Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung

Mulchen einer Grünbrache mit Kamillenblüte im Vordergrund Quelle: landpixel.de

Was meint der Landwirt, wenn er von Brache spricht?

Etwas "brachliegen lassen" wird heute häufig synonym verwendet für "ungenutzt bleiben". Seinen Ursprung hat das Wort in der Landwirtschaft.

Mit Brache bezeichnet man in der Landwirtschaft eine Fläche, die eine gewisse Zeit nicht mit Kulturpflanzen bewirtschaftet wird – also ungenutzt bleibt. In diesem Zeitraum kann der teilweise sehr intensiv genutzte landwirtschaftlich Boden sich wieder regenerieren. Auf den Brachflächen wachsen nur Wildgräser und -kräuter, die nicht abgeerntet und vom Feld abtransportiert werden. Durch natürliche Ab- und Umbauprozesse reichert der Boden organische Substanz an. Die gesamte Brachephase verbessert die Struktur des Bodens und fördert die Nährstoffversorgung, was den später auf der Fläche angebauten Ackerkulturen wieder zugute kommt.

Heute gibt es Alternativen zur Brache

Früher – das heißt vor einigen Jahrhunderten – wurde die landwirtschaftliche Brache genutzt, um die Ertragsfähigkeit eines Ackers langfristig zu sichern. Eine Brache bedeutete aber auch immer einen Ertragsausfall von einem ganzen Jahr. Heutzutage stehen dem Landwirt Alternativen zur regenerativen Brache zur Verfügung. So zum Beispiel der Anbau von Leguminosen oder Hackfrüchten, vielgliedrige Fruchtfolgen oder der Anbau von Zwischenfrüchten, sodass die Brache heutzutage so gut wie nicht mehr angewendet wird.

In einigen, weniger fruchtbaren Regionen der Welt – vor allem in den Subtropen – wird das System der Brache aber auch heute noch angewandt. Die Böden sowie die ökologischen Rahmenbedingungen in diesen Regionen sind derart schlecht, dass sie ohne eine Regenerationszeit (Brache) so stark ausgelaugt würden, dass schon nach wenigen Jahren eine landwirtschaftliche Nutzung nicht mehr möglich wäre.

Autor: Jörg Planer, Meckenheim