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Erstes Vernetzungstreffen zu Mehrfunktionshäusern

Projektnehmer des Bundesprogramms Ländliche Entwicklung haben beim 10. Zukunftsforum Ländliche Entwicklung auf der Internationalen Grünen Woche 2017 in Berlin ihre Modell- und Demonstrationsvorhaben aus dem Förderbereich "Mehrfunktionshäuser" präsentiert.

Bundesweit werden 13 Modell- und Demonstrationsvorhaben zu Mehrfunktionshäusern vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) gefördert. Mehrfunktionshäuser bündeln zentrale Dienstleistungen wie Dorfladen, Post, Café, Beratungs- und Veranstaltungsraum oder Friseur unter einem Dach und sichern so die Nahversorgung und das soziale Leben in ländlichen Räumen.

Das Vernetzungstreffen hatte das in der BLE angesiedelte Kompetenzzentrum Ländliche Entwicklung organisiert. Die Projektnehmer berichteten von den besonderen Herausforderungen und Erfolgsfaktoren beim Aufbau und bei der Umsetzung von Mehrfunktionshäusern.

Das große Interesse der Vertreter an den Erfahrungen anderer Akteure zeigte, dass die Teilnehmer von dem Austausch erheblich profitieren. Deshalb bestand große Einigkeit, dass die Vernetzung in einer größeren Folgeveranstaltung fortgeführt werden soll. So können auch die Erkenntnisse aus den vom BMEL geförderten Mehrfunktionshäusern weiteren Nachfolgeprojekten und damit der Nahversorgung im ländlichen Raum zu Gute kommen.

Das Themenspektrum der präsentierten Modellprojekte war äußerst vielfältig:

  1. Miteinander.Deersheim! in Osterwieck-Deersheim (Sachsen-Anhalt) ist ein genossenschaftliches Nahversorgungszentrum, für das ein historischer Gutshof ausgebaut wurde. Darin sind Dorfladen, Cafe, Friseur, Mehrfachnutzungsraum und eine Markthalle untergebracht.
  2. Das "multiple Haus" in Thallwitz-Böhlitz (Sachsen) ist ein Pilotprojekt im regionalen Netzwerk "multipler Häuser" im Landkreis Leipzig. Flexibel einsetzbare Möbel ermöglichen je nach Bedarf verschiedene Nutzungen. Hierfür wurde ein ungenutztes Altgebäude in Böhlitz umgebaut und eingerichtet.
  3. Das ehrenamtlich betriebene alte Pfarrhaus Treffpunkt Pfarrhaus in Ziegendorf (Mecklenburg-Vorpommern) wurde umgebaut und bietet den Menschen vor Ort Bürgerbüro, Innovationsraum; Dorfzimmer, Poetenstube, Bibliothek, Cafe und Garten.
  4. Für das Kreativlabor in Lüchow (Niedersachsen) wurde das Alte Postamt neu belebt und als kreativer Ort mit Co-Working-Space, Unternehmerberatung, Kursen (z.B. zu Drucktechnik), Café, Werkstätten, Kinderbetreuung und für Veranstaltungen eingerichtet.
  5. Vom Klassenraum zum Regio-Laden: Für das Projekt LANDINKUBATOR in Letschin (Brandenburg) sollen in der ehemaligen Schule aus Klassenzimmern acht bis zehn Mietbüros entstehen, ergänzt durch einen Veranstaltungsraum und einen Regionalladen im alten Speiseraum.
  6. Im Projekt "Neue Dorfgemeinschaft" in der Gemeinde Heiligengrabe (Brandenburg) werden die Dorfgemeinschaftshäuser auf ihre Eignung als Mehrfunktionshäuser geprüft. In einem besonders geeigneten Ortsteil erfolgt dann eine pilothafte Umsetzung für zwei Jahre (Umbau, Herrichtung, Ausstattung). Zwei Dorfkümmerer fungieren als Dienstleistungs-Vermittler.
  7. Bei den "Vitalen Treffpunkten" in Birstein, Brachttal (Hessen) wird ein Verfahren zur sachbezogenen Vergleichbarkeit von Gemeinschaftseinrichtungen entwickelt und erprobt, um die zukunftsfähigen Einrichtungen der Gemeinden zu identifizieren. Workshops zur Zukunftsfähigkeit begleiten den Prozess, in zwei ausgewählten Beispielsgebäude wird die Umsetzung etabliert.
  8. In Wennigsen-Bredenbeck (Niedersachsen) wird eine ehemalige Scheune zu einem Integrativen Dorfgemeinschaftshaus umgebaut. Zentrale Elemente sind die Ortsteilarbeit (Quartiersmanagement, Seniorenservicebüro, Bücherkaffee, Jugendpflege), das Dorfgemeinschaftshaus (Sporthalle, Bühne, Proberaum, Lager, für 13 Vereine) und eine Gastronomie (auch für Veranstaltungen und Feiern).
  9. Für das Mehrfunktionshaus Spork (Ludgerushof) in Bocholt-Spork (Nordrhein-Westfalen) sind aus der ehemaligen Schule in Verbindung mit dem Neubau eines Seniorenwohnhofes mietbare Räume für die Dorfgemeinschaft entstanden: Sie beherbergen u.a. den Dorfverein, das Beratungs- und Infoangebot "Leben im Alter", ergänzt durch weitere, teils ehrenamtliche Angebote.
  10. In Ranis wurde eine leerstehende Marktimmobilie zum Marktzentrum Ranis (Thüringen) umgebaut. Hier ist ein Versorgungs-, Dienstleistungs- und Begegnungszentrum für Alt und Jung entstanden.
  11. Die Drehscheibe in Neuenkirchen (Niedersachsen) bringt mit dem "One-Stop-Shop"-Ansatz im leerstehenden Ladenlokal Menschen und Dienstleistungen zusammen: Dazu gehören Vermittlung professioneller Dienstleistungsangebote, Ergänzung des örtlichen Einzelhandels, Clearingstelle mit sozialer Beratung. Das Vorhaben wird in Kooperation zwischen Samtgemeinde und Caritasverband realisiert.
  12. Der Generationenbahnhof in Erlau (Sachsen) in einem alten denkmalgeschützten Bahnhof verbindet verschiedene Dienstleistungen und multifunktionale Räumlichkeiten, zum Beispiel für Seminare, Märkte und Kulturveranstaltungen. Die medizinischen Dienstleistungen sichern die Versorgung, insbesondere älterer Menschen.
  13. Aus dem Bereich Regionalität waren außerdem Teilnehmer der Modell- und Demonstrationsvorhaben Initiativencoaching aus Feuchtwangen (Bayern) und Regio.Dorf.Laden aus Friedberg (Hessen) vertreten.

Erscheinungsdatum:  01.02.2017