Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung

Dämme aus Erde mit jungen Kartoffelpflanzen Quelle: Landpixel.de

Weshalb baut man Kartoffeln auf Dämmen an?

Kartoffeln werden fast immer in sogenannter Dammkultur angebaut. Warum ist das so und wie funktioniert eine Dammkultur?

Heute ist es üblich, Kartoffeln in Dammkultur anzubauen. Dabei wird nach dem Legen der Pflanzkartoffeln - man spricht bei Kartoffeln von "Legen" und nicht von Säen oder Pflanzen - die Erde mit Maschinen so über den Knollen angehäufelt, dass die für ein Kartoffelfeld typischen Dämme entstehen.

Es geht auch ohne – mit Damm geht´s aber besser

Kartoffeln würden zwar auch ohne das Anhäufeln von Dämmen wachsen. Die Dammkultur hat aber gegenüber dem Anbau auf Flachbeeten verschiedene Vorteile: Die Dammkultur erleichtert die Maschinenernte und die mechanische Unkrautregulierung. Außerdem erwärmt sich durch die Dammformung der Boden schneller. Dadurch kann der Landwirt schon früher im Jahr mit der Kartoffelkultur beginnen. Die Dämme regeln außerdem den Wasserhaushalt: Der Boden trocknet schneller ab, was sich besonders auf lehmigen, feuchten Böden günstig auswirkt. Auf Standorten, die zu Staunässe neigen, verhindert die Dammkultur, dass die Pflanzenwurzeln im Wasser stehen. Überdies wirkt sich der verbesserte Gasaustausch (Sauerstoff, Kohlendioxid etc.) positiv auf die Pflanzenwurzeln und die im Boden lebenden Mikroorganismen aus.

Auch andere Nutzpflanzen gedeihen gut auf Dämmen

Nicht nur Kartoffeln werden auf Dämmen angebaut. Die Dammkultur kennen die meisten auch vom Spargel. Versuche haben gezeigt, dass das Dammkulturverfahren aber auch bei anderen Kulturen wie Getreide, Zuckerrüben, oder Wurzelgemüse Vorteile bringt. In diesen Kulturen hat sich diese Anbaumethode aber in der Praxis (noch) nicht durchgesetzt.