Monitoring einheimischer Schweinerassen abgeschlossen
Bunte Bentheimer Ferkel © Frieder Hamm
Vor dem Hintergrund des "Nationalen Fachprogramms zur Erhaltung und nachhaltigen Nutzung tiergenetischer Ressourcen" hat das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) der BLE den Auftrag erteilt, das Monitoring "Erhebung von Populationsdaten tiergenetischer Ressourcen in Deutschland: Schwein" auszuschreiben. Das vom BMELV finanzierte, jetzt abgeschlossene zweijährige Vorhaben ist Teil mehrerer Erhebungen, mit denen nach und nach aktuelle Daten insbesondere der landwirtschaftlichen Nutztiere erarbeitet werden.
Mit der Bearbeitung dieses zweijährigen Projekts "Erhebung Schwein" wurde der Zentralverband der Deutschen Schweineproduktion (ZDS) beauftragt. Als Unterauftragnehmer waren das Bonner Institut für Tierwissenschaften der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität und die Deutsche Gesellschaft für Züchtungskunde e.V. (DGfZ) beteiligt.
Von 2007 bis 2009 wurden die Populationsdaten der sieben einheimischen Schweinerassen
- Angler / Deutsches Sattelschwein (AS),
- Buntes Bentheimer (BB),
- Deutsches Edelschwein (DE),
- Deutsche Landrasse (DL),
- Leicoma (LC),
- Rotbuntes Husumer (RH),
- Schwäbisch-Hällisches (SH)
sowie der in Deutschland bedeutsamen Rassen
- Duroc (Du),
- Hampshire (Ha),
- Belgische Landrasse (LB),
- Large White (LW) und
- Piétrain (Pi)
berechnet, ausgewertet und dokumentiert. Den einheimischen Rassen wurde anschließend ein Gefährdungsgrad zugeordnet.
Die Entwicklung eines geeigneten, wiederholbaren Verfahrens stellte ein weiteres zentrales Ziel dieser Erhebung dar. Dazu wurden die benötigten Daten aller Schweinezuchtverbände erstmals zusammengeführt, analysiert und Datenredundanzen korrigiert. Zur Berechnung der effektiven Populationsgröße wurden zwei Methoden, die Berechnung nach HILL (NeHILL) und die mittels individueller Inzuchtsteigerung (NeΔFi) herangezogen und miteinander verglichen. Die systematische Bereinigung und Auswertung der übermittelten Daten wurde mit Hilfe einer MS-SQL-Server-Datenbank realisiert.
Es steht nun ein Instrument für wiederholte Erfassungen zur Verfügung und bietet für jede einzelne Rasse direkt die Möglichkeit, erhaltungsfördernde Maßnahmen als Konsequenz aus den erarbeiteten Daten einzuleiten.
Für Fragen steht das Referat 514 der BLE (Agrarforschung) gerne zur Verfügung (Dr. Frieder Hamm, Mail: projekttraeger-agrarforschung@ble.de).
Weitere Informationen und den Abschlussbericht des Projekts finden Sie auf der Seite Forschungsförderung/Biologische Vielfalt/BV-Erhebungen, wenn Sie in der Suche das Förderkennzeichen "06BE001" eingeben.
