Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung

Pferdegespann mit Pflug im Einsatz auf dem Feld Quelle: skmjdigital - Fotolia.com

Was ist ein "Morgen" in der Landwirtschaft?

Früher war der "Morgen" ein weit verbreitetes Flächenmaß in der Landwirtschaft. Woher kommt der Name?

Der "Morgen" ist ein altes Flächenmaß, das vor allem in der Landwirtschaft Gebrauch fand und heute noch findet. Ursprünglich war es die Fläche, die mit einem einscharigen Pferde- oder Ochsenpflug an einem Vormittag gepflügt werden konnte. Diese Größe wird von Region zu Region anders berechnet, liegt jedoch meist zwischen einem viertel und einem halben Hektar - ein Hektar entspricht in etwa der Größe von eineinhalb Fußballfeldern. In manchen Gegenden Deutschlands (v. a. Norddeutschland) waren aber auch größere Morgen gebräuchlich.

Im 20. Jahrhundert setzte sich dann der metrisierte Morgen des Norddeutschen Bundes von 2.500 m² (1/4 Hektar oder dreieinhalb Fußballfelder) durch. Offiziell wird der Morgen heute in der Landwirtschaft nicht mehr verwendet, sondern der Hektar. Viele alte und einige junge Bauern rechnen ihre Fläche aber auch heute noch in Morgen. Ein weiteres veraltetes landwirtschaftliches Flächenmaß ist das Ar, welches eine Flächengröße von 100 m² beschreibt.

Darüber hinaus gibt es noch eine ganze Reihe regionale Flächenmaße:

  • Tagewerk (2.500 bis 3.600 m²): Jene Fläche, die an einem Tag (von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang) mit einem Ochsenpflug bearbeitet werden konnte. Verwendung in Bayern und Baden.
  • Joch (3600 bis 4000 m²): Vorrangig in Süddeutschland und Österreich verwendet.
  • Diemat (5700 m²): In Ostfriesland gebräuchlich.

Autor: Jörg Planer, Meckenheim