Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung

Ein Mann kontrolliert Getreidepflanzen Kontrolle der Getreidepflanzen Quelle: Countrypixel - stock.adobe.com

Frühindikatoren zur Erkennung von Nitratfrachten: Messprogramm gestartet

Das Julius Kühn-Institut hat im Rahmen eines Demonstrationsvorhabens ein Frühindikatorsystem zur frühzeitigen Quantifizierung von Nitratfrachten im Boden entwickelt.

Nach Angaben des nationalen Nitratberichts 2016 werden an rund 28 Prozent der deutschen Grundwassermessstellen im EU-Messnetz die zulässigen Nitratkonzentrationen überschritten. Obwohl die Stickstoffsalden tendenziell rückläufig sind, dauert es lange, bis Messwerte an den Grundwassermesspunkten diese positive Tendenz abbilden können. Der Grund dafür liegt in den langen Fließzeiten des Sickerwassers von mehreren Jahren. Sie führen dazu, dass sich Änderungen der Bewirtschaftung nicht umgehend in sinkenden Nitratgehalten in den Grundwassermessbrunnen niederschlagen.

Ein über den Projektträger BLE gefördertes und durch das Julius Kühn-Institut (JKI) koordiniertes Demonstrationsvorhaben soll nun Klarheit bringen, wie sich die Vorgaben aus der Novelle der Düngeverordnung auf die Nitratfrachten auswirken. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) finanziert das Vorhaben bis Ende 2019 mit 3,4 Millionen Euro.

Einheitliches Messprogramm in fünf Bundesländern

Mit der Umsetzung der neuen Vorgaben ist mit einer deutlichen Effizienzsteigerung bei der Düngung zu rechnen. Die langfristig zu erwartenden Auswirkungen eines geänderten Düngeverhaltens auf die Belastung des Grundwassers sind der Kern des Vorhabens. Entwickelt wird ein Frühindikatorsystem, mit dem zu erwartende Nitratfrachten möglichst genau abgeschätzt werden können. Auswirkungen der neuen Düngeverordnung in der Praxis und Ergebnisse von Bewirtschaftungsänderungen sollen so auf Praxisbetrieben zeitnah sichtbar gemacht werden.

Am 1. Juli 20017 war der Start des Vorhabens. Im ersten Projektjahr wurden die Modellregionen in fünf Bundesländern eingerichtet. In zwei Regionen nehmen sechs, in drei Regionen zwölf Betriebe teil. Diese hatten den Schwerpunkt Ackerbau, zum Teil mit Nutztierhaltung, Anteilen an Grünland und in einem Fall sogar einer angeschlossenen Biogasanlage.

Ermöglichung einer einheitlichen Nitratberichterstattung

Im August 2017 mit der Gerstenernte hat nun das eigentliche Messprogramm begonnen. Für die Betriebe werden Stickstoff-Bilanzen auf unterschiedlichen Ebenen erstellt. Auf insgesamt 576 Testschlägen wird die Stickstoff-Dynamik, teilweise bis in 3 Meter Bodentiefe, analysiert. So werden Zusammenhänge zwischen Stickstoff-Düngung, Stickstoff-Bilanzierung, Stickstoff-Dynamik im Boden und den daraus resultierenden unerwünschten Verlagerungen ins Grundwasser korrekt erfasst und zu einem Frühindikatorsystem zusammengeführt.

Besonders großer Wert wird auf die Praxistauglichkeit des Indikatorsystems gelegt, denn langfristig soll dieses in die Monitoringverfahren der Länder integriert werden, um eine einheitliche Nitratberichterstattung zu ermöglichen.