Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung

Eiweißpflanzenstrategie

Die Geschäftsstelle Eiweißpflanzenstrategie ist bei der BLE angesiedelt und dort zuständig für die Koordination und Umsetzung der Eiweißpflanzenstrategie des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) in den Bereichen Forschung und Entwicklung, Etablierung von modellhaften Demonstrationsnetzwerken, Wissenstransfer und Beratung des BMEL.

Leguminosen und ihre Ökosystemleistungen sind ein wichtiger Baustein für eine nachhaltigere Landwirtschaft. Diese Pflanzen sind in der Lage, in Symbiose mit den Knöllchenbakterien, den sogenannten Rhizobien, Luftstickstoff zu binden und hochwertiges Eiweiß in der Pflanze zu erzeugen. Dieses Eiweiß kann sowohl für die menschliche Ernährung als auch für Tierfutter verwendet werden.

Zudem reichern die Leguminosen Nährstoffe im Boden an und verbessern die Bodenfruchtbarkeit. Somit leisten diese Kulturen einen besonderen Beitrag für eine umweltgerechte und ressourcenschonende Landbewirtschaftung. Leguminosen, das Wissen um ihren Anbau sowie die Verarbeitungs- und Verwendungsmöglichkeiten sollen für die Landwirtschaft erhalten und weiterentwickelt werden.

Deshalb hat das BMEL die Eiweißpflanzenstrategie entwickelt und am 21. Dezember 2012 veröffentlicht.

Im September 2015 haben die Vereinten Nationen die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung verabschiedet. Die Bundesregierung legt mit der Neuauflage der Nachhaltigkeitsstrategie am 11. Januar 2017 die aktuellen und umfassend überarbeiteten Ziele und Maßnahmen zur Erreichung dieser Ziele in allen Bereichen nachhaltiger Entwicklung in Deutschland fest. Die Eiweißpflanzenstrategie des BMEL leistet u.a. einen Beitrag zur Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie hinsichtlich der Förderung der nachhaltigen Landwirtschaft und der Sicherstellung nachhaltiger Konsum- und Produktionsmuster.

Mit dem Ziel, den Ökolandbau in Deutschland zu stärken und den Flächenanteil der ökologischen bewirtschafteten Landwirtschaftsfläche zu erhöhen, hat das BMEL die Zukunftsstrategie ökologischer Landbau (ZöL) im Frühjahr 2017 veröffentlicht. Die Eiweißpflanzenstrategie des BMEL dient u.a. zur Umsetzung dieser Strategie.

Von 2014 bis einschließlich 2017 sind für die Finanzierung der Eiweißpflanzenstrategie Fördergelder in Höhe von insgesamt 19 Millionen Euro zur Verfügung gestellt worden.

Im Frühjahr 2017 hat das BMEL angekündigt sich dafür einzusetzen, dass der Anbau und die Verarbeitung von Eiweißpflanzen, wie Soja, Lupinen, Erbsen oder Klee, weiterhin mit 6 Millionen Euro jährlich unterstützt wird.

Das Ziel der BMEL-Eiweißpflanzenstrategie ist, den in den letzten zehn Jahren deutlich zurückgegangenen Leguminosenanbau in Deutschland zu fördern und die Anbaufläche auszudehnen. Dabei gilt es, Wettbewerbsnachteile heimischer Eiweißpflanzen zu vermindern, Forschungslücken zu schließen und erforderliche Maßnahmen zur Umsetzung in die Praxis durchzuführen. Es sollen sowohl das Angebot als auch die Nachfrage nach heimisch erzeugten Leguminosen gestärkt werden, dies gilt für den konventionellen und den ökologischen Anbau.

Konkrete Umsetzung der Eiweißpflanzenstrategie

Die BMEL-Strategie wird von der Geschäftsstelle Eiweißpflanzenstrategie in der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung koordiniert und umgesetzt. Im Mittelpunkt von modellhaften Demonstrationsnetzwerken stehen der Wissenstransfer, die Intensivierung der Beratung und der Aufbau von Wertschöpfungsketten. Mit Forschungs- und Entwicklungsvorhaben sollen Innovationen erzeugt und Impulse für einen ökonomisch erfolgreichen Anbau von Leguminosen und deren Verwertung gegeben werden. Zu den Aufgaben der Geschäftsstelle zählt auch die Abstimmung der Aktivitäten zwischen Bund und Bundesländer und die Beratung des BMEL.

Das modellhafte Demonstrationsnetzwerk für Soja arbeitet seit September 2013. Über 100 konventionelle und ökologische Betriebe haben sich deutschlandweit in dem Netzwerk zusammengefunden. Seit Beginn wurden bundesweit zahlreiche Veranstaltungen für Landwirte, Berater und Unternehmen durchgeführt. Die Feldtage und Seminare fanden große Resonanz. Weitere Informationen erhalten Sie unter www.sojafoerderring.de.

Das modellhafte Demonstrationsnetzwerk für Lupine läuft seit Oktober 2014. Hier wird ein bundesweites Netzwerk von circa 50 konventionellen und ökologischen Betrieben aufgebaut. Daneben sollen modellhafte Wertschöpfungsketten mit den beispielhaften Verwertungsmöglichkeiten bei Geflügel und Mastschweinen, in der Milcherzeugung, in der Saatguterzeugung sowie im Bereich der Humanernährung entwickelt und demonstriert werden. Weitere Informationen stehen unter www.lupinen-netzwerk.de zur Verfügung.

Das modellhafte Demonstrationsnetzwerk zu Erbse und Bohne ist im Frühjahr 2016 gestartet. Ziel dieses Netzwerks ist es, den Anbau und die Verarbeitung von Erbsen und Bohnen in Deutschland auszuweiten und zu verbessern. In das Netzwerk werden bundesweit rund 75 ökologisch und konventionell wirtschaftende Betriebe eingebunden. Nähere Informationen sind unter www.demoneterbo.agrarpraxisforschung.de abrufbar.

Flankierend zu den modellhaften Demonstrationsnetzwerken werden Forschungs- und Entwicklungsvorhaben auf den Weg gebracht. Die Forschungsvorhaben zu Soja und Lupine sind im Herbst 2014 sowie zu Vegetationsbeginn Anfang 2015 gestartet. Die begleitenden Forschungsvorhaben zu Erbsen und Bohnen folgten in 2016 und 2017. Die Projekte fokussieren auf die züchterische Verbesserung der agronomischen Eigenschaften, die Pflanzengesundheit, die Ökosystemleistung, die Verarbeitung zu Futter- und Lebensmitteln, die Optimierung des Anbaus und die verbesserte Jugendentwicklung sowie auf den Aufbau eines Dialogprozesses mit allen Akteuren der Wertschöpfungskette für Eiweißfuttermittel. In den Kurzfassungen zu Vorhaben der Eiweißpflanzenstrategie finden Sie nähere Informationen zu den Projekten in kompakter Form.

Weiterführende Informationen zu allen Forschungsaktivitäten im Rahmen der Eiweißpflanzenstrategie können in der Suchmaske auf der Seite Forschungsförderung recherchiert werden.

Aktuelle Bekanntmachung für feinsamige Leguminosen

Die Bekanntmachung über die Durchführung eines modellhaften Demonstrationsnetzwerks sowie von Forschungs- und Entwicklungsvorhaben (FuE-Vorhaben) zur "Ausweitung und Verbesserung des Anbaus und der Verwertung von feinsamigen Leguminosen in Deutschland" wurde am 03. November 2017 veröffentlicht. Bis zum 28. März 2018 können Skizzen eingereicht werden.

Die zu verwendende Projektskizzengliederung entnehmen Sie bitte dem "Leitfaden für Skizzeneinreicher".

Information zu geplanten Forschungs- und Entwicklungsbeihilfen

Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung informiert über beabsichtigte Forschungs- und Entwicklungsbeihilfen im Agrar- und Forstsektor.

Damit entspricht sie den Anforderungen gemäß Artikel 31 Buchstaben a bis e der Verordnung (EU) Nr. 702/2014 und für Fischerei und Aquakultur gemäß Artikel 30 Buchstaben a bis d der Verordnung (EU) Nr. 651/2014. Die Vorgabe aus Buchstabe a) wird mit der Tabelle in dem folgenden Dokument erfüllt. Angaben zu Buchstabe b) sind der in der 2. Spalte "Ziel des geförderten Vorhabens", zu Buchstabe c) in der 3. Spalte "voraussichtlicher Termin der Veröffentlichung der Ergebnisse" zu finden.

Übersicht über geförderte Vorhaben, die durchgeführt werden sollen  (PDF, 8 KB, Nicht barrierefrei)

Die Ergebnisse der in der Tabelle aufgeführten Vorhaben können nach Abschluss des Vorhabens in der Suchmaske auf der Seite Forschungsförderung unter Angabe des Förderkennzeichens recherchiert werden. Damit werden die Anforderungen von Buchstabe d) erfüllt.

Die Ergebnisse stehen allen in dem betreffenden land- oder forstwirtschaftlichen beziehungsweise in dem betreffenden fischerei- oder aquakulturwirtschaftlichen Sektor oder Teilsektor tätigen Unternehmen unentgeltlich zur Verfügung. Damit werden die Anforderungen von Buchstabe e) erfüllt.

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