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Zahlen und Fakten zum Tag der Biologischen Vielfalt

Ob bei Tieren oder in der Pflanzenwelt: Überall ist die biologische Vielfalt es wert, erhalten zu bleiben. Denn alte und seltene Exemplare können wichtige Gene liefern. Über 170.000 Muster von Kultur- und Wildpflanzen werden zum Beispiel in Genbanksammlungen in Deutschland erhalten. Die BLE hat Daten und Fakten rund um die Biologische Vielfalt zusammengestellt.

2.900 Pflanzenarten, 188 einheimische Baum- und Straucharten, 269 Arten von Meer- und Süßwasserfischen, 74 Tierrassen alleine bei vierbeinigen Nutztieren zählen zur heimischen biologischen Vielfalt in Deutschland. Ihre Erhaltung ist wichtig, damit ihre Eigenschaften für zukünftige Nutzungen auch unter veränderten Umweltbedingungen verfügbar sind. Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) unterstützt das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) bei der Erhaltung und nachhaltigen Nutzung dieser Vielfalt.

Dazu sichert das Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) in Gatersleben nahezu 150.000 Muster von Kultur- und Wildpflanzen. Die Deutsche Genbank Obst am Julius Kühn-Institut für Züchtungsforschung an gartenbaulichen Kulturen und Obst in Dresden-Pillnitz wartet mit einem Bestand von über 1.000 Obstsorten auf, davon über 400 Apfel- und 300 Erdbeersorten. Die genetische Vielfalt im Wald wird an über 10.000 Standorten gesichert, 52 von 74 Tierrassen sind laut der Roten Liste einheimischer Nutztierrassen gefährdet.

Diese und weitere Informationen zu den Beständen, der Erhaltung und Gefährdung von Kultur- und Wildpflanzen, Nutztieren, Forstpflanzen sowie aquatischen Lebewesen geben die nationalen Inventare, die vom Informations- und Koordinationszentrum für Biologische Vielfalt (IBV) der BLE geführt werden.

Erhebungen, Modellvorhaben und Forschung sichern Vielfalt

Die BLE ist seit nunmehr zehn Jahren Projektträger des BMEL für Erhebungen und Modell- und Demonstrationsvorhaben zur Erhaltung und Förderung der Biologischen Vielfalt. Sie hat seitdem rund 80 ausgewählte Modellvorhaben mit einem Fördervolumen von rund 12,9 Millionen Euro bewilligt. Derzeit laufen 33 Vorhaben. Das Spektrum in den vergangenen zehn Jahren erstreckte sich beispielsweise von der Erhaltung der Vielfalt von Süßkirschensorten über die Wiedereinführung alter Salatsorten zur regionalen Vermarktung bis hin zur Mittelwaldähnlichen Waldrandgestaltung und -nutzung zur Förderung einzelner Edellaub- und Nadelgehölze wie Elsbeere, Wacholder oder Eibe.

Im BMEL-Programm zur Innovationsförderung wird derzeit ein ökonomisch ausgerichtetes Zuchtprogramm für die bedrohte Schweinerasse "Bunte Bentheimer" entwickelt. Auch im Ökolandbau ist die Biologische Vielfalt Thema. Bei sogenannten "Fokus Naturtagen" erfolgen Hof-individuelle Beratungen von zunächst 80 Testbetrieben. Ziel ist es, unter anderem Ideen für Naturschutzmaßnahmen zu erarbeiten sowie für das Thema Biodiversität zu sensibilisieren. Außerdem finanziert die BLE über das Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) ein Forschungsvorhaben zur Wiederansiedlung seltener und gefährdeter Ackerwildpflanzen auf Ökobetrieben.

Des Weiteren konnte die BLE im Auftrag des BMEL in den vergangenen zehn Jahren 31 Aufträge zur Erhebung unterschiedlicher Aspekte der Biologischen Vielfalt mit einem Auftragsvolumen von rund 6,7 Millionen Euro vergeben. Hierbei ging es beispielsweise um Daten zur genetischen Struktur der Vogel-Kirsche als Grundlage für ein genetisches Monitoring wichtiger Waldbaumarten in Deutschland, den Aufbau einer erweiterten Zellbank für Karpfenstämme, die Vielfalt obstgenetischer Ressourcen sowie um Populationsdaten tiergenetischer Ressourcen diverser Geflügel- und anderer Tierarten. Sie alle dienen der politischen Entscheidungsfindung sowie als Grundlage für weitere Aktivitäten zum Erhalt der Biologischen Vielfalt in Deutschland.

Erscheinungsdatum:  16.05.2014