Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung

Gut gefüllter offener Holzkomposter Kompost Quelle: airborne77 - Fotolia.com

Landwirtschaft heute: Warum brauchen Pflanzen Stickstoff und wie düngen Hobbygärtner richtig?

Um den Garten richtig zu düngen, sollten Hobbygärtner die Wirkungsweisen der gebräuchlichsten Düngemittel kennen.

Stickstoffdüngung – wichtig aber vorsichtig!

Besonders bei Stickstoff gilt es, das richtige Maß zu finden, erläutert das Bundesinformationszentrum Landwirtschaft (BZL). Stickstoff (N) ist einer der wichtigsten Nährstoffe für die Pflanze. Er hat Einfluss auf deren Wachstum und Ertrag. Allerdings kann sich bei zu viel Stickstoffdüngung Nitrat in der Pflanze anreichern, deren Verzehr dann bedenklich sein könnte.

Organischer, mineralischer oder Depotdünger – alles klar?

Viele Hobbygärtner nutzen organischen Dünger, aber auch mineralische Dünger finden nach wie vor Anwendung. Doch wo liegen die Unterschiede? Organische Dünger sind pflanzlichen oder tierischen Ursprungs, meist aus Stoffen aus der Landwirtschaft wie Mist und Kompost. Sie entfalten ihre Wirkung langfristig und werden oft langsamer ausgewaschen als mineralische Dünger. Da nicht jeder Hobbygärtner über einen Komposthaufen verfügt, hat das Angebot an organischen Düngern im Gartenfachhandel zugenommen. Diese "organischen Handelsdünger" sind ein Gemisch aus verschiedenen organischen Basisdüngern.

Mineraldünger hingegen basieren meist auf Salzen. Sie sind ein Produkt bergmännisch gewonnener Mineralien oder fossiler Energieträger, die chemisch umgewandelt wurden. Sie enthalten leicht lösliche und damit schnell wirksame Nährstoffe. Ihre Stärke liegt in der Sofortwirkung, nicht jedoch in der Vorratsdüngung. Anders verhält es sich bei Depotdüngern. Diese Mineraldünger haben eine Hüllschicht, wodurch die Nährstoffe langsam nach und nach freigesetzt werden.

Grundsätzlich gilt für den Hobbygarten: Wird ein Boden regelmäßig mit organischer Substanz wie Kompost oder Mist versorgt, ist eine ausreichende Zufuhr mit Stickstoff meist gewährleistet. Gut ist es zudem, wenn Wurzel- und Ernterückstände im Boden bleiben.

Weitere Informationen unter www.ble.de/BZL. Der kostenlose BZL-Newsletter kann unter www.ble.de/bzl-newsletter abonniert werden.

Hintergrundinformation

Das Bundesinformationszentrum Landwirtschaft (BZL) ist in der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) angesiedelt. Das BZL hat sich das Ziel gesetzt, mit Broschüren, Internetportalen und Videoclips für Verbraucherinnen und Verbraucher, aber auch mit Material für Lehr- und Beratungskräfte sowie mit Veranstaltungen mehr Verständnis für eine moderne und nachhaltige Land- und Ernährungswirtschaft zu schaffen.

Erscheinungsdatum: 08.08.2017