preis stellvertretend für das gesamte F.R.A.N.Z.-Projektteam entgegen. F.R.A.N.Z. gewinnt Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2018 (v.l.n.r.) Prof. Dr. Michael Otto und Joachim Rukwied mit der DNP-Preisstatuette Quelle: Dariusz Misztal

F.R.A.N.Z. gewinnt Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2018

Gemeinsam für mehr Vielfalt in der Agrarlandschaft

Das vom Projektträger Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (ptble) betreute Projekt "Für Ressourcen, Agrarwirtschaft & Naturschutz mit Zukunft" (F.R.A.N.Z.) wurde mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2018 in der Kategorie Forschung ausgezeichnet. Unter zahlreichen Bewerbungen überzeugte das Vorhaben die Jury und die Öffentlichkeit.

Im Fokus des diesjährigen Wettbewerbs standen Initiativen, die Nachhaltigkeit, den Schutz von Biodiversität und Ökosystemleistungen in besonderer Weise fördern – eine Anforderung, die sich das Projekt F.R.A.N.Z. als Kernziel gesetzt hat. Das Dialog- und Demonstrationsvorhaben F.R.A.N.Z. entwickelt seit 2016 effiziente Naturschutzmaßnahmen und Bewirtschaftungskonzepte. Naturschützer und Landwirte erproben gemeinsam auf zehn modernen landwirtschaftlichen Demonstrationsbetrieben Maßnahmen, die dem Naturschutz dienen und zugleich praxistauglich sowie wirtschaftlich sind.

Jury: F.R.A.N.Z. liefert fundierte Ergebnisse für mehr Naturschutz

Der umfassende und interdisziplinäre Ansatz des F.R.A.N.Z.-Projekts überzeugte die Jury. In der Jurybegründung heißt es: "Die Landwirtschaft ist einer der wesentlichen Austragungsorte für den Erhalt der Biodiversität in Deutschland. Der Schutz und die nachhaltige Nutzung der Biodiversität können jedoch nur gelingen, wenn alle relevanten Stakeholder aktiv eingebunden werden und Naturschutz und Landwirtschaft partnerschaftlich zusammenarbeiten. Das Projekt F.R.A.N.Z. ermöglicht einen frühen Praxis-Check und liefert wissenschaftlich fundierte Ergebnisse, die an politische Entscheidungsträger kommuniziert werden. Auf diese Weise findet eine praxistaugliche Weiterentwicklung der Umwelt- und Agrarpolitik von der lokalen bis hin zur internationalen Ebene statt."

In der Online-Abstimmung zur Siegerermittlung konnte das Vorhaben auch die Öffentlichkeit für sich gewinnen.

Umfassende Begleitforschung

Eine begleitende ökologische und sozio-ökonomische Forschung erfasst die Auswirkungen der Naturschutz-Maßnahmen. Die ökologische Begleitforschung widmet sich der Frage, wie die Populationen von Amphibien, Bienen, Feldhasen, Pflanzen, Schmetterlingen und Vögeln auf die Maßnahmen reagieren. Sie untersucht auch, ob die Maßnahmen die Bestäubung und bodenbiologische Aktivität fördern. Die sozio-ökonomische Begleitforschung beschäftigt sich mit den betriebsindividuellen Maßnahmenkosten. Hindernisse und Perspektiven für mehr Biodiversität in der Agrarlandschaft sind ebenfalls Forschungsgegenstand.

BLE-Präsident Dr. Eiden: Projekt dient als Vorreiter für die Praxis

"Durch F.R.A.N.Z. schaffen wir es, einen umfassenden Blick auf die gesamtbetrieblichen Auswirkungen von Naturschutzmaßnahmen zu erhalten. Das Projekt kann damit Vorreiter für praxistaugliche Maßnahmen sein. Es freut uns sehr, dass F.R.A.N.Z. die Jury überzeugen konnte und das Thema nun noch stärker in der breiten Öffentlichkeit wahrgenommen wird", betont BLE-Präsident Dr. Hanns-Christoph Eiden.

Hintergrund

Das Projekt F.R.A.N.Z. wird ressortübergreifend unterstützt. Die Förderung erfolgt mit Mitteln der Landwirtschaftlichen Rentenbank, mit besonderer Unterstützung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft und der BLE sowie durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit. Die Bundesministerien für Landwirtschaft und Umweltschutz haben die Schirmherrschaft übernommen. Ziel ist einerseits bewährte Maßnahmen zu verbessern und andererseits weitere praxistaugliche Naturschutzmaßnahmen zu entwickeln und erproben, die dann in die bestehenden Agrarumweltprogramme einfließen sollen.

Weitere Informationen

Erscheinungsdatum: 10.12.2018