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Zukunftsforum Ländliche Entwicklung: Lebenswerte Regionen - dynamisch und innovativ

In ländlichen Regionen leben und arbeiten viele interessierte und engagierte Menschen. Das Zukunftsforum Ländliche Entwicklung bot diesen Menschen am 20. und 21. Januar 2016 in Berlin die Möglichkeit, von ihrem Engagement zu berichten, neue Kontakte zu knüpfen, gemeinsam Ideen zu erarbeiten und für die Zukunft umsetzbare Visionen zu entwickeln.

Bereits zum neunten Mal brachte das Zukunftsforum Ländliche Entwicklung auf der Internationalen Grünen Woche Politik, Wissenschaft, Einrichtungen, Verbände und Bürgerinnen und Bürger des ländlichen Raumes zusammen. Sie bietet ein Forum zum Gedankenaustausch, für rege Diskussionen und fördert die Zusammenarbeit der Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Der Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft Christian Schmidt betonte in der Eröffnungsveranstaltung: "Viele ländliche Regionen stehen vor drängenden Herausforderungen, denen sich Politik und Gesellschaft stellen müssen. Attraktive ländliche Regionen brauchen heute wie in Zukunft attraktive Rahmenbedingungen.

Bundesminister Christian Schmidt beim Zukunftsforum Ländliche Entwicklung ZukunftsforumBundesminister Christian Schmidt beim Zukunftsforum Ländliche Entwicklung. © BLE

Hier sind alle gefragt: Bund, Länder und Gemeinden, genauso wie Wirtschaft und Vereine und ganz besonders auch die Bürgerinnen und Bürger jeder Generation. Lebenswerte Regionen – dynamisch und innovativ – unter dieses Thema haben wir das 9. Zukunftsforum Ländliche Entwicklung gestellt. Denn die zukünftige Entwicklung ländlicher Regionen wird insbesondere von der Dynamik, Kreativität und Innovation engagierter Menschen vor Ort geprägt."

In insgesamt 24 verschiedenen Veranstaltungen des Forums wurden richtungsweisende Ideen der ländlichen Entwicklung, der sozialen Dorfentwicklung und der Nahversorgung im ländlichen Raum diskutiert.

"Land(auf)Schwung – Freiräume nutzen, Impulse setzen"

Mit dem Modellvorhaben "Land(auf)Schwung" werden strukturschwache ländliche Regionen dabei unterstützt, mit dem demografischen Wandel vor Ort aktiv umzugehen, die regionale Wertschöpfung zu erhöhen und die Beschäftigung im ländlichen Raum zu sichern. Das Modellvorhaben ist ein Baustein des Bundesprogramms Ländliche Entwicklung (BULE). Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hat die BLE beauftragt, das Bundesprogramm umzusetzen. Dazu hat die BLE das Kompetenzzentrum Ländliche Entwicklung (KomLE) eingerichtet.

Die Förderphase für das Modellvorhaben hat offiziell am 8. Juli 2015 begonnen. Die Regionen haben bis Ende Juni 2018 Zeit, ihre Projekte zur Grundsicherung der Daseinsvorsoge und zur regionalen Wertschöpfung umzusetzen.

BLE-Präsident Dr. Hanns-Christoph Eiden betonte in seinem Grußwort, dass die ländliche Entwicklung eine gemeinschaftliche Aufgabe sei, bei der alle mit "anpacken" müssten. Die Bundesregierung nehme dabei ihre Verantwortung wahr, indem sie einen politischen Schwerpunkt im Bereich "Ländliche Räume, Demografie und Daseinsvorsorge" beschlossen habe und für Fördermaßnahmen im Jahr 2016 zusätzliche Mittel in Höhe von 30 Millionen Euro zur Verfügung gestellt habe.

"Seit gut einem halben Jahr sind unsere Partner-Landkreise nun mit großem Engagement dabei, die von ihnen erstellten Entwicklungskonzepte umzusetzen. Als einer der wichtigsten 'Erfolgsfaktoren' haben sich dabei - einmal mehr - die beteiligten Menschen erwiesen", sagte Eiden.

Ministerialrat Dr. Ulrich Neubauer (BMEL) stellte das Modellvorhaben Land(auf)Schwung als zentralen Teil des Bundesprogramms Ländliche Entwicklung (BULE) vor. Er verstehe das BULE als Erprobung für Maßnahmen, die nicht aus der GAK finanziert werden können. Dr. Neubauer betonte, dass nur besondere Projekte gefördert werden. Ansatz des Modellvorhabens sei es, neue Wege in der Förderung zu gehen, neue Zielgruppen zu gewinnen und neue Instrumente breit zu erproben. Er forderte die Unternehmer auf, sich in ihrer Region einzusetzen.

Nahversorgungsideen für ländliche Räume

Begleitveranstaltung "Gut versorgt vor Ort ?!" ZukunftsforumBegleitveranstaltung "Gut versorgt vor Ort ?!" © BMEL/Ingo Heine

Eine weitere Begleitveranstaltung des Zukunftsforums richtete das Kompetenzzentrum Ländliche Entwicklung in der BLE zusammen mit dem Ostdeutschen Sparkassenverband aus. Unter dem Titel "Gut versorgt vor Ort ?!" wurden dort "zukunftsfähige Nahversorgungsideen für ländliche Räume" vorgestellt.

Zur Nahversorgung gehören nicht nur Angebote des Einzelhandels für den kurzfristigen Bedarf, sondern auch einzelhandelsnahe Dienstleistungen. Nahversorgungeinrichtungen sind zudem Stätten der Begegnung und Kommunikation für die Menschen im Ort. Die Nahversorgung zu sichern, ist ein wesentlicher Baustein, damit ländliche Regionen in Deutschland lebenswert und attraktiv bleiben.

In der gut besuchten Begleitveranstaltung wurden zunächst auf wissenschaftlicher Basis die Folgen von Veränderungen auf der Angebots- und Nachfragseite für die Nahversorgung in ländlichen Räumen erläutert. Anschließend konnte anhand von Beispielen aus dem "Dorfladen-Netzwerk" aufgezeigt werden, wie sich Dorfläden vom dörflichen Lebensmittel-Markt zum multifunktional Lebens-Mittelpunkt ihres Dorfes entwickelt haben. Der abschließend präsentierte Ansatz "Regio-LAB" für den Aufbau regionaler Nahversorgungsnetze wird derzeit mit Förderung des BMEL in mehreren Regionen erprobt.

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