Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung

Getreideernte Landwirtschaft heute: Getreidebauern unter Druck Quelle: photoschmidt - stock.adobe.com

Landwirtschaft heute: Getreidebauern unter Druck

Die Getreideernte in Deutschland ist in vollem Gange – deutlich früher als gewohnt. Grund ist die extreme Trockenheit der vergangenen Monate, vor allem im Norden und Osten des Landes. Langanhaltende Trockenperioden lassen die Ähren vertrocknen und sie bleiben klein. So entstehen hohe Ertragseinbrüche. Landwirtschaftliche Betriebe müssen daher vorzeitig ernten.

Das Bundesinformationszentrum Landwirtschaft (BZL) rechnet 2018 mit erheblichen Ernteausfällen bis zu 40 Prozent je nach Region. Für die Gesamtsituation in Deutschland lassen sich derzeit noch keine Aussagen bezüglich Erträgen und Qualitäten der verschiedenen Getreidearten treffen. Die regionalen Wetterereignisse unterscheiden sich stark; ebenso variieren die Böden und die Ausstattung der landwirtschaftlichen Betriebe mit Beregnungstechnik.

Anbau: weniger Winterweizen, mehr Sommergerste

Betrachtet man die Anbauflächen wird der Anbau der wichtigsten Ackerkultur, Winterweizen, nach vorläufigen Schätzungen des Statistischen Bundesamtes im Jahr 2018 um knapp sechs Prozent auf rund drei Millionen Hektar zurückgehen. Auch bei den weiteren Wintergetreidearten zeigt sich – mit Ausnahme der Triticale – ein Rückgang im Vergleich zum Vorjahr.

Bei den Sommerkulturen (Sommergerste, Hafer und Körnermais) ist das Gegenteil der Fall: Am deutlichsten fällt hier der Flächenzuwachs bei der Sommergerste aus. Der Anbau wird voraussichtlich um etwa 28 Prozent auf 437.000 Hektar steigen.

Unterschiede bei Winter- und Sommergetreide

Aber worin liegt überhaupt der Unterschied zwischen Winter- und Sommergetreide? Und warum wird direkt nach der Sommergerste der Winterweizen geerntet? Kurz gesagt ist der Zeitpunkt der Aussaat namensgebend, und nicht die Erntezeit. Wintergetreide wird noch vor Beginn des Winters gesät - je nach Kultur ab etwa September – und ab Juli des nächsten Jahres geerntet. Sommergetreide hingegen wird erst ab Anfang März gesät und ab Juli des gleichen Jahres geerntet.

Wintergetreide bringt höhere Erträge

Wintergetreide benötigt im Gegensatz zum Sommergetreide einen ausgiebigen Kältereiz. Das heißt, eine gewisse Zeit lang müssen sehr niedrige Temperaturen auf die Pflanze einwirken, damit diese stimuliert wird, im nächsten Jahr Blüten und Samen, also Getreidekörner, zu bilden.

Durch die längere Vegetationszeit und die Ausnutzung der Winterfeuchtigkeit erbringen Wintergetreide höhere Erträge als Sommergetreide. Unter den Wintergetreidearten sind hierzulande Winterweizen, Winterroggen, Wintergerste und Wintertriticale (Kreuzung aus Weizen und Roggen) bedeutend. Typische Sommergetreide sind Hafer, Sommergerste und Mais.

Weitere Informationen

Informationen zur Versorgung mit Getreide finden sich auf der BLE-Internetseite unter www.ble.de/DE/BZL/Daten-Berichte/Getreide-Getreideerzeugnisse/Getreide.html

Der Jahresbericht zur Markt- und Versorgungslage Getreide von April 2018 der BLE gibt einen Überblick über die Erzeugung, die Verarbeitung und Verwendung von Getreide sowie die Entwicklungen auf dem europäischen und dem Weltgetreidemarkt.

Antworten auf viele weitere Fragen rund um die Landwirtschaft präsentiert das Bundesinformationszentrum Landwirtschaft (BZL) unter www.landwirtschaft.de/landwirtschaft-verstehen/haetten-sies-gewusst/.

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Erscheinungsdatum: 11.07.2018