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Spektroskopische Methoden für die Herkunftsbestimmung von Getreide

Dr. Michael Winter aus dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hat am 13. Februar in Bayreuth die Zuwendungsbescheide für ein Projekt zur Authentizitätsprüfung von Getreide überreicht.

Das dreijährige Verbundprojekt "AgrOr – ein ganzheitliches System zur Authentizitätsprüfung von Getreide mittels einer Kombination aus Stabilisotopenanalytik und verschiedenen spektralen Produktfingerabdrücken" wird mit rund einer Million Euro über das Innovationsprogramm des BMEL gefördert und vom Projektträger BLE (ptble) betreut.

Projektpartner sind die ALNuMed GmbH, die IREKS GmbH, die Universität Bayreuth und die AGROLAB Boden- und Pflanzenberatungsdienst GmbH. Sie wollen das Potenzial verschiedener spektroskopischer Methoden, wie beispielsweise die magnetische Kernresonanzspektroskopie und die Stabilisotopenmassenspektrometrie, ermitteln und kombinieren, um Inhaltsstoffe in Getreide zu identifizieren. Anhand der Herkunft der Inhaltsstoffe sollen Anbaumethode und Sortenreinheit von Weizen, Dinkel, Roggen und Gerste erkannt und unterschieden werden können.

Darüber hinaus werden die spektroskopischen Analysenergebnisse mit den Ergebnissen der lebensmittelanalytischen Methoden (Proteingehalt, Feuchte, Fallzahl etc.) korreliert, um zu prüfen, welche der bislang angewandten Methoden zur Vorhersage der Herkunft und anderen Qualitätsparametern genutzt werden können. Des Weiteren sollen für die untersuchten Getreide Referenzdatenbanken für die angewandten analytischen Verfahren sowie deren Kombinationen entwickelt und die Anwendbarkeit der spektroskopischen Methoden zur Herkunftsbestimmung höher verarbeiteter Produkte untersucht werden.

Kontrolle für den Konsumentenschutz

In den vergangenen Jahren hat eine Reihe von Lebensmittelskandalen zu einem massiven Verlust an Konsumentenvertrauen geführt. Ein Drittel der Konsumenten vertraut den Angaben auf Lebensmittelverpackungen nicht mehr, obwohl Lebensmittel in der EU so sicher sind wie nie zuvor.

Da Konsumenten zunehmend für regionale, biologisch und fair hergestellte Produkte höhere Preise tolerieren, können für Lebensmittel, die mit Falschangaben bezüglich Spezies, Region und Verarbeitung deklariert sind, hohe finanzielle Gewinne erzielt werden. Die Risiken, dabei überführt zu werden, sind dagegen gering, da nur unzureichende lebensmittelanalytische Methoden zur Verfügung stehen. Das erschwert den Behörden die Aufdeckung entsprechender Fälle und somit den Schutz von Konsumenten. Das Fehlen von Kontroll- und Nachweismöglichkeiten führt dabei zu erheblichen wirtschaftlichen Schäden.

Getreide gehört zu den am fünft häufigsten gefälschten Lebensmitteln. Aus diesem Grund sind Maßnahmen erforderlich, die Verfälschungsdelikte bei Getreide verhindern oder aufdecken.

Erscheinungsdatum:  16.02.2017