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Projekt zum branchenübergreifenden "Nachhaltigkeitsmodul Milch" gestartet

Am 17.03.2017 hat der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), Peter Bleser, im Rahmen des Milchviehforums in Berlin die Zuwendungsbescheide für das neue Forschungsprojekt "Nachhaltigkeitsmodul Milch" überreicht.

Mit dem Vorhaben wird erstmals eine wertschöpfungskettenübergreifende Maßnahme zur Kontrolle und Darstellung der Nachhaltigkeit in der Milchproduktion bis hin zur Verarbeitung und dem Vertrieb entwickelt.

Das Verbundvorhaben "Nachhaltigkeitsmodul Milch: Umsetzung und Praktikabilitätsprüfung eines branchenbezogenen Konzeptes zur nachhaltigen Entwicklung der Milcherzeugung in Deutschland" wird mit rund 770.000 Euro aus dem Programm zur Innovationsförderung des BMEL gefördert. Die Projektlaufzeit ist auf insgesamt 38 Monate festgelegt. Die BLE betreut das Vorhaben als Projektträger.

Am Forschungsverbund sind neben dem Johann Heinrich von Thünen-Institut, dem QM Milch e.V. und dem Unternehmen "Land und Markt" auch der Milchindustrieverband e.V., der Deutsche Raiffeisenverband e.V. sowie 31 Molkereien aus der Bundesrepublik beteiligt.

Das Ziel des Verbundvorhabens ist die Umsetzung des schon bestehenden Konzeptes "Nachhaltigkeitsmodul Milch" in die Praxis. Dafür soll auf allen Stufen der Wertschöpfungskette die Praktikabilität und Anerkennung des Nachhaltigkeitsmoduls evaluiert und validiert werden. Anschließend erfolgt die Weiterentwicklung des Moduls.

Derzeit umfasst es insgesamt 64 Indikatoren beziehungsweise Kriterien aus den Bereichen Ökologie, Tierwohl, Ökonomie und Soziales. Es soll den Molkereien und ihren Erzeugerbetrieben bei einer nachhaltigen Weiterentwicklung der Milcherzeugung unterstützen. Zudem können auch die milchwirtschaftenden Unternehmen ihre Konzepte, Wirtschaftsweisen und Produktion überprüfen und verbessern, so dass entlang der Wertschöpfungskette ein umfassender Beitrag zur Nachhaltigkeit geliefert wird.

Die einbezogenen Indikatoren und Kriterien und das ihnen zugrundeliegende Bewertungsschema sollen daher für alle Beteiligten der Wertschöpfungskette nachvollziehbar und transparent sein. Somit entsteht eine für die ganze Milchbranche transparente Branchenlösung zur nachhaltigen Entwicklung der Milcherzeugung.

Hintergrund

Eine nachhaltige und verantwortungsvolle Wirtschaftsweise hat bei der Erzeugung, Verarbeitung und Vermarktung von Lebensmitteln national und international eine wachsende Bedeutung. Dies gilt auch für die deutsche Milchwirtschaft und deren internationale Wettbewerbsfähigkeit. Vor diesem Hintergrund wurde vom Thünen-Institut für Betriebswirtschaft zusammen mit dem QM Milch e.V. das "Nachhaltigkeitsmodul Milch" entwickelt, das unmittelbar auf zwei zuvor in Niedersachsen und Schleswig-Holstein durchgeführten Projekten aufbaut.

Mit dem Verbundvorhaben wird ein Beitrag zur Nachhaltigkeitsstrategie des Bundes geliefert, welche im Rahmen der Agenda 2030 weiterentwickelt wird. Diese beruht auf den 17 "Nachhaltigen Entwicklungszielen" oder "Sustainable Development Goals" der UN, welche bei der UN-Generalversammlung 2015 von 193 Staaten beschlossen wurden. Das BMEL koordiniert zudem das zweite der 17 Nachhaltigkeitsziele "Den Hunger beenden, Ernährungssicherheit und eine bessere Ernährung erreichen und eine nachhaltige Landwirtschaft fördern".

Erscheinungsdatum:  20.03.2017