Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung

Nachhaltigkeit als Ziel der Innovationsförderung

Ein zentrales Ziel des Innovationsprogramms ist es, die Nachhaltigkeit von innovativen Entwicklungen zu gewährleisten. Dieses Ziel ist im Programm zur Innovationsförderung an erster Stelle genannt. Alle Bekanntmachungen und geförderten Projekte enthalten mindestens einen wichtigen Aspekt der Nachhaltigkeit.

Ob es um eine nachhaltige und tiergerechte Agrar- und Ernährungswirtschaft, die Schonung natürlicher Ressourcen, die Stärkung der wirtschaftlichen Innovationskraft, die Verbesserung der Verbraucherinformation, die Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen oder die Verbesserung der Arbeitsbedingungen geht – all diese Ziele basieren auf dem Drei-Säulen-Modell der nachhaltigen Entwicklung. Dieses Modell bedeutet, dass umweltbezogene, wirtschaftliche und soziale Aspekte gleichermaßen berücksichtigt und umgesetzt werden.

Im Folgenden werden beispielhaft Verbundprojekte der Innovationsförderung mit einem verstärkten Bezug zur Nachhaltigkeit vorgestellt.

Beispielhafte Bereiche und Projekte

Nationaler Aktionsplan zur nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln einschließlich Resistenzzüchtung

aqua.protect-Verfahren

Das Forschungsprojekt "aqua.protect-Verfahren" untersucht die Wirksamkeit eines neuartigen und auf Wasser basierenden Pflanzenschutzverfahren gegen pilzliche Krankheitserreger im Pflanzen-, Garten- und Weinbau. Das zu entwickelnde Produkt trägt durch seine energieschonende Produktion und der nahezu rückstandsfreien Anwendung (keine Verwendung von Pflanzenschutzmitteln im herkömmlichen Sinn) zur Schonung natürlicher Ressourcen und zur Reduktion von Risiken durch Pflanzenschutzmittel bei. Das Konsortium besteht neben den entwickelnden Firmen ARGUS monitoring und aquagroup AG auch aus öffentlichen Instituten der RWTH Aachen und der Universität Bonn, dem Julius Kühn-Institut für biologischen Pflanzenschutz und dem Dienstleistungszentrum für den ländlichen Raum Rheinpfalz.

Effizienter und nachhaltiger Umgang mit der Ressource Wasser

GPS- und servergestütztes Beratungssystem zur Bewässerungssteuerung nach Klimatischer Wasserbilanz von Gemüse (GS-Mobil)

Das Institut für Gemüsebau der Hochschule Geisenheim bringt in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Wetterdienst (DWD) und Helm-Software die sogenannte "Geisenheimer Bewässerungssteuerung" für Feldgemüse noch näher an die Praxis. Das Prinzip der Geisenheimer Steuerung beruht auf einer Bilanzierung von Referenzverdunstung, Niederschlag und Bewässerung. Ziel ist die Modellierung der Verdunstung der Pflanzen in Abhängigkeit vom Wachstum. Die Verdunstung der Pflanzen dient dann als Grundlage für mobile Bewässerungsempfehlungen. Dazu schafft der Partner Helm-Software die benötigte Netz-Infrastruktur und entwickelt eine Smartphone-App. Diese soll zukünftig Gemüsebauern in ganz Deutschland zuverlässige und nachhaltige Bewässerungsempfehlungen auf Basis der vom DWD individuell bereitgestellten Verdunstungsdaten liefern. Mit diesem Projekt wird die gemüsebauliche Bewässerungsteuerung anwendungsfreundlicher, ressourcenschonender und zudem mobil.

Eiweißpflanzenstrategie

LeguAN – Innovative und ganzheitliche Wertschöpfungskonzepte für Lebens- und Futtermittel aus heimischen Körnerleguminosen vom Anbau bis zur Nutzung

Gegenstand des geplanten Vorhabens ist die effiziente und marktgerechte Herstellung von innovativen Lebensmitteln und Lebensmittelzutaten (Halbfertigerzeugnisse) auf der Basis der heimischen Leguminosenarten Erbse (Körnerfuttererbse und Gemüseerbse) und Ackerbohne. Daneben werden aber auch Belange der gesamten Wertschöpfungskette berücksichtigt – von der Pflanzenzüchtung bis zum Konsum.

Nachhaltige Tierhaltungsverfahren

Referenzsystem für ein vitales Bienenvolk

Das Verbundprojekt FIT BEE zielt darauf ab, die komplexen Wechselwirkungen zwischen Einzelbienen, Bienenvolk, Bienenkrankheiten und Umweltparametern besser zu verstehen. Daraus sollen die Bedingungen für ein gesundes Bienenvolk definiert und durch gezielte Maßnahmen verbessert werden. So soll zum Beispiel der durch Blütenspritzungen verursachte Pflanzenschutzmitteleintrag ins Bienenvolk und die damit verbundene Kontamination von Nektar und Pollen reduziert werden. Weiterhin werden Lösungen für die Bienenkrankheiten Varroose und Nosemose entwickelt, welche mit Bienenverlusten im Zusammenhang stehen.

Verbraucherschutz

Informations- und Managementsystem Nachhaltigkeit in der Wertschöpfungskette Fleisch und Fleischerzeugnisse (IMSystem Nachhaltigkeit)

Gegenstand des geplanten Vorhabens ist die Entwicklung einer Datenbank, die Unternehmen umfangreiche Informationen bereitstellt. Dabei geht es um Nachhaltigkeit entlang der Wertschöpfungskette von Fleisch und Fleischerzeugnissen, mit dem Schwerpunkt auf Schweinefleisch. Die relevanten, branchenspezifischen Nachhaltigkeitsindikatoren werden dazu definiert und bewertet. Die daraus resultierenden Ergebnisse werden in der Datenbank zusammengefasst.

Die Daten haben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und sind nur ein kleiner Ausschnitt des Innovationsprogramms.