Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung

Die Fischereischutzboote "Seefalke" und "Meerkatze" auf der Nordsee Die Fischereischutzboote "Seefalke" und "Meerkatze" Die Fischereischutzboote "Seefalke" und "Meerkatze" der BLE Quelle: BLE

Digitalisiertes Fachverfahren für eine effektive Fischerei-Kontrolle

Die EU-Fischereikontrollverordnung verpflichtet jeden Mitgliedstaat, Datenbanken einzurichten und umfangreiche automatisierte Plausibilitätsprüfungen vorzunehmen. Mit der neuen Fischerei-Informationstechnologie (FIT) in der BLE sind nun ganzheitlich alle Anlande-, Seekontrollen und Sichtmeldungen von Kontrolleinheiten des Bundes und der Länder integriert.

Das ist ein klassisches Beispiel, wie Digitalisierung heutzutage Datenqualität verbessert und Verwaltungsverfahren vereinfacht.

Um die EU-Vorgabe, die Regeln zur Fischereikontrolle und die Einhaltung der Fischereifangquoten konsequenter als in der Vergangenheit umzusetzen, wurde unter anderem ein umfassendes neues IT-System zur lückenlosen Fischereiüberwachung, neben der direkten Vor-Ort-Kontrolle der BLE und der Bundesländer auf offener See, eingeführt. Damit können Daten aller Art gesammelt und mit ständig ausgereifteren Plausibilitätsprüfungen (sogenannte Cross-Checks) bearbeitet werden.

Konsequentere Kontrolle möglich

"Die sich aus den Kontrollverordnungen ergebenden Pflichten, alle Daten – wie zum Beispiel aus e-Logbuch, e-Verkaufsabrechnung und Satellitenüberwachung sowie Daten aus der traditionellen Papierlogbücher und Verkaufsabrechnungen – abzugleichen, werden in unserem neuen Fachinformationssystem FIT umgesetzt", erklärt BLE-Präsident Dr. Hanns-Christoph Eiden. "Dies führt zu einem flächendeckenden Abgleich mit dem Ziel, Unstimmigkeiten aufzudecken, zu klären und letztendlich Verstöße zu sanktionieren. FIT stellt die Informationen unmittelbar allen relevanten Kontrolleinheiten zur Verfügung, sodass uns zusätzliche Möglichkeiten gegeben werden, das Anlandegebot zu überwachen sowie durch ein integriertes Risikomanagement Kontrolleinheiten noch effektiver zu steuern und einzusetzen."

Digitalisierungsstrategie

Aufgrund der Komplexität der Anforderungen und der Größe des Projekts wurde von Anfang an nicht der Versuch unternommen, zunächst alle fachlichen Anforderungen beschreiben zu wollen. "Wichtiger war es für uns, die Chancen einer grundlegenden Digitalisierung des Gesamtprozesses zu nutzen, um daraus schlanke, nachvollziehbare Betriebs- und Geschäftsprozesse medienbruchfrei abbilden zu können", betont der für die IT in der BLE verantwortliche Abteilungsleiter Dr. Jan Pohlmann. Daher wurde das Projekt auf agile Weise, das heißt in jeweils kleinen überschaubaren Entwicklungseinheiten unter ständiger Einbeziehung des Fachbereichs umgesetzt.

Zur Umsetzung dieser interaktiven Entwicklung dient eine Plattform der Firma Scopeland. Benutzeroberfläche, Programmstruktur und alle notwendigen Schnittstellen und Druckausgaben werden über diese Entwicklungsplattform interaktiv erstellt. Während des Prozesses generiert die Plattform die Datenbankstruktur mit den notwendigen Zugriffsbeziehungen. Gehostet wird das System im BLE-Rechenzentrum.

Hintergrund

Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) ist für die Einhaltung nationaler und internationaler fischereirechtlicher Vorschriften auf See sowie für die Bewirtschaftung nationaler Fangquoten und der Erteilung der Fischereierlaubnisse verantwortlich. Für diese Überwachungsaufgaben nutzt sie diverse Überwachungsmethoden wie elektronische Verkaufsabrechnungen, Logbücher und Satelliten, die eine Kontrolle in Echtzeit ermöglichen.

Erscheinungsdatum: 03.09.2018