Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung

Schweinehaltung in Afrika Das Ebola Foresight-Projekt Quelle: Friedrich-Loeffler-Institut

Das Ebola Foresight-Projekt: Erstmaliger serologischer Nachweis von Ebolavirus-Antikörpern in Schweinen aus Sierra Leone

Der Ebolavirus-Ausbruch im Mai 2018 in der Demokratischen Republik Kongo verdeutlicht aktuell die ständige Bedrohung durch dieses Virus in Afrika. Es ist zu einer ernstzunehmenden Gefahr für die öffentliche Gesundheit geworden.

Während des bislang größten Ebolavirus-Ausbruchs in 2014/2015 in Sierra Leone, Guinea und Liberia erkrankten mehr als 28.000 Menschen. Das Ebola Virus verursacht ein mit schweren Blutungen einhergehendes Fieber und führte bei 39% der betroffenen Menschen in Westafrika zum Tod.

Bis heute ist die Rolle landwirtschaftlicher Nutztiere in der Ökologie der Erreger nicht vollständig aufgeklärt. Insbesondere zur Übertragung des Ebolavirus auf den Menschen besteht noch Forschungsbedarf.

Die Bedeutung von Nutz-, Haus- und Wildtieren als Infektionsquelle für Ebolaviren wird daher in dem seit 2016 von der BLE geförderten, dreijährigen Kooperationsprojekt Ebola Foresight näher untersucht. Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) arbeitet dabei eng mit Wissenschaftlern des Sierra Leone Agricultural Research Institutes (SLARI) und der Njala University in Sierra Leone und dem Institut Pasteur in Guinea zusammen.

Erste Ergebnisse

Erste Untersuchungen zur möglichen Rolle des Schweins als Überträger in der Ebolavirusbiologie wurden inzwischen erfolgreich abgeschlossen. Die Ergebnisse wurden kürzlich im "Journal of Infectious Diseases" veröffentlicht.

Es wurden in der Studie Proben von 400 Schweinen aus verschiedenen Haltungssystemen in Sierra Leone am FLI serologisch in einem neu etablierten Testverfahren untersucht. Dabei zeigte sich, dass ein geringer Prozentsatz der untersuchten Schweine Kontakt mit Ebolaviren hatte. Dieser Kontakt führte nachweislich zur Bildung von Antikörpern. Gegenstand zukünftiger Untersuchungen wäre es, herauszufinden, ob das Virus sich in den Tieren vermehrt und auch wieder ausgeschieden wird. Eine massive Ausscheidung wäre eine mögliche Voraussetzung für eine weitere Übertragung auf den Menschen oder auf andere Tiere.

Neben den durchgeführten Studien zu den potentiellen Reservoir- und Zwischenwirten der Ebolaviren liegt ein weiterer Schwerpunkt des "Ebola Foresight-Projektes" darauf, die Partnerinstitutionen mit den entsprechenden Laborkapazitäten auszustatten und wissenschaftliche Mitarbeiter aus diesen Ländern am FLI und vor Ort in den komplexen Labormethoden auszubilden. So sollen die afrikanischen Staaten Sierra Leone und Guinea besser auf den Fall eines erneuten Ausbruchs vorbereitet werden.

Weitere Informationen

Forschungsinformationssystem Agrar und Ernährung (FISA): Ebola Foresight: Die Bedeutung von Nutz-, Haus- und Wildtieren als Infektionsquelle für Ebolaviren – ein Kooperationsprojekt zwischen dem Friedrich-Loeffler-Institut, dem Pasteur-Institut in Conakry, Guinea, dem Sierra Leone Agricultural Research Institut, und der Njala University in Sierra Leone (Ebola Foresight)