Forschungs- und Entwicklungsvorhaben im Bereich des Bundesprogramms Ökologischer Landbau (BÖL)
Um Wissens- und Erfahrungslücken zu schließen und somit den deutschen Ökologischen Landbau zu fördern, hat das BMELV im Jahre 2001 das Bundesprogramm Ökologischer Landbau (BÖL) aufgelegt. Ein wichtiger Schwerpunkt des BÖL bildet die Forschungsförderung und die Verbreitung der Ergebnisse in die Praxis. Neben der Realisierung von Forschungs- und Entwicklungsvorhaben beinhaltet das BÖL zudem Maßnahmen zur Förderung der landwirtschaftlichen Produktion, der Erfassung, der Verarbeitung, der Vermarktung und des Handels sowie Maßnahmen zur Fortbildung und Information von Erzeugern und Verbrauchern.
Forschungs- und Entwicklungsvorhaben (FuE-Vorhaben)
Nach dem Start des Bundesprogramms Ende 2001/Anfang 2002 wurde in der BLE in kürzester Zeit die Geschäftsstelle "Bundesprogramm Ökologischer Landbau" aufgebaut. Im Rahmen des "Programms des BMELV zur Förderung von FuE-Vorhaben sowie von Maßnahmen zum Technologie- und Wissenstransfer im Ökologischen Landbau" wurden bisher über Ausschreibungen und Bekanntmachungen nahezu 400 praxisorientierte FuE-Vorhaben realisiert. Zudem beteiligt sich Deutschland an der transnationalen Ökolandbau-Forschung im Rahmen des ERA-NETS CORE Organic (Coordination of European Transnational Research in Organic Food and Farming). ERA-NET steht für European Research Area Network, einer Initiative der EU mit dem Ziel, Forschungsfördereinrichtungen der einzelnen EU-Staaten miteinander zu vernetzen. Bisher wurden 8 transnationale FuE-Vorhaben realisiert. Die deutschen Forschungsaktivitäten werden aus dem BÖL finanziert.
Bisherige Förderung
Trotz der anfangs begrenzten Laufzeit des Bundesprogramms bis Ende 2003 konnten in der 1. Förderphase des BÖL bereits 180 FuE-Vorhaben realisiert werden. Der Schwerpunkt lag auf Status-Quo-Analysen und Voruntersuchungen, um daraus weiteren Forschungs- und Handlungsbedarf ableiten zu können.
In der zweiten Förderphase des BÖL ab Anfang 2004 wurden gemeinsam mit maßgeblichen Akteuren aus Forschung, Praxis und Beratung neue Forschungsschwerpunkte erarbeitet und weitere Projektvorschläge eingeworben. Daraus resultierten rund 130 neue FuE-Vorhaben in allen Bereichen entlang der ökologischen Wertschöpfungskette. Bei der Projektauswahl wurde neben der notwendigen Priorisierung nach thematischer Relevanz und der Praxisnähe ein besonderer Wert auf eine ausgewogene Einbindung von Wissenschaftlern, Beratern, und Praktikern gelegt. Eine Vielzahl von Verbundvorhaben unter Beteiligung mehrerer Forschungseinrichtungen sowie themenbezogene Netzwerkprojekte, in denen viele Akteure des Ökolandbaus aktiv mitarbeiteten, wurden realisiert.
Förderung ab 2007
Im August 2006 wurde basierend auf den bisher erzielten Ergebnissen und einer breit angelegten Themenfindung erneut eine Bekanntmachung für die Durchführung von FuE-Vorhaben im Bereich des BÖL veröffentlicht (Bekanntmachung Nr. 04/06/51 vom 17. August 2006). Im Fokus der Bekanntmachung stand die Aufforderung zur Einreichung von Projektskizzen für die Durchführung von thematischen FuE-Vorhaben sowie Vorhaben zur Forcierung des Wissenstransfers zwischen Forschung, Beratung und Praxis. Erstmals wurden zudem Interessenten aufgerufen, Projektskizzen zur Durchführung von interdisziplinären Forschungsvorhaben einzureichen. Der Ausgangspunkt für die Wahl interdisziplinärer Forschungsansätze war, dass die Landwirtschaft mit ihren meist mehr als einfachen Ursache-Folge-Beziehungen darauf angewiesen ist, nicht nur aus disziplinärer Sichtweise betrachtet zu werden. Dieses gilt insbesondere für den Ökologischen Landbau, da hier häufig offene Fragen durch systemische Lösungen beantwortet werden. Die drei interdisziplinären Förderschwerpunkte umfassen die Themenbereiche "Gesundheit und Leistung in der ökologischen Milchviehhaltung", "Gesundheit und Leistung in der ökologischen Haltung von Sauen und Ferkeln" und "Bodenfruchtbarkeit und Pflanzenernährung". Die interdisziplinären Projekte im "Tierbereich" wurden bereits im Sommer 2007 bewilligt. Der überwiegende Anteil der rund hundert thematischen FuE-Vorhaben der dritten Förderphase ist ebenfalls angelaufen.
FuE-Vorhaben im ERA-Net CORE Organic
Im EU-Projekt CORE Organic arbeitet Deutschland mit weiteren zehn europäischen Ländern zusammen, um Forschungsdefizite im Ökolandbau europaweit zu identifizieren und Forschungsschwerpunkte zu formulieren. Beteiligt sind neben Deutschland Dänemark, Finnland, die Niederlande, Österreich, Norwegen, Schweden, Italien, das Vereinigte Königreich, Frankreich und die Schweiz. Die BLE trägt zusammen mit dem BMELV die Verantwortung für den deutschen Part. Die Hauptziele des ERA-NET-Projektes CORE Organic beziehen sich auf die Verbesserung der grenzüberschreitenden Kommunikation zur Ökolandbauforschung, die Transnationalisierung der europäischen Forschungsaktivitäten zum Ökolandbau, die Identifizierung von Hindernissen zur fachlichen und administrativen Zusammenarbeit mit ausländischen Partnern und die Etablierung eines gemeinsamen Förderpools für transnationale Forschung. Nachdem es gelungen war, einen gemeinsamen Förderpool zu schaffen, wurde im September 2006 die erste länderübergreifende Ausschreibung (www.coreorganic.org/corenews/sep06/page1.html) veröffentlicht. Die Forschungsschwerpunkte bezogen sich auf die Bereiche „Qualität ökologischer Lebensmittel“, „Vorbeugendes Krankheits- und Parasitenmanagement“ und „Innovative Marketingstrategien“. Insgesamt wurden acht transnationale Forschungsvorhaben realisiert, wobei deutsche Wissenschaftler an fünf Vorhaben beteiligt sind. Zwei dieser Vorhaben laufen unter deutscher Koordination.
Informationen und Wissenstransfer
Nach Abschluss der FuE-Vorhaben sind die Ergebnisse über www.bundesprogramm.de und die Wissenschaftsplattform www.forschung.oekolandbau.de abrufbar. Neben einer kompletten Projektübersicht aller im BÖL bisher realisierten Projekte sind Links zu den jeweiligen Kurzportraits und Ansprechpartnern bzw. Kontaktadressen geschaltet. Zur Verbesserung des Wissenstransfers auf europäischer Ebene wurde das Literaturarchiv Organic Eprints (www.orgprints.org) zur internationalen Forschungsdatenbank für den ökologischen Landbau aufgebaut.
Wenn Sie Fragen, Anregungen, Vorschläge oder Mitteilungen zum FuE-Bereich im BÖL haben, wenden Sie sich bitte an die Teamleiterin des Forschungsmanagement, Dorothée Hahn
