Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung

Zwei Männer beim Fischen Ich liebe Fisch Auswahl guter Tilapia Brutfische in Malawi Quelle: Bernd Ueberschär, GMA

Filmbeitrag zum BMEL-geförderten Forschungsprojekt "Ich liebe Fisch" in Malawi

In dem internationalen Forschungsverbundvorhaben "Ich liebe Fisch" arbeiten malawische und deutsche Forscher an einer Verbesserung der Ernährungssicherung und des Einkommens der lokalen Landbevölkerung in Malawi.

Das Projekt wird vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) gefördert und von der BLE als Projektträger betreut.

Die Fischerei trägt in Malawi etwa 70 Prozent zur Eiweißaufnahme der 13,6 Millionen Menschen bei. Die meisten sind zu arm um sich Fleisch leisten zu können. Das Fischangebot aus dem Malawisee und anderen Gewässern ist jedoch aufgrund von Überfischung und Bevölkerungswachstum rückläufig. Die Menschen sind zunehmend auf die Produkte aus der Aquakultur angewiesen. Die Regierung unterstützt die kleinbäuerliche Fischproduktion in Teichwirtschaften.

Das dreijährige BMEL-geförderte Forschungsprojekt zielt darauf ab, eine effizientere, solargestützte Aquakulturproduktion und eine innovative Verknüpfung von Fisch- und Gemüseerzeugung in Malawi zu erreichen. Hierbei soll die Aufzucht und Produktion des beliebten und hochwertigen lokalen Nutzfisches, Oreochromis karongae, optimiert werden.

Verbesserte Produktionsbedingungen für Oreochromis karongae

Zur Verbesserung der Produktion der Cichlidenart O. karongae wird eine mit Solarenergie unterstützte semi-intensive Larvenaufzuchtstation aufgebaut. Durch dieses Pilotprojekt soll eine dauerhafte Versorgung kleinbäuerlicher Fischfarmer mit juvenilen Fischsetzlingen erreicht werden. Die Einführung einfacher Aquaponics-Systeme in den Fischfarmen fördert die Produktion von Fisch und Gemüse in einem Kreislaufsystem. In diesem nutzen die Pflanzen für ihr Wachstum die Ausscheidungen der Fische und die Fische profitieren durch gereinigtes Wasser.

Die Landbevölkerung wird in praktischen, technischen Trainingskursen und mit Hilfe bildgestützter Kommunikation ausgebildet. So wird die Anwendung dieser Systeme und auch die Verbreitung der Kenntnisse unter den Fischfarmern gefördert. Gleichzeitig wird untersucht, ob sich bei den Farmern und Kommunen die mit Aquaponics-Systemen arbeiten, auch der Ernährungs- und Gesundheitsstatus verbessert. Eine Informations- und Kommunikationsplattform mit malawischen und deutschen Institutionen soll zum Wissensmanagement beitragen und die Verbreitung des Wissens und der Fähigkeiten auch über die Projektdauer hinaus sicherstellen.

Dokumentation in der ZDF-Mediathek

Eine Dokumentation zum Projekt wurde in der ZDF-Dokumentationsreihe "planet e." unter dem Titel: "Leer gefischt - sind Afrikas Seen noch zu retten?" am 8. Juli 2018 ausgestrahlt.

Filmteam und Fischer am Malawisee Filmaufnahmen am Malawisee Der Malawisee war einst die größte Nahrungsquelle im Land. Doch inzwischen ist er weitgehend leer gefischt - auch weil die Einwohner in ihrer Not mit immer kleineren Maschen, hier ein Moskitonetz, schon die ganz jungen Fische aus dem See holen. Quelle: ZDF/ Ulrike Peichert

Hier berichten die deutschen Wissenschaftler, Dr. Marina Gebert von der Fraunhofer Einrichtung für Marine Biotechnologie (EMB), Lübeck und Dr. Bernd Ueberschär von der Gesellschaft für Marine Aquakultur (GMA), Büsum, zu der wohl größten Herausforderung des Projektes: die weitere Umsetzung der erzielten Forschungsergebnisse durch die malawischen Partner, die kleinbäuerlichen Fischer und die lokale Bevölkerung, wenn die deutschen Projektpartner das Land längst wieder verlassen haben.

Filmbeitrag in der ZDF-Mediathek: Leer gefischt - sind Afrikas Seen noch zu retten?

Informationen zum Projekt "Ich liebe Fisch": Verbundprojekt: Verbesserung der Ernährungslage und Wertschöpfung bei der Landbevölkerung in Malawi durch eine effizientere, solargestützte Aquakulturproduktion und eine innovative Verknüpfung von Fisch- und Gemüseerzeugung