Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung

Wildschweine im Wald Wildschweine Quelle: zolastro - stock.adobe.com

Schutzmaßnahmen gegen die Afrikanische Schweinepest

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) breitet sich in Osteuropa stetig aus. Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) gibt auf seiner Internetseite Empfehlungen, welche Maßnahmen im Falle eines Ausbruchs in Deutschland getroffen werden sollten.

Seit 2014 tritt die Afrikanische Schweinepest in den EU-Mitgliedsstaaten Litauen, Polen, Lettland und Estland bei Wild- und Hausschweinen auf. Dann meldete am 27. Juni 2017 die Tschechische Republik erste Fälle von ASP bei Wildschweinen an der Grenze zur Slowakei. Am 31. Juli 2017 wurde der Ausbruch von ASP bei einem Hausschwein in Rumänien bestätigt. Der betroffene landwirtschaftliche Betrieb liegt nahe an der Grenze zur Ukraine, dort wird ASP häufiger festgestellt.

Wenn sich Wild- oder Hausschweine mit ASP infizieren, bekommen sie hohes Fieber und versterben innerhalb weniger Tage. Es gibt keine Impfung gegen die Krankheit. Für Menschen und andere Tiere ist die Krankheit jedoch ungefährlich.

Das Virus kann direkt über Tierkontakte übertragen werden oder indirekt über Fleisch und Wurst von infizierten Tieren. Da das Virus sehr lange ansteckungsfähig bleibt, kann es auch durch Fahrzeuge oder Schuhwerk weiterverbreitet werden.

Der Ausbruch von ASP in der Tschechischen Republik ist nach den bisherigen Ermittlungen durch Menschen verursacht worden. Vermutlich wurden Lebensmittel (beispielsweise Fleisch, Salami oder Ähnliches), die mit ASP kontaminiert waren, am Straßenrand weggeworfen und dort von den Wildschweinen gefressen. Diese Art der Verschleppung der Seuche ist auch für Deutschland gefährlich. Deshalb hat das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) an Tank- und Raststellen ausgewählter Autobahnen Warnhinweise anbringen lassen

Empfehlungen für Jäger

Angesichts des aktuellen ASP-Seuchenverlaufes in Europa fordert das FLI insbesondere die Jägerschaft auf, ein vermehrtes Auftreten von Fallwild (Schwarzwild) der zuständigen Behörde zu melden und geeignete Proben (vor allem Blut, Lymphknoten, Milz, Lunge) amtlich abklären zu lassen.

Für den Fall eines ASP-Ausbruchs in Deutschland gibt das FLI in seinem Informationsblatt Jägern Empfehlungen für Maßnahmen in gefährdeten Bezirken, zur Biosicherheit sowie zur Bergung und Entsorgung von toten Wildschweinen. Auf der Internetseite des FLI kann das Informationsblatt "Maßnahmen im Falle eines Ausbruchs der Afrikanischen Schweinepest bei Wildschweinen" vom 10.08.2017 heruntergeladen werden.

Die Afrikanische Schweinepest in der Landwirtschaft

Ein Auftreten der Seuche in Deutschland hätte nicht nur Auswirkungen auf die Tiere, sondern auch wirtschaftliche Folgen. Sollte in einem landwirtschaftlichen Betrieb in Deutschland ASP bei Schweinen festgestellt werden, müsste der gesamte Tierbestand getötet werden. Es müssten großflächige Schutzzonen eingerichtet werden und es gäbe strenge Handels- und Transportverbote. Das BMEL weist Tierhalter daher besonders auf die Regelungen der Schweinehaltungshygieneverordnung hin.

Weitere Informationen

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) bietet auf seiner Internetseite umfangreiche Informationen sowie Fragen und Antworten an: Afrikanische Schweinepest - BMEL bittet um Wachsamkeit und Vorbeugung.

Informationen zum aktuellen Tierseuchengeschehen listet das Friedrich-Loeffler-Institut - Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit auf seiner Internetseite. Es zeigt zudem Karten über die Verbreitung der Afrikanischen Schweinepest und bietet eine "Qualitative Risikobewertung zur Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest aus Verbreitungsgebieten in Europa nach Deutschland" vom 12.07.2017 zum Herunterladen an.

Rechtsvorschriften sowie Fragen und Antworten zur Afrikanischen Schweinepest stellt das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit in seinem Portal bereit.