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Internationale Informations- und Wissensvermittlung

Unterstützung der Wissensaufbereitung und -verfügbarkeit und effiziente Forschungskoordinierung

Afrikanische Bauern und Wissenschaftler liefern Daten für ein Frühwarnsystem

Die Verfügbarkeit von Daten aus der Landwirtschaft ist eine wichtige Voraussetzung für die Planung geeigneter Maßnahmen zur Sicherung der Welternährung. Vor diesem Hintergrund entwickelt die BLE eine Internetplattform zur Erfassung, Berechnung und Darstellung landwirtschaftlicher Daten. Hierfür beantworten Wissenschaftler Fragen afrikanischer Kleinbauern, die im Gegenzug Daten ihrer Betriebe liefern.

Im Dialog mit Afrika: Es ist der Gedanke des Wissensaustausches und der Datenverfügbarkeit, der das Projekt des afrikanischen Frühwarnsystems zu einem vielversprechenden Ansatz macht.

System mit einfachen Mitteln

Die Landwirtschaft muss sich anpassen, um die Probleme zu bewältigen, die durch Ressourcenverknappung, Bevölkerungswachstum und Klimawandel hervorgerufen werden. Hierzu ist die zeitnahe Verfügbarkeit praxisrelevanter Daten und Informationen dringend erforderlich. Gerade in Afrika sind Daten zur Förderung des Verständnisses der Agrarsysteme und für die gezielte Information der unterschiedlichen Akteure des Agrarsektors häufig nicht verfügbar.

In Zukunft soll sich das ändern. Die BLE entwickelt derzeit ein Frühwarnsystem, welches Zielgruppen von der Dorfebene über die afrikanische Wissenschaft bis in die Politik anspricht. Es werden Daten verschiedener Statistikdienste aus der Marktbeobachtung (z.B. Preise) und Daten zur Agrarproduktion (Ernten, Klima etc.) veröffentlicht. Ebenfalls werden Daten über landwirtschaftliche Betriebe von Kleinbauern publiziert. Dazu stellen afrikanische Kleinbauern aus Ländern südlich der Sahara konkrete Fragen zu ihrer Produktion an Wissenschaftler. Um eine fundierte und kompetente Antwort zu erhalten, liefern die Bauern Daten ihres Betriebes mit und geben den Wissenschaftlern damit eine Grundlage für künftige Agrarforschung. Mit ihrer Antwort liefern die Wissenschaftler den afrikanischen Landwirten Hilfe für den alltäglichen Betriebsablauf und erfahren gleichzeitig viel über die Situation vor Ort. Die Aufbereitung und Analyse der Daten bietet den Forschern die Möglichkeit, drohende Krisen frühzeitig zu erkennen und notwendige Maßnahmen einzuleiten. Somit entsteht auf dem Dialog basierend ein Frühwarnsystem, das mit einfachen Mitteln große Wirkung erzielen soll. Ab Jahresende 2011 steht das System den Akteuren und auch der Allgemeinheit online zur Verfügung.

Datensicherung für die Zukunft

Um zu vermeiden, dass die mühsam erhobenen Daten nach Abschluss der Forschungsarbeiten verloren gehen, wird das Frühwarnsystem von der BLE so konzipiert, dass die Daten unterschiedlicher Forschungsvorhaben gebündelt, gesichert und damit für künftige Auswertungen erneut zur Verfügung gestellt werden können.

Projekt für die Welternährung

Die Markteinführung der Internetplattform erfolgt durch das Forum für Agrarforschung in Afrika (FARA). Sie dient als ein Beitrag zur Realisierung des Programmes zur Entwicklung der afrikanischen Landwirtschaft, CAADP – The Comprehensive Africa Agriculture Development Programme. Finanziert und unterstützt wird das Vorhaben durch das IT-Investitionsprogramm, das von der IT-Beauftragten der Bundesregierung koordiniert wird.

Das Projekt entspricht der zentralen Forderung in Punkt 10 der Erklärung des Welternährungsgipfels zur Ernährungssicherung 2009, an der das BMELV beteiligt war: Demnach sind die Zielregionen selbst gefordert, die Koordination von Interventionen zu übernehmen. Das CAADP der NEPAD, koordiniert durch FARA, ist hier als führende Institution genannt.

Zusätzlich wurde eine Forderung von Bundeskanzlerin Dr. Merkel im Bericht der Bundesregierung "Globale Ernährungssicherung durch nachhaltige Entwicklung und Agrarwirtschaft" aufgegriffen (G8-Gipfels Juli 2008 in Toyako Japan). In diesem hat die Bundesregierung unter anderem die Ziele der Optimierung von Frühwarnsystemen und der Intensivierung der Agrarforschung festgelegt.

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