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Überwältigende Resonanz zu innovativen Forschungsaufrufen

Mehr als 520 Unternehmen und Forschungseinrichtungen haben fast 120 Projektskizzen mit einem Gesamtförderbedarf von 119 Millionen Euro im Innovationsprogramm des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) eingereicht. Der Projektträger Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) gibt einen ersten Überblick.

Im August vergangenen Jahres wurden die "Richtlinie über die Förderung von Maßnahmen zur Minimierung der Übertragung von antibiotikaresistenten Bakterien oder Antibiotikaresistenzeigenschaften" und Anfang Oktober die "Bekanntmachung über die Förderung von Innovationen zur Verbesserung der Haltung von landwirtschaftlichen Nutztieren" veröffentlicht. Die Einreichungsfristen für Projektskizzen sind mittlerweile abgelaufen. Das Interesse war sehr hoch.

Breites Themenspektrum zum Thema Antibiotikaresistenz

98 Unternehmen und Forschungseinrichtungen haben 23 Projektskizzen für innovative Projekte zur Verhinderung der Verbreitung antibiotikaresistenter Bakterien eingereicht. Die eingereichten Projektvorschläge umfassen ein breites Themenspektrum beispielsweise:

  • allgemeine Interventionsmaßnahmen auf den Stufen der Primärerzeugung und nachgeordneten Stufen der Lebensmittelgewinnung,
  • spezifische Interventionsmaßnahmen zur Verminderung des Risikos der Übertragung möglicherweise vorhandener resistenter Keime über Lebensmittel,
  • Optimierung der Diagnostik und
  • Innovationen im Bereich der Fortbildungstools für Tierärzte.

Diese 23 Skizzen umfassen einen Mittelbedarf von insgesamt 38,6 Millionen Euro. Davon wollen die beteiligten kleinen, mittleren und großen Unternehmen im Durchschnitt 28,5 Prozent übernehmen; der Gesamtförderbedarf beträgt somit noch 27,6 Millionen Euro vor Begutachtung.

Allein 91,4 Millionen Euro für Verbesserung der Tierhaltung

96 Projektskizzen haben 425 Unternehmen und Forschungseinrichtungen für innovative Projekte zur Verbesserung der Haltung landwirtschaftlicher Nutztiere eingereicht. Auch hier spiegeln die eingereichten Projektvorschläge ein weites Themenfeld wider:

  • gesellschaftliche Erwartungen,
  • Umweltwirkung von Rinder-, Schweinen- und Geflügelställen,
  • Verbesserung der Nutztiergesundheit,
  • Verbesserung der Bienengesundheit,
  • Verbesserung der Haltungssysteme,
  • Verbesserung des Tierschutzes durch Zucht und
  • Automatisierung im Hinblick auf Management und Datenerfassung sowie -verarbeitung.

Der Gesamtförderbedarf beläuft sich hier auf insgesamt 91,4 Millionen Euro vor Begutachtung, die Förderquote liegt bei 69,9 Prozent.

Ziele: Antibiotikaresistenzstrategie und verbesserte Nutztierhaltung

Mit der Richtlinie zu Antibiotikaresistenzen verfolgt das BMELV das Ziel, den Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung zu minimieren. Der Forschungsaufruf zur Nutztierhaltung die Haltungsverfahren tier- und umweltgerechter zu gestalten, die Tiergesundheit zu verbessern sowie weitere Forschungsinitiativen zu unterstützen, soll zu einer verbesserten, den gesellschaftlichen Anforderungen stärker entsprechenden Tierhaltung in Deutschland führen. Im Vordergrund steht dabei die Entwicklung von Produkten, Verfahren, Konzepten und Systemen, die der tierschutz- und tierwohlgerechten Haltung angemessen Rechnung tragen und gleichzeitig eine wettbewerbsfähige Nutztierhaltung ermöglichen. Dabei kooperieren Wissenschaft und Wirtschaft. Die Finanzierung der Projekte soll gemeinsam mit dem Zweckvermögen der Landwirtschaftlichen Rentenbank erfolgen. Die BLE wird als Projektträger die Forschungsarbeiten im BMELV-Innovationsprogramm in den kommenden drei bis vier Jahren koordinieren.

Erscheinungsdatum:  01.03.2013