Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung

Einführung in die MVO

Anfang Dezember 2011 trat die geänderte Marktordnungswaren-Meldeverordnung (MVO) in Kraft. Damit änderten sich die Meldeverfahren in den Bereichen Milch- und Fettwirtschaft sowie beim Getreide

Fettwirtschaft

Kleinere Ölmühlen mit einer jährlichen Verarbeitung von bis zu 1.000 Tonnen Ölsaaten sind seit Januar 2012 von der Meldepflicht befreit. Sollten die gemeldeten Jahresverarbeitungsmengen für das Kalenderjahr 2011 unter 1.000 Tonnen Ölsaaten liegen, werden die Betroffenen automatisch über die Befreiung informiert.

Nur noch einmal im Jahr müssen melden:

  • Raffinerien, Härtungsbetrieben und Herstellern von Fischöl mit einer Jahresproduktion bis zu 1.000 Tonnen Ölen und Fetten,
  • Hersteller von Margarineerzeugnissen, -zubereitungen, Speisefett und Speiseöl mit einer Jahresproduktion bis zu 1.000 Tonnen,
  • Hersteller von Mischfetterzeugnissen und Zubereitungen von Mischfetterzeugnissen mit einer Jahresproduktion bis zu 1.000 Tonnen und
  • alle Talgschmelzen und Schmalzsiedereien.

Seit Januar 2012 ist für jeden einzelnen Betrieb eines Unternehmens extra zu melden. Weitere Details entnehmen Sie bitte den Erläuterungen zur Fettwirtschaft.

Milchwirtschaft

Der Begriff "Molkerei" wurde neu definiert: "Unternehmen, die im Durchschnitt eines Jahres täglich mindestens 3.000 Liter Milch zur Herstellung von Erzeugnissen verarbeiten oder nach einer Wärmebehandlung zur weiteren Be- oder Verarbeitung an andere Unternehmen abgeben (...)". Damit sind kleine Molkereien seit Januar 2012 von der Meldepflicht befreit.

Kleine Hersteller von Mischfetterzeugnissen und Zubereitungen von Mischfetterzeugnissen mit einer Jahresproduktion von bis zu 1.000 Tonnen geben seit 2012 eine Jahresmeldung ab.

Seit Januar 2012 ist für jeden einzelnen Betrieb eines Unternehmens extra zu melden.

Weitere Änderungen für die Milchwirtschaft:

  • Die Vorabmeldung, auch Schnellmeldung genannt, entfällt.
  • Die Angaben zur Milchanlieferung werden zukünftig nach Tierarten untergliedert.
  • Die Angabe der Milchherkunft richtet sich jetzt nach dem Standort der Milcherzeugung. Anzugeben ist der Kreis, in dem der Stall steht. Wenn Sie diese Angabe nicht machen können, dann geben Sie ersatzweise den Kreis an, in dem sich der Sitz des Erzeugers (ggf. Rechnungsadresse) befindet.
  • Die Aufspaltung der Angaben nach Bundesland, in dem die Milch erzeugt wurde, die Trennung nach Tierarten sowie die Unterscheidung zwischen konventioneller Milch und Milch aus ökologischer Produktion erleichtern die Berechnung konkreter Preise.
  • Bei Schaf- und Ziegenmilch sowie Büffelmilch sind zukünftig weder Preiszu- noch -abschläge auszuweisen. Für diese Tierarten entfallen auch die Angaben für Nettofett- und Nettoeiweißwert.
  • Bei Milcheiweißerzeugnissen wird zukünftig nach dem Ursprung der eingekauften Erzeugnisse, nach deren Verwendung und dem sonstigen Abgang dieser Erzeugnisse gefragt.
  • Seit dem Meldemonat Dezember 2012 ist bei der hergestellten Konsummilch sowie den Milcherzeugnissen der Eiweißgehalt anzugeben.

Weitere Details entnehmen Sie bitte den Dokumenten Erläuterungen zu den Meldungen der Milchwirtschaft  (PDF, 271 KB, Nicht barrierefrei), Hilfetexte Milchwirtschaft  (PDF, 841 KB, Nicht barrierefrei) und Meldepflichtiger Warenstrom (PDF, 64 KB, Nicht barrierefrei).

Getreide

Hintergrund

In der EU werden die Märkte wichtiger Agrarrohstoffe (Marktordnungswaren) beobachtet und gegebenenfalls reguliert. Die rechtlichen Voraussetzungen zur Erhebung der nötigen Daten wurde in Deutschland mit der Verabschiedung des Gesetzes über Meldungen über Marktordnungswaren (MarktONOG) und der zugehörigen Verordnung geschaffen. Ziel war und ist die Erfassung der Bestände und die Verarbeitung für unterschiedliche Nutzungen dieser Waren außerhalb der Landwirtschaft aktuell zu ermitteln. Mit der Änderung des MarktONOG in der Neufassung vom 26.11.2008 wurde die Durchführung der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) übertragen. In einem nächsten Schritt wurde die Marktordnungswaren-Meldeverordnung modernisiert, um dem Wandel, der in den letzten Jahrzehnte im Markt und bei den Produkten stattfand, Rechnung zu tragen. Zudem wurde mit der Änderung der Verordnung der bürokratische Aufwand für Unternehmen und Verwaltung verringert.

Die wesentlichen Änderungen

Die offensichtlichste Änderung besteht im Wegfall der Berichtsformulare. Papier- und Excel-Tabellen werden durch eine Online-Erfassung ersetzt, bei der Meldemasken nach den vom jeweiligen Betrieb zu meldenden Tatbeständen individuell eingerichtet werden. Alternativ können die Daten über eine Datenschnittstelle direkt übermittelt werden.

Bei Getreide, seinen Nebenerzeugnissen und Futtermitteln werden alle zu einem Betrieb gehörenden Aktivitäten wie Verarbeitung, Herstellung und Handel in einer Meldung zusammengefasst. Damit stellt sich beim Verkauf eines größeren Teils des Getreides nicht mehr die Frage, ob der Betrieb als Händler melden muss, weil die Zuordnung einer betrieblichen Aktivität zu einer Betriebsart und damit zu einem Formular entfallen ist.

Inhaltlich bedeutet der Wechsel von einer besitz- zu einer eigentumsbezogenen Betrachtung einen entscheidenden Wandel. Bestände, Zugang und Abgang ergeben sich damit zukünftig aus der Buchhaltung. Für Unternehmen, die ausschließlich mit Markordnungswaren aus dem Bereich Getreide handeln, bringt die neue Verordnung weitere Erleichterungen: zusammengefasste Meldung je Bundesland, keine Meldung der Zugänge von anderen inländischen Unternehmen außerhalb der Landwirtschaft und reduzierte Bestandsmeldungen.

Weitere Erläuterungen finden Sie in dem Beitrag Die neue Marktordnungswaren-Meldeverordnung (MVO) im Bereich Getreide. Hier wird auch der Aufbau des Datenmodels an Hand von Beispielen erläutert.

Zuckerwirtschaft

Monatliche Meldungen müssen folgende Unternehmen abgeben:

  • Unternehmen, die Zucker herstellen, ab einer jährlichen Herstellungsmenge, die 1.000 Tonnen Weißzuckerwert entspricht. Sie melden für die Zeit der Rübenverarbeitung den Zu- und Abgang von Rüben und die daraus hergestellten Erzeugnisse, darüber hinaus in allen Monaten Bestände, Zu- und Abgänge von Zucker und Nebenerzeugnissen.
  • Unternehmen, die mit Zucker handeln, sofern ihr jährlicher Bezug 1.000 t und mehr Zucker beträgt. Sie melden Bestände sowie Zu- und Abgänge von Zucker.

Unternehmen mit mehreren Betrieben haben für jeden Betrieb (Zuckerfabrik) gesondert zu melden.

Weitere Details entnehmen Sie bitte den Erläuterungen zur Zuckerwirtschaft und den (in der MVO-online-Meldemaske für jedes Meldefeld hinterlegten) Hilfetexten.

Wenn Sie noch Fragen haben, wenden Sie sich bitte an das zuständige Referat 423.