Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung

Hände halten lose Erde Quelle: Bits and Splits - Fotolia.com

Boden

12 Fragen und Antworten

Welche Bodenarten gibt es? Was tun Landwirte für den Schutz ihrer Böden?

Wussten Sie schon, dass...

... wir den Boden zum Leben brauchen?

Boden ist mehr als Schmutz unter unseren Füßen. Wie Luft, Licht und Wasser ist er elementare Grundlage für das Leben auf der Erde. Auf ihm gedeihen Pflanzen, von denen Menschen und Tiere leben. Deshalb ist Boden das wichtigste Gut für die Land- und Forstwirtschaft und den Gartenbau. Wir tun also gut daran, den Boden zu schützen. Denn er ist endlich und nicht künstlich herstellbar!

... der Boden Lebensraum für Millionen Kleinstlebewesen ist?

Der Boden lebt! Millionen von Tieren und Mikroorganismen wie Käfer, Regenwürmer, Pilze, Bakterien und Algen brauchen den Boden als Lebensraum. Würde man alle Lebewesen von nur einem Hektar Fläche Ackerland sammeln und wiegen, käme man auf ein Gewicht von 2.500 bis 5.000 Kilgramm. Besonders wichtig sind Regenwürmer für den Boden. Sie durchmischen die Erde und lockern sie auf, indem sie abgestorbenes Pflanzenmaterial fressen und ausscheiden. Ihre Ausscheidungen bilden zudem stabile Bodenkrümel, weil darin organische und mineralische Bodenteilchen verkittet sind. Ein solch stabiles Bodengefüge ist die Basis der Bodenfruchtbarkeit.

... der Boden unser Wasser filtert?

Nähr- und Schadstoffe in Regen und anderen Niederschlägen werden vom Boden gefiltert. Das Ergebnis ist sauberes Grundwasser. Damit ein Boden diese Filteraufgabe vollständig erfüllen kann, muss er intakt sein, das heißt, er darf nicht mit Schadstoffen vorbelastet sein. Andernfalls können Schadstoffe auch ins Grundwasser gelangen. Deshalb gehören beispielsweise Lackreste, Arzneimittel oder Altöl auf keinen Fall in den Abguss oder in die Toilette und sollten auch nicht wild entsorgt werden. Aus dem gleichen Grund ist es ratsam, das Auto nicht zu Hause zu waschen, sondern in einer Waschanlage. So vermeidet man, dass Schadstoffe ungereinigt in die Kanalisation fließen.

... die Böden in Deutschland zu den ertragreichsten der Erde gehören?

Die Böden in Deutschland und Mitteleuropa sind sehr fruchtbar. Landwirte ernten hier etwa dreimal so viele Lebensmittel auf der gleichen Fläche wie ihre Kollegen außerhalb Europas. Während im Jahr 2014 weltweit im Durchschnitt etwa 3,2 Tonnen pro Hektar geerntet wurden, lagen die Hektarerträge in Deutschland bei 8,7 Tonnen.

... aus 1.000 Gramm Weizenkörnern 25 Brötchen gebacken werden können?

Weizen ist für Menschen in vielen Ländern ein Grundnahrungsmittel. In Deutschland wird Weizen auf etwa 3,2 Millionen Hektar angebaut. Das entspricht einem Viertel der gesamten Ackerfläche. Weizen wächst am besten auf nährstoffreichen, tiefgründigen Lehm- und Lössböden. Leichte Böden sind dagegen weniger geeignet.
Im Jahr 2014 haben die deutschen Bauern ingesamt rund 27 Millionen Tonnen Weizen geerntet. Um diese Menge einordnen zu können hilft folgende kleine Rechnung: Aus 1.000 Gramm Weizenkörnern können etwa 25 Brötchen gebacken werden. Das heißt, auf einem Hektar wird so viel Weizen geerntet, dass man daraus ungefähr 220.000 Brötchen backen kann.

... täglich circa 74 Hektar fruchtbarer Boden verloren gehen?

Das entspricht etwa der Größe von 113 Fußballfeldern. Der Grund: Auf diesen Flächen entstehen Straßen, Häuser oder Gewerbegebiete. Seit 1992 sind dadurch in Deutschland etwa 820.000 Hektar landwirtschaftliche Fläche für immer verloren gegangen. Viele Gemeinden versuchen aber inzwischen, Baulücken besser zu nutzen und den Verbrauch wertvoller Flächen einzudämmen.

... Boden nicht gleich Boden ist?

Böden enthalten unterschiedlich große mineralische Teilchen, die je nach Größe in drei Kategorien eingeteilt werden: Sand (2,0 - 0,063 mm), Schluff (0,063 - 0,002 mm) und Ton (kleiner 0,002 mm). Aus den jeweiligen Anteilen von Sand, Schluff und Ton leitet man die Bodenart ab. Weil die mineralischen Teilchen im Boden immer in einer Mischung vorkommen, gibt es beispielsweise sandigen Ton oder schluffigen Sand. Eine Ausnahme ist die Bodenart Lehm. Lehm ist eine Mischform, die aus den drei Bodenarten Sand, Schluff und Ton besteht. Die Bodenart lässt sich, zumindest grob, ganz einfach bestimmen. Nehmen Sie dazu etwas Erde und verreiben Sie diese in der Hand:

  • Fühlt sich das Stück grob- bis feinkörnig, rau bzw. kratzend an und haftet es nicht in den Fingerrillen, dann ist es Sand.
  • Schluff ist samtig-mehlig, kaum bindig und haftet stark an den Fingerrillen.
  • Ist der Boden bindig-klebrig, gut formbar und bildet er glänzende Schmierflächen aus, handelt es sich um Ton.

... Böden sehr unterschiedlich sein können?

Je nach mineralischem Ausgangsgestein, Relief und Klima haben sich ganz unterschiedliche Böden gebildet. Die Böden Mitteleuropas sind etwa 12.000 Jahre alt und nach der letzten Eiszeit entstanden. Bis sich ein Zentimeter Lehmboden gebildet hat, vergehen mindestens 100 Jahre. Die meisten Böden entwickeln sich jedoch noch viel langsamer.

Allgemein unterteilt man Böden in verschiedene Bodentypen. Gleiche Bodentypen zeichnen sich durch bestimmte Abfolgen unterschiedlicher Schichten aus, sogenannter Bodenhorizonte. Weit verbreitete Bodentypen in Deutschland sind beispielweise Parabraunerde und Braunerde, Rendzina, Podsol, Schwarzerde, Kalkmarsch, Hoch und Niedermoor.

... es einen Boden des Jahres gibt?

Unter dem Titel "Boden des Jahres" wird jedes Jahr ein Boden hervorgehoben, der sich durch besondere Eigenschaften auszeichnet. In den vergangenen Jahren waren dies unter anderem Weinbergsboden, Braunerde, Plaggenesch und Kalkmarsch. 2017 ist Gartenboden - auch Hortisol genannt - der Boden des Jahres. Die Entscheidung treffen Vertreter der Deutschen Bodenkundlichen Gesellschaft, des Ingenieurtechnischen Verbandes für Altlastenmanagement und Flächerecycling e. V. und des Bundesverbandes Boden e. V. gemeinsam mit dem Umweltbundesamt.

Darüber hinaus hat die Internationale Bodenkundliche Union den 5. Dezember zum Weltbodentag erklärt. Damit soll auf die Bedeutung des Bodens als nicht vermehrbare Lebensgrundlage hingewiesen werden.

... der Boden maßgeblich den Geschmack von Wein beeinflusst?

Weinbau wird in sehr unterschiedlichen Regionen mit wechselndem Gesteinsgrund betrieben. Die Vielfalt an Böden hat größen Einfluss auf den Geschmack der Weine. So bilden Ton und Kalk die Basis für vollmundige Weine, während zum Beispiel Schiefer für mineralische Noten sorgt. Viele Winzer haben die Bedeutung dieses sogenannten Terroirs erkannt, das einem Wein seinen Charakter verleiht. Sie nutzen den Geschmack des Bodens inzwischen auch für ihr Weinbergmarketing.

... es ein Gesetz zum Schutz des Bodens gibt?

Im Bundes-Bodenschutzgesetz wurde im Jahr 1998 das Ziel festgelegt, die Funktionen des Boden nachhaltig zu sichern oder wiederherzustellen. Dazu gehört zum Beispiel, schädliche Bodenveränderungen zu sanieren. Zudem gilt es, Vorsorge gegen nachteilige Einwirkungen auf den Boden zu treffen.

Ein Grundsatz der "Guten fachlichen Praxis" der landwirtschaftlichen Bodennutzung ist die nachhaltige Sicherung der Bodenfruchtbarkeit und Leistungsfähigkeit des Bodens als natürliche Ressource.

... Landwirte viel für den Schutz ihrer wertvollen Böden tun?

Landwirte achten darauf, dass ihre Böden nicht durch Wasser oder Wind abgetragen werden (Bodenerosion). Der Anbau von Zwischenfrüchten wie Phacelia, Senf oder Ölrettich und die Einarbeitung von Pflanzenresten sorgen für gut durchlüftete, humusreiche Böden mit stabiler Bodenoberfläche. Durch Nutzung moderner Technik wie Breitreifen mit Reifendruckregelanlagen wird verhindert, dass Böden durch Schlepper und Maschinen zu stark verdichtet werden. Landwirte sind zudem verpflichtet, bei Anbau und Ernte der Pflanzen bestimmte Regeln zum Schutz des Bodens zu beachten. Diese Grundsätze der Guten fachlichen Praxis stehen im Bundes-Bodenschutzgesetz.

Broschüre "Der Schatz unter unseren Füßen"

Weitere Informationen zum Boden gibt es in der Pocket-Broschüre "Der Schatz unter unseren Füßen".