Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung

Waldklimafonds-Projekt: Klimawandel und Waldgesundheit

Welche Auswirkungen hat der Klimawandel auf den Gesundheitszustand heimischer Wälder? Ist vermehrt mit Problemen durch Trockenheit, Pilze oder Insekten zu rechnen? Diese Fragen untersuchten Forscher im ersten bundesweit geförderten Forschungsprojekt zur Waldgesundheit "WAHYKLAS".

Das Projekt "WAHYKLAS" beschäftigte sich mit der Entwicklung nachhaltiger, waldhygienischer Konzepte am Beispiel ausgewählter Vergleichsregionen in Deutschland. Hierfür wurde ein quer durch Deutschland verlaufendes Untersuchungsbiet mit entsprechenden Messpunkten eingerichtet, ein sogenanntes Transekt.

"Ein diagonal durch ganz Deutschland verlaufender Untersuchungstransekt, vom Breisgau im Südwesten bis in die Schorfheide im Nordosten – das ist das Markenzeichen von WAHYKLAS, dem ersten bundesweit geförderten Forschungsprojekt, das sich mit perspektivischen Fragestellungen der Waldgesundheit beschäftigt, um damit einen Beitrag zur Klimaanpassung der heimischen Wälder zu leisten", sagte der Projektleiter Dr. Horst Delb von der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA-BW).

Stieleiche und Waldkiefer als Modellbäume

In enger Zusammenarbeit verschiedener Landes- und Forschungsinstitutionen mit regionalen Betrieben wurde die Anfälligkeit der Wälder für abiotische und biotische Schäden durch den Klimawandel, am Beispiel der Baumarten Stieleiche und Waldkiefer untersucht. Unter anderem gehen mit dem Klimawandel einzelne Arten der "Insekten-Fraßgemeinschaften" in ihrer Bedeutung zurück, die Mehrzahl kann sich aber offenbar gut anpassen oder profitiert sogar von den Klimaveränderungen.

Das Ausmaß der Fraßschäden durch Insekten lässt sich für die Kiefernwälder durch ökologischen Waldumbau hin zu strukturierten Mischbeständen eingrenzen. Durch die Ergebnisse des Vorhabens konnten die Prognosen für das Auftreten von größeren Schäden im Wald verbessert werden: Eine Grundvoraussetzung für zukunftsorientierten Waldschutz.

Einbeziehung von Waldbesuchern

Der Projektteil "Waldveränderungen und Gesellschaft" untersuchte anhand von Umfragen unter Waldbesuchern die Wahrnehmung der Kombination Klimawandel, Forstmaßnahmen und Waldschädlingen (wie beispielsweise dem Eichenprozessionsspinner) in stadtnahen Waldgebieten. Ein Ergebnis ist, dass Besucher akzeptieren würden, wenn eine Bekämpfung stattfindet, allerdings genauer informiert werden möchten, falls eine solche Maßnahme geplant ist.

Hintergrund

Der globale Klimawandel zählt zu den zentralen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel sind nationale Aufgaben von gesamtgesellschaftlichem Interesse. Hierzu wurde bereits im Jahr 2013 der Waldklimafonds als gemeinsames Förderinstrument des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft und des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit ins Leben gerufen. Er ist Bestandteil des Energie- und Klimafonds der Bundesrepublik Deutschland. Projektträger des Waldklimafonds ist die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung.

Nähere Informationen zum Waldklimafonds, den einzelnen Förderschwerpunkten, Projekten sowie Details zum Antragsverfahren unter www.waldklimafonds.de.

Erscheinungsdatum: 20.04.2018