Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung

Obstplantage mit Hagelschutznetzen Quelle: BLE

Wofür sind die Netze über den Obstbäumen?

Heute werden immer mehr Obstplantagen mit riesigen Netzanlagen überspannt. Sie dienen hauptsächlich dem Hagelschutz.

Hagelschutznetze werden überwiegend im Obst- und Weinbau verwendet, da diese Kulturen besonders empfindlich auf Hagelschäden reagieren. Schon kleinste Beschädigungen an den Früchten führen dazu, dass diese nicht mehr als Frischobst, sondern nur noch für die schlechter bezahlte Saftherstellung verwendet werden können. Zudem schützen die Netze die Früchte vor "Sonnenbrand" und sie verringern den Schädlingsbefall.

Netze günstiger als Hagelschutzversicherung

Vor etwa 25 Jahren hat man erstmals damit begonnen, solche Netzsysteme im größeren Stil zu installieren; vor allem in den großen Obstbauregionen Deutschlands (z. B. Bodenseeregion). Seitdem nimmt die Fläche stetig zu, vor allem in den letzten Jahren. Dies hat folgenden Grund: Wie sich statistisch nachweisen lässt, hat die Häufigkeit – insbesondere aber die Intensität – der Hagelschäden in den vergangenen Jahren zugenommen. Dadurch sind auch die Beitragssätze, die die Landwirte für eine Hagelversicherung leisten müssen, gestiegen. So ist es heute für manch einen Landwirt billiger, eine Hagelschutznetzanlage zu installieren, als die Beiträge für die Versicherung zu bezahlen. Dabei ist zu beachten, dass eine Hagelschutzversicherung nur für den Ernteausfall des Hageljahres aufkommt, nicht aber für die Schäden an den Bäumen, die zusätzlich eventuell zu einem Minderertrag im Folgejahr führen.

Netzeinsatz: Von der Blüte bis zur Ernte

Aufgespannt werden die Hagelschutznetze in der Regel nach der Obstblüte und werden erst dann wieder entfernt, wenn die Früchte geerntet sind – in jedem Fall aber vor dem ersten Schnee.