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Biologische Vielfalt / Genetische Ressourcen: Internationale Zusammenarbeit

Die Erhaltung und innovative, nachhaltige Nutzung der Agrobiodiversität ist für die Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft und somit auch für die Sicherung der Welternährung von grundlegender Bedeutung.

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) beabsichtigt daher in seiner Agrobiodiversitäts-Strategie, die internationale Zusammenarbeit zu verstärken und so ein kooperatives, auf internationale Gerechtigkeit gerichtetes Management dieser Ressourcen zu erreichen (siehe auch BMEL - Agrobiodiversität / Internationale Zusammenarbeit). Die Bundesregierung hat bedeutende internationale Abkommen zur Erhaltung und nachhaltigen Nutzung der biologischen Vielfalt einschließlich der genetischen Ressourcen für Ernährung und Landwirtschaft unterzeichnet.

Wichtige Partner und Abkommen

Wichtige Partner der internationalen Zusammenarbeit und verbindliche internationale Übereinkommen bei der Sicherung, nachhaltigen Nutzung und dem internationalen Austausch sind

  • die Welternährungsorganisation (FAO) und hier insbesondere die Kommission für genetische Ressourcen für Ernährung und Landwirtschaft (CGRFA),
  • der Internationale Vertrag über pflanzengenetische Ressourcen für Landwirtschaft und Ernährung (ITPGR),
  • der Globale Fonds für Nutzpflanzenvielfalt (GCDT),
  • das Übereinkommen über die Biologische Vielfalt (CBD), sowie
  • die EU-Kommission mit Zuständigkeiten u.a. in den Bereichen Landwirtschaft, ländliche Entwicklung, Verbraucherschutz und Umwelt.

Übereinkommen über die Biologische Vielfalt (CBD)

Die CBD hat das Ziel der Erhaltung und der nachhaltigen Nutzung der biologischen Vielfalt der Erde sowie des gerechten Vorteilsausgleichs aus der Nutzung der biologischen Vielfalt weltweit. Die CBD beinhaltet ein spezifisches Programm zur Agrobiodiversität. Innerhalb dieses Programms gibt es für Landwirtschaft und Ernährung wichtige themenübergreifende Initiativen, u.a. zur Vielfalt der Bestäuber, der Vielfalt im Boden und für die Ernährung.

Das Nagoya-Protokoll, das 2010 in Japan durch die Mitgliedstaaten der CBD beschlossen wurde, regelt den Zugang zu und die Aufteilung der Vorteile aus der Nutzung von genetischen Ressourcen. Die Ausgestaltung der Umsetzung des Protokolls wird dabei große Auswirkungen auch auf den Austausch der genetischen Ressourcen für Landwirtschaft und Ernährung haben und ist weiterhin Gegenstand intensiver Verhandlungen.

Internationaler Vertrag über pflanzengenetische Ressourcen für Landwirtschaft und Ernährung (ITPGR)

Bei den pflanzengenetischen Ressourcen besteht mit dem ITPGR bereits eine völkerrechtlich bindende Vereinbarung. Die Ziele dieses Vertrags sind die Erhaltung und nachhaltige Nutzung der pflanzengenetischen Ressourcen für Ernährung und Landwirtschaft sowie die ausgewogene und gerechte Aufteilung der Vorteile aus ihrer Nutzung. Der ITPGR beinhaltet ein sogenanntes Multilaterales System (MLS), das, bei Anerkennung der souveränen Rechte der Staaten, den Zugang zu den genetischen Ressourcen der wichtigsten Nutzpflanzenarten der Landwirtschaft und den gerechten Vorteilsausgleich aus der Nutzung effizient, effektiv und transparent regelt. Dieses System steht im Einklang mit der CBD und dem Nagoya-Protokoll.

FAO

Eine zentrale Rolle im internationalen Verhandlungs- und Koordinationsprozess zur Erhaltung und nachhaltigen Nutzung der Agrobiodiversität spielt die FAO und hier insbesondere die FAO-Kommission für genetische Ressourcen für Ernährung und Landwirtschaft (CGRFA). Durch das 2007 verabschiedete mehrjährige Arbeitsprogramm zur Agrobiodiversität (MYPOW) hat die CGRFA Ziele und Meilensteine festgelegt. Das BMEL beteiligt sich an der Durchführung des MYPOW, der Funding Strategy des Globalen Aktionsplans zu tiergenetischen Ressourcen und der Funding Strategy des ITPGR, nicht zuletzt auch durch den Globalen Fonds für Nutzpflanzenvielfalt (GCDT).

Aufgaben der BLE

Über das Informations- und Koordinationszentrum für Biologische Vielfalt (IBV) unterstützt die BLE das BMEL in der internationalen Zusammenarbeit zur Erhaltung und nachhaltigen Nutzung genetischer Ressourcen für Ernährung und Landwirtschaft (siehe auch GENRES - Internationales). Die international ausgerichteten Aufgaben des IBV umfassen dabei unter anderem Unterstützung des BMEL und anderer betroffener Ressorts bei der Durchführung von Programmen der FAO, der EU und anderer internationaler Organisationen; Wahrnehmung von Funktionen in internationalen Gremien im Auftrag des BMEL wie

  • Unterstützung und Beratung des BMEL u. a. bei der FAO, CGRFA, ITPGR, GCDT, CBD, North Atlantic Salmon Conservation Organization (NASCO) und EU sowie in den FAO Intergovernmental Technical Working Groups for Plant, Animal and Forest Genetic Resources
  • Nationaler Koordinator des European Cooperative Programme for Plant Genetic Resources (ECPGR) und des A European Genebank Integrated System (AEGIS)
  • Geschäftsstelle des European Regional Focal Point for Animal Genetic Resources (ERFP)
  • Vertreter im Ausschuss zur EU-Verordnung zu genetischen Ressourcen

sowie Bereitstellung nationaler Daten für europäische und internationale Informationssysteme, unter anderem zum

  • FAO - World Information und Early Warning System on Plant Genetic Resources (WIEWS)
  • FAO - Domestic Animal Diversity Information System (DAD-IS)
  • ITPGR - Multilateral System of Access and Benefit-Sharing (MLS)
  • ECPGR - Europäischen Suchkatalog für pflanzengenetische Ressourcen (EURISCO)
  • ERFP - Europäischen Informationssystem für tiergenetische Ressourcen (EFABIS)

und schließlich Mitwirkung beim Monitoring und der Entwicklung von Indikatoren auf nationaler, EU- und globaler Ebene und Bewertung des Zustands und der Veränderung der Agrobiodiversität.