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Zwei innovative Forschungsprojekte im Bereich Tierwohl gestartet

Für zwei Projekte in der Milchvieh- und in der Schweinehaltung erfolgte im Februar der Startsschuss durch eine feierliche Übergabe der Zuwendungsbescheide. In einem Vorhaben soll eine App zur Erkennung von behandlungsbedürftigen Milchkühen entwickelt werden; in dem anderen sollen Indikatoren zur Verbesserung des Tierwohls in der Schweinehaltung identifiziert werden.

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) fördert beide Projekte im Programm der Innovationsförderung. Die BLE betreut sie als Projektträger (ptble).

App für Milchkühe

Am 8. Februar hat der Parlamentarische Staatssekretär im BMEL, Peter Bleser, in Bonn die Zuwendungsbescheide für das Forschungsprojekt "Go-2-market eines prädiktiven Agrartools zur Identifikation behandlungsbedürftiger Milchkühe mittels Sensordaten - PaRADIgMa" überreicht.

Das dreijährige Forschungsvorhaben wird mit rund 577.000 Euro gefördert. An dem Projekt beteiligt sind neben dem Institut für Tierwissenschaften der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn die Firma 365FarmNet Group GmbH & Co. KG, die Firma GEA Farm Technologies GmbH sowie die Firma SAS Institute GmbH.

Ziel des Verbundprojektes ist die Entwicklung einer App, mit welcher unter Nutzung von Sensordaten und Algorithmen behandlungsbedürftige Milchkühe identifiziert werden können.

Tierwohlindikatoren in Schweinebeständen

In Hannover hat die Parlamentarische Staatssekretärin im BMEL, Dr. Maria Flachsbarth, am 9. Februar die Zuwendungsbescheide für das Forschungsvorhaben "Multivariate Bewertung des Tierwohls durch integrative Datenerfassung und Validierung von Tierwohlindikatoren in Schweinebeständen (MulTiVis)" übergeben. In diesem Projekt wird die aktuelle Situation des Tierwohls und der Tiergesundheit in Schweinebeständen beschrieben.

Es sollen neue Indikatoren im Bereich Tierwohl entwickelt und validiert werden.
Das Vorhaben wird von der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover, dem Verein zur Förderung der bäuerlichen Veredelungswirtschaft e.V., der Landwirtschaftskammer Niedersachsen und der Marketing Service Gerhardy bearbeitet. Das über 38 Monate laufende Projekt wird mit rund 700.000 Euro gefördert.

In dem Projekt sollen neue innovative Indikatoren in der Wertschöpfungskette Schwein entwickelt werden. Dazu werden bestehende Indikatoren validiert und anschließend neue Indikatoren berechnet. Es wird eine Handlungsempfehlung für die Fachberatung erstellt. Diese kann in Zukunft die Grundlage für ein nationales Monitoring legen, bei dem Tierwohl und Tiergesundheit im Bereich Schwein verbessert werden sollen.

Hintergrund

Eine wesentliche Voraussetzung für das Wohlbefinden sowie eine lange Nutzungsdauer von Milchkühen und Schweinen ist das Erkennen von Gesundheitsproblemen, um rechtzeitig geeignete Maßnahmen zu ergreifen beziehungsweise die Tiere behandeln zu können. Dafür müssen zum einen geeignete Indikatoren und zum anderen betriebsindividuelle Datenauswertungen zur Verfügung stehen.

Auf vielen Betrieben werden bereits große Mengen an (Sensor-) Daten erhoben, diese aber häufig nicht optimal genutzt. Ein Grund dafür ist, dass häufig keine Anpassung an die betriebseigenen Gegebenheiten möglich ist, so dass keine zuverlässige Erkennung kranker Tiere erfolgt. Im Projekt PaRaDigMa soll die neu zu entwickelnde App an die betrieblichen Gegebenheiten angepasste Auswertungen liefern und so die Tiergesundheit in Milchviehbetrieben nachhaltig zu verbessern.

MulTiVis will mit Hilfe von biologischen und ökonomischen Indikatoren Zusammenhänge zum Tierwohl und zu Krankheitssymptomen erstellen und gezielt Maßnahmen zur Verbesserung der Situation herbeiführen. Als Indikatoren werden messbare und quantifizierbare Größen ausgewählt, die eine Aussage über das Tierwohl in Schweinebeständen erlauben. Zwar existieren Vorschläge zur Nutzung von Tierwohlindikatoren, diese werden jedoch oftmals aufgrund von unterschiedlichen Praxissituationen und Ungenauigkeiten in der Berechnung nicht angewendet.

Erscheinungsdatum:  09.02.2017