Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung

Gruppenfoto vor einem Gebäude Deutsch-afrikanisches Doktorandentreffen zur Agrarforschung Deutsch-afrikanisches Doktorandentreffen in Berlin Quelle: BMEL

Deutsch-afrikanisches Doktorandentreffen zur Agrarforschung

Interkultureller Austausch, Weiterbildung und ein politisch-kulturelles Programm: Das erlebten die rund 25 Teilnehmerinnen und Teilnehmer eines Doktorandenkolloquiums, das die BLE zusammen mit dem Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) vom 13. bis 17. Mai in Berlin organisiert hat.

Ziel des Treffens war es, junge Nachwuchswissenschaftler aus Deutschland und aus afrikanischen Staaten zusammenzubringen, um durch den Aufbau eines Doktoranden-Netzwerks die Zukunftsperspektiven der Nachwuchswissenschaftler zu verbessern.

"Ich hätte nicht gedacht, dass ich hinsichtlich Präsentationstechniken noch so viel lernen kann. Aber dieses Trainingsmodul hat mir gezeigt, dass eine Änderung von vielen Kleinigkeiten das Ergebnis enorm verbessern kann", sagte Tonny Kabuuka, ugandischer Doktorand am Friedrich-Loeffler-Institut (FLI).

Die aus ganz Deutschland angereisten Nachwuchswissenschaftler nahmen an einem zweitägigen Präsentationstraining teil, bei dem die Teilnehmer ihre Vortragsweise kritisch analysierten – auch mit Hilfe der anderen Doktoranden. So wurden die im Vorfeld erstellten Präsentationen oftmals unter dem Motto "Weniger ist mehr" überarbeitet. Um die Forschungsergebnisse passgenau und professionell kommunizieren zu können, erwarben die Teilnehmer an einem weiteren Workshop-Tag vertiefte Kenntnisse über die Publikation ihrer Forschungsergebnisse. Ziel des Trainings war, schneller und effizienter publizieren zu können und die Doktorarbeiten erfolgreich abzuschließen.

Wissenschaftliches Netzwerk für die Karriere

Zur Unterstützung der Netzwerkaktivitäten stellte Frau Dr. Almuth Wietholtz-Eisert von der Leibniz-Gemeinschaft die Initiative "Leibniz in Afrika" vor. Diese erfasst und vernetzt die Aktivitäten der verschiedenen Leibniz-Institute in Afrika, denn mehr als die Hälfte der 93 Leibniz-Institute arbeiten hier. Die Bedeutung eines wissenschaftlichen Netzwerkes für die weitere Karriere der Doktoranden wurde auch von Dr. Stefan Sieber vom ZALF aus persönlicher Erfahrung hervorgehoben.

Zukunftsweisend war auch ein innovativer Input zum Thema "Open Science" und "Open Access", der im Nachgang zwischen den Doktoranden kontrovers diskutiert wurde. Da gerade afrikanische Forscher oftmals in etablierten Verlagen an "gläserne Decken", also unsichtbare Grenzen stoßen, bietet die Open Access Bewegung vielfältige Möglichkeiten, um diesem Dilemma zu entgehen.

"Entwicklung nachhaltiger Lösungen für globale Herausforderungen"

Das inhaltliche Programm wurde begleitet von einem Austausch mit Experten des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Das Ministerium lud die Teilnehmer zu einem informellen Gedankenaustausch ein, um deren Perspektiven, Fragen und Anregungen aufzunehmen.

Dr. Klaus Heider, Leiter der Abteilung "Ernährungspolitik, Produktsicherheit, Innovation" hob in seiner Begrüßungsansprache hervor, dass das BMEL sehr an qualitativ hochwertiger Forschung in Zusammenarbeit mit afrikanischen Partnern interessiert sei. "Wir sind davon überzeugt, dass die Unterstützung von Nachwuchswissenschaftlern eine lohnende Investition in die Zukunft ist. Die internationale Forschungszusammenarbeit ist ein Schlüssel zur Entwicklung nachhaltiger Lösungen für globale Herausforderungen wie Nahrungsmittel- und Ernährungssicherheit und zur Bekämpfung des Klimawandels sowie der Ausbreitung übertragbarer Krankheiten durch Tiere und Lebensmittel", sagte Dr. Heider.

Das politisch-wissenschaftliche Programm wurde flankiert von Austauschmöglichkeiten der Wissenschaftler untereinander, beispielsweise während eines Besuchs im deutschen Bundestag.