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Milchmarkt: Treffen von Agrarmarkt Austria, FranceAgriMer und BLE in Wien

Die drei staatlichen Institutionen FranceAgriMer, Agrarmarkt Austria und BLE haben sich am 7. und 8. März 2016 in Wien zu einem fachlichen Austausch über die Situation auf dem Milchmarkt getroffen. Die Kooperationspartner im Bereich "Informationsmanagement Landwirtschaft und Ernährung" beschlossen eine Vertiefung der Zusammenarbeit bei der Datenerhebung, Analyse sowie Veröffentlichung von Daten und Zahlen.

FranceAgriMer, Agrarmarkt Austria und BLE sind die jeweils zuständigen Behörden für die Erhebung und Veröffentlichung von Daten und Zahlen im Milchbereich. Als staatliche Stellen stehen sie hierbei für Objektivität und Neutralität. In Deutschland werden die Daten von den Wirtschaftsbeteiligten auf der Grundlage der Marktordnungswaren-Meldeverordnung (MVO) mit einem Online-Erfassungssystem (MVO-Online) von der BLE erhoben.

"Aufgrund der Schwierigkeiten am Milchmarkt, sehen wir es als besonders vordringlich an, uns in diesem Bereich intensiv auszutauschen. Gute Daten sind eine wichtige Grundlage für Entscheidungen der Verwaltung und Politik", betonte BLE-Präsident Hanns-Christoph Eiden.

Günter Griesmayr, Vorstandvorsitzender der Agrarmarkt Austria, meinte: "Aufgrund der aktuellen Diskussionen am Milchmarkt, freut es umso mehr, diese Zusammenarbeit auch in Zukunft weiter auszubauen. Die Meldeverpflichtungen nehmen eher ab, umso mehr gilt es auch für die Politik als Herausforderung, aussagekräftige Daten für Entscheidungen liefern zu können." André Barlier, Direktor bei der FranceAgriMer ergänzte, er sei froh über diese Zusammenarbeit, um zwischen den Organisationen als auch den Experten ein kleines Netzwerk zu schaffen und ein gutes Markinformationssystem zu haben.

Milchpreise auf niedrigem Niveau

André Barlier, Günter Griesmayr und Dr. Hanns-Christoph Eiden Treffen von Agrarmarkt Austria, FranceAgriMer und BLEAndré Barlier (Direktor bei France AgriMer), Günter Griesmayr (Vorstandvorsitzender der Agrarmarkt Austria) und Dr. Hanns-Christoph Eiden (Präsident der BLE) © Agrarmarkt Austria

Die schwierige Lage auf dem Milchmarkt wurde eingehend diskutiert. Der Milchmarkt ist derzeit durch ein Überangebot an Milch bei weiter steigender Erzeugung und verhaltener Nachfrage nach Milcherzeugnissen gekennzeichnet. Das Milchangebot wird auch durch den Anstieg der Erzeugung in der EU als weltweit größtem Milcherzeuger beeinflusst. Die EU verzeichnete ein Plus von 3,3 Millionen Tonnen Milch im Jahr 2015 gegenüber 2014.

Einen wesentlichen Anteil am Anstieg der Erzeugung in der EU haben derzeit die Niederlande und Irland, während die Erzeugung in Deutschland, Frankreich und Österreich vergleichsweise gering angestiegen ist. Eine Trendwende ist auf dem Milchmarkt derzeit weder auf der Erzeugungs- noch auf der Absatzseite erkennbar. Unter den derzeitigen Rahmenbedingungen wird von den Experten eher erwartet, dass die Preise für konventionell erzeugte Milch im Lauf des Jahres 2016 gegebenenfalls noch weiter sinken.

Im Gegensatz zu konventionell erzeugter Kuhmilch bewegen sich die Erzeugerpreise für Bio-Milch in Deutschland und der EU seit 2014 auf hohem stabilen Niveau. Tendenzen für ein Sinken der Preise sind derzeit nicht ersichtlich (Deutschland Januar 2014: 49,02 Cent pro Kilogramm, Januar 2015: 46,65 Cent pro Kilogramm, Januar 2016: 48,81 Cent pro Kilogramm ab Hof standardisiert).

Gemeinsame Veröffentlichung geplant

In Wien wurde vereinbart, eine Basis einer ersten gemeinsamen Datenveröffentlichung zu finden, die über die Veröffentlichungen bei der dem Statistischen Amt der Europäischen Union (EUROSTAT) hinausgeht und für die drei benachbarten Staaten Informationen auf Bundesland- beziehungsweise der Ebene von Einzugsgebieten zu Milchpreis und Milchmenge zum Gegenstand hat. Die Veröffentlichung wird gegebenenfalls auch online in den Datenzentren der drei Staaten erfolgen. Es wurden auch gemeinsame Veröffentlichungen zu den Produkten Käse, Butter, Magermilchpulver und Konsummilch vereinbart.

Weiterhin wurde ein intensiver Informationsaustausch der Behörden über bei Meldeverfahren problematische sog. grenzüberschreitende Milchmengen beschlossen, das heißt wenn Milch von heimischen Erzeugern direkt in das Ausland zu dortigen Molkereien geliefert wird. Auf Initiative der BLE wurde zu diesem Thema zudem von EUROSTAT eine Arbeitsgruppe eingerichtet.

Das nächste Treffen der Kooperationspartner "Informationsmanagement Landwirtschaft und Ernährung" zu Themen der Marktinformation und Marktanalyse findet voraussichtlich im Januar 2017 in Berlin statt. Daneben wird beständig die gemeinsame Arbeit und der Austausch von Informationen sowie Methoden zur Erhebung, Analyse und Präsentation von Daten und Zahlen bilateral fortgesetzt.

Weitere Informationen

Zahlen und Daten rund um die Milch gibt es im BLE-Datenzentrum Landwirtschaft und Ernährung unter https://datenzentrum.ble.de/.