Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung

Hornlose Kuh auf der Weide Quelle: BLE

Warum werden Kühe enthornt?

Noch vor 60 Jahren sah man fast nur Kühe mit Hörnern auf den Weiden stehen. Warum ist das heute anders?

Die meisten der in Deutschland vorkommenden Rinderrassen haben natürlicherweise Hörner. So sah man sie vor 60 Jahren noch auf der Weide stehen und auch heute gibt es noch Betriebe, die ihren Kühen die Hörner lassen. Bei den meisten Milchkühen werden die Hörner heute aber kurz nach der Geburt entfernt. Dies hat folgenden Grund: Anders als vor 60 Jahren werden heute viele Kühe in Laufställen gehalten, in denen sie frei umherlaufen können. Dies ist sehr viel tiergerechter als die frühere Anbindehaltung, birgt jedoch ein größeres Verletzungsrisiko für Mensch und Tier. Durch das Enthornen kann das Verletzungsrisiko in solchen Ställen erheblich reduziert werden.

Die Enthornung darf laut Tierschutzgesetz bei unter sechs Wochen alten Rindern ohne Betäubung erfolgen. Dabei sind aber schmerzmindernde Maßnahmen anzuwenden. Bei Ökorindern darf nur mit besonderer Genehmigung – die allerdings oft angewendet wird – enthornt werden. Beim Bioverband Demeter sowie beim Verband für tiergerechte und umweltschonende Nutztierhaltung Neuland ist das Enthornen generell verboten.

Züchten statt Enthornen

Um auf das Enthornen in Zukunft verzichten zu können, werden innerhalb vieler Rassen bereits hornlose Linien gezüchtet. Dies geschieht auch bei den Deutschen Holsteins, einer in Deutschland weit verbreiteten Milchviehrasse. Einige Rinderrassen sind von Natur aus bereits hornlos, wie zum Beispiel die Fleischrassen Angus und Galloway.

Das Bundeslandwirtschaftsministerium schätzt, dass in 10 bis 20 Jahren der überwiegende Teil der Milchviehpopulation genetisch hornlos sein wird.