Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung

Huhn schaut auf braunes Ei Quelle: Anatolii - Fotolia.com

Landwirtschaft heute: Was ist ein "Bruderhahn"?

Legehennen sind so gezüchtet, dass sie viele Eier legen. Sie setzen genetisch bedingt wenig Fleisch an.

Ihre "Brüder", also die Hähne der Legehennen-Züchtung, sind als Masthähnchen ungeeignet, da sie einen höheren Futterbedarf haben und langsamer Fleisch ansetzen als Hähne, die für die Mast gezüchtet wurden. Daher werden sie bislang in der Regel schon als Küken getötet und an andere Tiere verfüttert. Es gibt jedoch Ansätze, diesem Kükentöten ein Ende zu setzen und auch die sogenannten "Bruderhähne" aufzuziehen.

Aufpreis bei Eiern ermöglicht die Aufzucht der Bruderhähne

Da ein Legehennen-Hahn während der viermal so langen Aufzucht viel mehr Futter verbraucht als ein Masthähnchen, verursacht er fast doppelt so hohe Kosten. Nur die wenigsten Verbraucherinnen und Verbraucher wären bereit, einen entsprechend hohen Aufpreis für dieses Fleisch zu bezahlen. Daher setzen die Produzenten und der Handel auf ein System der Querfinanzierung: Die Eier der Legehennen werden zwischen ein und vier Cent teurer verkauft und mit dem Erlös kann die Mast der "Bruderhähne" finanziert werden.

Darüber hinaus werden auch weitere Alternativen erprobt, teilt das Bundesinformationszentrum Landwirtschaft (BZL) mit. Zum einen wird in die Züchtung von "Zweinutzungshühnern" investiert, die sowohl Eier legen als auch Fleisch ansetzen. Zum anderen laufen Forschungsprojekte zur Geschlechtsbestimmung im Ei, um die Eier, aus denen sich männliche Küken entwickeln, frühzeitig erkennen zu können.

Weitere Informationen stellt das BZL unter www.landwirtschaft.de bereit. Der kostenlose BZL-Newsletter liefert Wissenswertes zu landwirtschaftlichen Themen und kann unter www.landwirtschaft.de/newsletter abonniert werden.

Erscheinungsdatum: 06.02.2018