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Eiweißpflanzenstrategie

Die Geschäftsstelle Eiweißpflanzenstrategie ist bei der BLE angesiedelt und dort zuständig für die Koordination und Umsetzung der BMEL-Eiweißpflanzenstrategie in den Bereichen Forschung und Entwicklung, Etablierung von modellhaften Demonstrationsnetzwerken, Wissenstransfer und Beratung des BMEL.

Leguminosen und ihre Ökosystemleistungen sind ein wichtiger Baustein für eine nachhaltige Landwirtschaft. Diese Pflanzen sind in der Lage, mit den in den Wurzeln lebenden Bakterien, den sogenannten Rhizobien, Luftstickstoff zu binden und hochwertiges Eiweiß in der Pflanze zu erzeugen. Dieses Eiweiß kann sowohl für die menschliche Ernährung als auch für Tierfutter verwendet werden. Zudem reichern die Leguminosen Nährstoffe im Boden an und verbessern die Bodenfruchtbarkeit. Somit leisten diese Kulturen einen besonderen Beitrag für eine umweltgerechte und ressourcenschonende Landbewirtschaftung. Diese Pflanzen, das Wissen um ihren Anbau sowie die Verarbeitungs- und Verwendungsmöglichkeiten sollen für die Landwirtschaft erhalten und weiterentwickelt werden.

Deshalb hat das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft die Eiweißpflanzenstrategie als wichtiges Element in der Charta für Landwirtschaft und Verbraucher aufgenommen. Die Eiweißpflanzenstrategie des BMEL wurde am 21. Dezember 2012 veröffentlicht. Das Ziel der Strategie ist, den in den letzten zehn Jahren deutlich zurückgegangenen Leguminosenanbau in Deutschland zu fördern und die Anbaufläche auszudehnen. Dabei gilt es, Wettbewerbsnachteile heimischer Eiweißpflanzen zu vermindern, Forschungslücken zu schließen und erforderliche Maßnahmen zur Umsetzung in die Praxis durchzuführen. Es sollen sowohl das Angebot als auch die Nachfrage nach heimisch erzeugten Leguminosen gestärkt werden, dies gilt für den konventionellen und den ökologischen Anbau.

Im Koalitionsvertrag der jetzigen Bundesregierung wird die Eiweißpflanzenstrategie konkret benannt, mit Beschluss des Bundestages wurden Fördergelder für die Finanzierung bereitgestellt. Die Strategie wird für 2014 mit 3 Millionen Euro, für 2015 bis 2017 mit jeweils 4 Millionen Euro pro Jahr ausgestattet.

Konkrete Umsetzung der Eiweißpflanzenstrategie

Die BMEL-Strategie wird von Geschäftsstelle Eiweißpflanzenstrategie in der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung koordiniert und umgesetzt. Im Mittelpunkt von modellhaften Demonstrationsvorhaben stehen der Wissenstransfer, die Intensivierung der Beratung und der Aufbau von Wertschöpfungsketten. Mit Forschungs- und Entwicklungsvorhaben sollen Innovationen erzeugt und Impulse für einen ökonomisch erfolgreichen Anbau von Leguminosen und deren Verwertung gegeben werden. Zu den Aufgaben der Geschäftsstelle zählt auch die Abstimmung der Aktivitäten zwischen Bund und Bundesländer und die Beratung des BMEL.

Das modellhafte Demonstrationsnetzwerk für Soja hat am 1.9.2013 die Arbeit aufgenommen, das Netzwerk für Lupine und die Forschungsvorhaben für Soja und Lupine sind noch in der Planungsphase. Für den Herbst 2014 ist eine Bekanntmachung für ein Modellhaftes Demonstrationsnetzwerk und für Forschungsvorhaben mit dem Schwerpunkt Ackerbohnen/Erbsen geplant.

Informationen zu den Projekten in der Datenbank des Projektträgers BLE