Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung

Häufig gestellte Fragen (FAQS – frequently asked questions)

1. Welche Produkte fallen unter die EU-Holzhandelsverordnung?

2. Welche Produkte sind derzeit von der Anwendung der EU-Holzhandelsverordnung ausgenommen?

3. Ich habe Holzprodukte vor dem 3. März 2013 aus einem Drittland bezogen und eingelagert. Diese Waren werde ich aber erst jetzt verkaufen. Muss ich eine Sorgfaltspflichtregelung anwenden?

  • Nein. Holz und Holzerzeugnisse, die vor dem 03. März 2013 geliefert wurden, fallen nicht unter die Verordnung. Wichtig ist, dass die Lagerbestände von der neuen, nach dem 03. März 2013 gelieferten, Ware klar zu unterscheiden sind.

4. Ich importiere nachweislich FSC oder PEFC zertifizierte Produkte (Nachweis auf der Rechnung des direkt letzten Lieferanten mit vollständiger jeweiliger Deklaration). Muss ich eine Sorgfaltspflichtregelung anwenden?

  • Ja, eine Sorgfaltspflichtregelung ist anzuwenden. Die Zertifizierung kann dabei jedoch zu einer wesentlichen Vereinfachung führen.

    1. Der Marktteilnehmer muss zur Erfüllung seiner Sorgfaltspflicht über alle der in Artikel 6 Abs. 1a) der EUTR geforderten Informationen verfügen.
      Artikel 6 Abs. 1a) Spiegelstrich 6 kann mit der Rechnung des direkten letzten Lieferanten und Nachweis über ein gültiges Zertifikat zum Zeitpunkt des Inverkehrbringens belegt werden.
    2. Eine Risikobewertung mit Hinweis auf die vorliegende Zertifizierung und Ergebnis gemäß Art. 6 Abs. 1b) ist vorzunehmen. Dabei sind die in Artikel 4 der Durchführungsverordnung (EU) Nr. 607/2012 der Kommission genannten Kriterien zu beachten. Wenn die Risikobewertung zum Ergebnis "vernachlässigbares Risiko" kommt, ist eine Risikominderung nicht erforderlich.
  • Aber: Liegen lediglich Nachweise über zertifizierte Produkte von anderen Unternehmen der Lieferkette vor, die nicht der direkt letzte Lieferant sind, kann die o.g. Zertifizierung als eine Minderungsmaßnahme betrachtet werden. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass eine Minderungsmaßnahme auf das entsprechend ermittelte Risiko bezogen sein muss, um ein Risiko minimieren zu können.
    Die Angaben nach Artikel 6 Abs. 1a) müssen vollumfänglich vorliegen und eine umfassende Risikobewertung nach Artikel 6 Abs. 1b) muss erstellt sein.

5. Ich importiere Holzprodukte aus Indien. Welchen Stellenwert kann ich einer VRIKSH-Zertifizierung beimessen?

Das indische Zertifizierungssystem VRIKSH wurde durch den Export Promotion Council for Handicrafts (EPCH) [Exportförderungsverband] auf Nachfrage der indischen Möbelindustrie erstellt und eingeführt. Mit diesem Zertifizierungssystem soll in Indien ein Markt für zertifiziertes Holz geschaffen werden, um sicher zu stellen, dass kein illegal geschlagenes Holz in die Lieferkette der Holzerzeugnisse gelangt. Der Zertifizierungsstandard (VRIKSH ”TIMBER LEGALITY ASSESSMENT AND VERIFICATION STANDARD- INDIA“) ist auf der folgenden Internetseite zu finden: http://vrikshindia.in/index.php/user/index

Mit einer VRIKSH-Zertifizierung kann der Legalitätsnachweis nach § 6 Absatz 1 Strich 6 der Verordnung (EU) Nr. 995/2010 nicht erbracht werden. Die Zertifizierung stellt nach bisheriger Kenntnis der BLE dennoch eine wichtige risikomindernde Maßnahme dar.

Eine Datenbank der VRIKSH zertifizierten Unternehmen ist auf der o. g. Internetseite zu finden. In dieser Datenbank kann die Echtheit des Händlerzertifikates überprüft werden. Die Suche ist mit Codenummer, Lizenznummer oder auch mit Firmennamen möglich.

Als tatsächlicher Nachweis muss neben einem gültigen VRIKSH-Zertifikat eine korrekte Rechnung, auf der der Inhaber des Zertifikats, die Zertifikatsnummer sowie ein Bezug zur Lieferung (Rechnungsnummer o. ä.) angegeben ist, vorliegen. Andernfalls kann die Ware nicht als zertifiziert betrachtet werden.

6. Muss ich eine Sorgfaltspflichtregelung anwenden, wenn ich Waren von einem Geschäftspartner in der EU beziehe?

  • Nein. Sie sind Händler, da Sie Produkte beziehen, die bereits auf dem Binnenmarkt in den Verkehr gebracht wurden. Als Händler müssen Sie Aufzeichnungen über Ihre Lieferanten und Abnehmer führen und diese 5 Jahre aufbewahren.

7. Muss ich für Holzimporte aus der Schweiz auch eine Sorgfaltspflichtregelung anwenden?

  • JA. Wenn Sie über Informationen verfügen, dass die Holzprodukte ausschließlich aus Schweizer Wäldern stammen, stellt dies allerdings ein vernachlässigbares Risiko dar. Es reicht aus, die entsprechenden Informationen zu dokumentieren und eine Risikobewertung durchzuführen.

8. Wenn ich Wiedergewinnungsprodukte aus Drittländern importiere, fallen diese unter die EU-Holzhandelsverordnung?

  • Nein. Wenn die darin enthaltenen Bestandteile aus gebrauchtem Holz und/oder gebrauchten Holzerzeugnissen stammen, die das Ende ihres Lebenszyklus erreicht haben und andernfalls als Abfall entsorgt würden (z.B. Holzmöbel aus demontierten Gebäuden oder Produkte aus recycelten Altpapier). Solche Produkte sind vom Geltungsbereich der Verordnung ausgenommen. Erforderlich ist jedoch eine Dokumentation, dass es sich um aus Recyclingmaterial gewonnene Produkte handelt. Als Abfall im Sinne von Artikel 3 (1) der Richtlinie 2008/98/EG wird definiert „Abfälle“ alle Stoffe oder Gegenstände, deren sich der Besitzer entledigen will oder muss“.

9. Ich importiere Artikel aus Papier und Pappe des Kapitels 48 aus China. Ein Teil der Produkte besteht sowohl aus Recycling- als auch aus Neuware (virgin material). Muss ich für diese Mischprodukte eine Sorgfaltspflichtregelung anwenden, da doch Wiedergewinnungsprodukte (Abfälle und Ausschuss) nicht der EU-Holzhandelsverordnung unterliegen?

  • Ja. Besteht ein Produkt sowohl aus recyceltem Altpapier als auch aus Neuware (virgin material), so hat der Marktteilnehmer für den in dem Produkt enthaltenen Anteil Neuware Informationen über die Holzart, die Herkunft und deren Legalität bereit zu stellen sowie eine Risikobewertung durchzuführen.

10. Ich bin Waldbesitzer und biete Holz auf dem Stock zum Verkauf an. Bin ich Marktteilnehmer und muss eine Sorgfaltspflichtregelung anwenden?

  • Nein. Marktteilnehmer ist der Käufer, der das Holz erntet.

11. Wenn ich Produkte mit einer CITES-Bescheinigung oder einer FLEGT-Genehmigung importiere, benötige ich außerdem eine Sorgfaltspflichtregelung für diese Lieferungen?

  • Nein. Holz und Holzerzeugnisse mit einer FLEGT-Genehmigung oder CITES-Bescheinigung gelten als legal geschlagen im Sinne der EU-Holzhandelsverordnung. Auf solche Lieferungen muss keine Sorgfaltspflichtregelung angewandt werden. Es ist jedoch eine Zuordnung dieser verpflichtenden Legalitätsnachweise zu den einzelnen Lieferungen zu gewährleisten.

12. Welche Überwachungsorganisationen bieten in Deutschland ihre Dienstleistung an?

Die EU-Kommission hat bislang mehrere Überwachungsorganisationen für die EU-Holzhandelsverordnung zugelassen. Die Überwachungsorganisationen, die ihre Dienste auch in Deutschland anbieten, finden Sie unter http://ec.europa.eu/environment/forests/timber_regulation.htm in der Spalte "Functions in" der Tabelle.

13. Welche Holzprodukte unterliegen dem FLEGT-Genehmigungssystem?

  • Holzprodukte, die unter das FLEGT-Genehmigungssystem fallen, sind in den Anhängen zu den jeweiligen Partnerschaftsabkommen aufgeführt.