Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung

Mit Eisschicht überzogener Obstbaum nach Frostschutzberegnung Frostschutzberegnung Quelle: BLE

Wie funktioniert Frostschutzberegnung?

Frost kann zu schweren Schäden im Obstbau führen. Landwirte mit einer Frostschutzberegnung sind klar im Vorteil...

Frost ist bei Obstbauern sehr gefürchtet. Insbesondere Spätfröste können zu schweren Ertragseinbußen führen. Viele Obstbauern verwenden daher eine Frostschutzberegnung. Sie kommt vor allem im Frühjahr während der Obstblüte zum Einsatz.

Der Trick mit der Physik

Bei der Frostschutzberegnung macht sich der Landwirt das physikalische Prinzip der Erstarrungswärme des Wassers zunutze. Bei einsetzendem Frost werden die Bäume oder Pflanzen über einen Regner mit feinen Wassertröpfchen besprüht. Das auf diese Weise fein verteilte Wasser bildet auf allen Pflanzenteilen eine dünne Eisschicht. Wichtig ist, dass vor allem die frostempfindlichen Blüten, Fruchtansätze und Knospen benetzt werden. Der physikalische Trick ist: Beim Gefrieren des Wassers wird Wärme frei, die unterhalb der Eisschicht dafür sorgt, dass die Temperatur über längere Zeit nicht unter den Gefrierpunkt sinkt. Auf diese Weise können die Pflanzen noch bei Lufttemperaturen bis minus 9 °C vor Frost geschützt werden.

Bewässern, solange es friert

Der Frostschutzeffekt der Beregnung ist jedoch an einige Bedingungen gekoppelt: Es darf nicht zu windig sein und die Anlage muss ununterbrochen bewässert werden. Andernfalls geht durch die Verdunstung wieder zu viel Wärme (als Verdunstungswärme) verloren. Die Beregnung muss also so lange fortgesetzt werden, bis das Eis morgens anfängt von den Pflanzen abzufallen. Bei intensiven Frösten kann es somit schon mal dazu kommen, dass eine Frostschutzberegnung bis zu 12 Stunden läuft, was einen hohen Wasserverbrauch mit sich bringt. Dennoch ist die Frostschutzberegnung bislang die wirksamste Methode, den Bestand vor starken Ernteausfällen zu schützen.