Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung

Gelber Mähdrescher im Einsatz auf großem Getreidefeld Quelle: iStock / AVTG

Was leistet die heutige Landwirtschaft?

Ein Vergleich der heutigen Landwirtschaft mit der vor hundert Jahren macht deutlich: Landwirte werden immer produktiver, verdienen aber immer weniger an den Lebensmitteln.

Wie in vielen anderen Wirtschaftsbereichen hat auch in der Landwirtschaft die Produktivität innerhalb der letzten hundert Jahre stark zugenommen. Immer mehr Menschen können von einem Hektar Nutzfläche ernährt werden. Ein Beispiel: Der Ertrag für einen Hektar Weizen lag vor rund 100 Jahren bei gerade mal 1,85 Tonnen (= 1.850 kg), heute liegt der Weizenertrag bei rund 8,1 Tonnen (= 8.100 kg). Durch die starke Mechanisierung kann ein Landwirt heute etwa 157 Menschen ernähren, 1950 waren es dagegen nur 10 und 1900 gerade mal 4.

Die zunehmende Produktivität hat aber auch dazu geführt, dass immer weniger Menschen in der Landwirtschaft arbeiten. Noch zu Beginn des letzten Jahrhunderts verdienten 38 % aller deutschen Erwerbstätigen ihr Brot in der Landwirtschaft. 50 Jahre später waren es noch 24 % und Anfang des 21. Jahrhunderts nur noch 2 %.

Landwirte verdienen immer weniger an Lebensmitteln

Doch obwohl die Landwirte immer produktiver werden, verdienen sie immer weniger an den von ihnen produzierten Lebensmitteln. Von einem Euro, den der Verbraucher für Lebensmittel ausgibt, erhält der Landwirt heute nur noch etwa 23 Cent. Zum Vergleich: Anfang der 1970iger Jahre waren es noch rund 48 Cent und 1950 sogar noch ca. 63 Cent.

Wir bezahlen immer weniger für Lebensmittel

Insgesamt nimmt der Anteil der Verbraucherausgaben für Nahrungsmittel an den gesamten Konsumausgaben seit Jahren kontinuierlich ab. Heute geben wir in Deutschland weniger als 14 % unserer Konsumausgaben für Nahrungsmittel und Getränke aus. 1950 waren es noch 44 %.

Aufgeteilt in die verschiedenen Produktionssparten sieht das Bild aber sehr unterschiedlich aus. Bei Milch und Milcherzeugnissen beträgt der Anteil an den Nahrungsmittelausgaben der Verbraucher 42 %, bei Brotgetreide nur noch knapp 5 %.

Autor: Jörg Planer, Meckenheim