Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung

Deutscher Allergiekongress 2017: Poster-Auszeichnung für BÖLN-Forschungsvorhaben

Mit finanzieller Unterstützung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) untersuchen Biotechnologen der Technischen Universität München das allergene Potential konventionell und ökologisch hergestellter Fruchtprodukte. Beim zwölften Deutschen Allergiekongress in Wiesbaden erzielte die Biochemikerin Elisabeth Kurze bei der Prämierung der E-Poster den zweiten Platz.

Mit ihrem Abscract "Bet v 1-homologe Allergene in Äpfeln, Erdbeeren, Pflaumen und Tomaten: Einfluss von Anbau und Verarbeitung der Lebensmittel auf den Allergengehalt" überzeugte sie die Jury, die aus 87 eingereichten Bewerbungen die besten Poster ausgewählt hatte.

Seit Mai 2015 promoviert Elisabeth Kurze an der Professur für Biotechnologie der Naturstoffe an der Technischen Universität München. Im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) untersucht die Forschergruppe um Prof. Dr. Wilfried Schwab, wie sich nachhaltige Anbauverfahren und verschiedene Verarbeitungstechniken (Herstellung von Erdbeermarmeladen, Apfelsäften, Trocknungsmethoden) auf den Allergengehalt ausgewählter pflanzlicher Lebensmittel auswirken.

Im Visier der Forscher sind dabei Äpfel, Erdbeeren, Pflaumen und Tomaten. Deren Inhaltsstoffe gelten als Hauptauslöser von pollenverwandten Nahrungsmittelallergien, da sie dem Birkenpollenallergen Bet v 1 von ihrer chemischen Struktur her ähneln.

Allergene: Lebensmittelverarbeitung wichtiger als Anbauweise

Mit der Methode des indirekten kompetitiven ELISA (enzyme linked immunosorbent assay) gelang es Elisabeth Kurze, die Bet v 1-homologen Allergene Sola l 4 aus Tomaten sowie das Erdbeerallergen Fra a 1 in rohen und verarbeiteten Produkten nachzuweisen und zu quantifizieren. Bei ihren Analysen zeigte sich ein eindeutiger Zusammenhang zwischen der Fruchtsorte und dem Allergengehalt der untersuchten Tomaten- und Erdbeersorten. So variierte bei rohen Tomaten der Allergengehalt von 0,3 µg Sola l 4/Gramm Frischgewicht für die Sorte Rhianna bis 1,7 µg Sola l 4/Gramm Frischgewicht für die Sorte Farbini.

Über alle Proben hinweg waren niedrigere Allergengehalte der Bet v 1-verwandten Allergene bei Hitzeeinwirkung nachweisbar. Das spricht aus Sicht der Wissenschaftlerin dafür, dass die Verarbeitung der Lebensmittel einen weitaus größeren Effekt auf das Vorkommen der Allergie auslösenden Inhaltsstoffe hat als die Anbauweise der verarbeiteten Rohstoffe.

Hintergrund

Die offizielle Bezeichnung des BÖLN-Forschungsvorhabens lautet: "Konfitüren, Säfte und Trocknung biologisch angebauter Lebensmittel: Was geschieht mit Allergenen während der Verarbeitung?" Das Forschungsvorhaben wird durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) gefördert. Weitere Informationen gibt es unter http://orgprints.org/28935/ und http://orgprints.org/31827/.

Pressekontakt

Elmar Seck
Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)
Bundesprogramm Ökologischer Landbau und
andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN)
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Erscheinungsdatum: 16.10.2017