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Studie zu Dispozinsen veröffentlicht

Die BLE hat eine Studie zu Dispositionskreditzinsen und Ratenkrediten durchführen lassen, deren Ergebnisse am 19. Juli 2012 vorgestellt wurden. Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) hat die BLE damit beauftragt, das Forschungsvorhaben zu betreuen.

Die Studie sollte herausfinden, wie sich die Dispositionskreditzinsen entwickeln und die Nutzung von Dispositionskrediten analysieren. Die Forscher bewerteten den Dispositionskredit umfassend und untersuchten das Verhältnis zum Ratenkredit. Zudem beleuchteten sie die Auswirkungen der Dispozinsen auf das Verbraucherverhalten in Deutschland. Das Hamburger Institut für Finanzdienstleistungen unter der Leitung von Achim Tiffe führte das auf neun Monate angelegte Forschungsvorhaben in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung GmbH durch.

80 Prozent der Deutschen haben einen Dispokredit

Die Forscher kommen u.a. zu dem Ergebnis, dass die Verfügbarkeit von Dispositionskrediten eng mit dem Haushaltseinkommen zusammenhängt. Demnach haben vor allem armutsgefährdete Haushalte mit besonders geringen Einkommen häufig keinen Zugang zu Dispositionskrediten (39 Prozent). Arbeitslose, Alleinerziehende, Paare mit Kindern und Selbständige nutzen den Dispositionskredit häufiger. Einer Stichprobe unter Banken zufolge wurde bei 29 Prozent der Konten mit Dispositionsrahmen der Kredit zum Befragungstag verwendet. Eine hohe finanzielle Allgemeinbildung führt dazu, das der Dispositionskredit seltener eingesetzt wird.

Dispozinsen von lediglich bis zu 10 Prozent sind möglich

Der Auftragnehmer der Studie kommt zu dem Schluss, dass "die Erträge aus dem Dispogeschäft die Kosten, die dem Kreditinstitut entstehen, deutlich übersteigen". Die Begründungen vieler Banken und Sparkassen, es läge an dem hohen Kosten- und Verwaltungsaufwand bzw. am hohen Ausfallrisiko des Kredits, sind aus Sicht der Autoren nicht haltbar. Die erwirtschafteten Erträge werden "zur Quersubventionierung anderer Leistungen oder zur Gewinnsteigerung verwendet."

Hintergrund

Das BMELV bedarf wissenschaftlicher Entscheidungshilfen zur Lösung seiner politischen und administrativen Aufgaben. Da die Forschungseinrichtungen im Geschäftsbereich diesen Bedarf nicht immer abdecken können, ist es notwendig, Forschungsvorhaben an wissenschaftliche Einrichtungen außerhalb der Bundesverwaltung zu vergeben. Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) führt die Projekte für das BMELV durch.

Weitere Informationen stehen in der Forschungsprojekte-Datenbank der BLE "Entscheidungshilfe-Vorhaben" unter Eingabe des Förderkennzeichens 10HS034 im Suchfeld.