Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung

Kühe auf einer Weide Kühe auf einer Weide Quelle: beatuerk - stock.adobe.com

Erste Forschungsprojekte zur Richtlinie nachhaltige Grünlandbewirtschaftung gestartet

In drei neuen Forschungsprojekten werden innovative Wege beschritten, um die nachhaltige Grünlandbewirtschaftung in Deutschland zu stärken.

Zum 01.12.2017 sind drei neue Forschungsprojekte gestartet, in denen neue Ansätze für die Herstellung von Futterkonservaten, die Entwicklung eines Bio-Weiderindkonzepts sowie eine satellitengestützte Entscheidungshilfe für das Management von Grünlandflächen erarbeitet werden. Die jeweils dreijährigen Vorhaben werden mit rund 2 Millionen Euro im Rahmen des Innovationsprogramms des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) gefördert und vom Projektträger BLE (ptble) betreut.

Neue Konservierungsansätze für eine höhere Futterqualität

Unter dem Titel "Optimierte Konservierung von Grünlandaufwüchsen als Maßnahme zur Verbesserung der Proteinversorgung von Milchkühen (OptiKons)" forschen die Universität Bonn und die Evonik Nutrition & Care GmbH an zwei neuartige Ansätzen zur Herstellung von Grünfutterkonservaten.

Ziel ist es, die Protein- und Energiegehalte in den Konservaten zu steigern und so Importe von eiweißreichen Futtermitteln zu verringern. Dafür werden Futtergräser und Leguminosen bei unterschiedlichen Anwelkgeschwindigkeiten und unter dem Einsatz hydrolisierbarer Tannine in Fütterungsversuchen hinsichtlich Akzeptanz und Milchleistung untersucht.

Weitere Informationen zum Projekt unter Optimierte Konservierung von Grünlandaufwüchsen als Maßnahme zur Verbesserung der Proteinversorgung von Milchkühen

Bio-Weiderindkonzept soll Grünlandregion stärken

Mit dem Projekt "Grünlandschutz durch ein innovatives Bio-Weiderindkonzept (GiB)" soll für die Region Südschwarzwald, als exemplarischer Grünlandstandort der Mittelgebirgslage, ein innovatives Bio-Weiderindkonzept analysiert und entwickelt werden. Hierfür haben sich Wissenschaftler der Universität Hohenheim, der Georg-August-Universität Göttingen, der LAZBW Aulendorf sowie die EDEKA Südwest Fleisch GmbH in einem Forschungsverbund zusammengeschlossen. Das Bio-Weiderindkonzept soll dabei die komplette Wertschöpfungskette von der Grünlandbewirtschaftung, über die Entwicklung eines am Tierwohl orientierten Sammelstallkonzepts, bis hin zur Fleischvermarktung inkludieren. Eine ökonomisch-ökologische Bewertung findet ebenfalls Berücksichtigung.

Weitere Informationen zum Projekt unter Verbundprojekt: Grünlandschutz durch ein innovatives Bio-Weiderindkonzept

Innovative Entscheidungshilfe für das Grünlandmanagement

In dem Verbundvorhaben "Satellitengestützte Informationen zur Grünlandbewirtschaftung (SattGrün)" entwickeln Wissenschaftler des Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung e. V., der Humboldt-Universität zu Berlin, dem Julius-Kühn-Institut Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen und des Deutscher Wetterdienstes zusammen mit den Wirtschaftsunternehmen FarmFacts GmbH und Vista Geowissenschaftliche Fernerkundung GmbH eine Entscheidungshilfe für das Grünlandmanagement.

Die Entscheidungshilfe basiert auf der Auswertung von Satellitendaten und Simulationsmodellen und soll die Landwirte hinsichtlich optimaler Mahdtermine, Düngung und Befahrbarkeit der Flächen unterstützen. Außerdem werden durch szenarienbasierte Simulationen die Folgen des Klimawandels und des Managements auf die Ertragsleistung, Futterqualität und Ökosystemdienstleistungen abgeschätzt und Strategien für eine nachhaltige und ressourcenschonende Grünlandwirtschaft erarbeitet.

Neben der webbasierten Entscheidungshilfe wird ein Grünlandschutzmaßnahmenkatalog und ein Atlas mit Vorzugsstandorten für Grünland in Deutschland entwickelt.

Weitere Informationen zum Projekt unter Verbundprojekt: Satellitengestützte Information zur Grünlandbewirtschaftung

Hintergrund

Mit der "Richtlinie über die Förderung von Innovationen für eine nachhaltige Grünlandwirtschaft" vom 30. Mai 2016 wurden Projektideen gesucht, die zum Erhalt und zur Nutzung des Grünlands beitragen und unter ökonomischen, ökologischen und sozialen Aspekten eine nachhaltige Grünlandwirtschaft fördern. Insgesamt wurden 27 Projektideen eingereicht, von denen fünf Ideen mit einer Gesamtfördersumme von etwa 3 Millionen Euro als förderwürdig eingestuft wurden.