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Kompetenzzentrum Ländliche Entwicklung

Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, die ländlichen Regionen Deutschlands als attraktive, lebenswerte und vitale Lebensräume zu erhalten. Ein wichtiges Instrument stellt dabei das Bundesprogramm Ländliche Entwicklung (BULE) dar.

"Gut leben und arbeiten in ländlichen Regionen – und das heute wie in Zukunft", mit diesen Worten formulierte Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt bei der Vorstellung der Eckpunkte des neuen Bundesprogramms am 29. Oktober 2014 in Berlin das gemeinsame Ziel. Mit dem Bundesprogramm Ländliche Entwicklung (BULE) will der Minister gemeinsam mit verschiedenen Partnern innovative Ansätze in der ländlichen Entwicklung fördern und verbreiten.

Die BLE wurde vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) mit der Umsetzung dieses Programms beauftragt. Es wird in der BLE durch das neu gegründete Kompetenzzentrum Ländliche Entwicklung umgesetzt. Das BULE gliedert sich in vier verschiedene Module.

Modul 1: Modell- und Demonstrationsvorhaben in zentralen Zukunftsfeldern ländlicher Entwicklung

Die BLE übernimmt als Projektträger die inhaltliche und organisatorische Begleitung von bundesweiten Modell- und Demonstrationsvorhaben sowie von Vorhaben mit innovativem Charakter. Diese Maßnahmen haben das Ziel, neuartige Entwicklungen, Ideen und Verfahren im Praxiseinsatz auf ihre Tauglichkeit und Übertragbarkeit zu prüfen und die entsprechenden Ergebnisse bekannt zu machen. Sie werden wissenschaftlich begleitet, um allgemeingültige Schlussfolgerungen zu ziehen und Empfehlungen für die zukünftige Gestaltung der Politik aussprechen zu können.

Im Fokus stehen dabei zum Beispiel die folgenden Themenfelder, für die interessierte Akteure innovative Lösungsansätze sowie neue Verfahren und Projekte vorschlagen können:

  • Sicherung von Basisdienstleistungen und Unterstützung von Regionalität (zum Beispiel durch neue Lösungen für eine bessere Versorgung der ländlichen Bevölkerung oder Initiativen zur Stärkung regionaler Akteure)
  • Verbesserung von Innenentwicklung und sozialer Entwicklung (zum Beispiel durch neuartige Ansätze zum Umgang mit Leerstand oder für bessere Wohn- und Lebensverhältnisse von Jung und Alt auf dem Land)
  • Stärkung der Strukturen für kleine und mittlere Unternehmen (KMU, zum Beispiel durch besondere Unternehmensnetzwerke bzw. herausragende Strategien für die Weiterentwicklung kooperativer Ansätze)
  • Neue Formen der Landkultur für ein lebendiges Kulturangebot in ländlichen Regionen
  • Gestaltung von Wandel (zum Beispiel durch neue Methoden, um Veränderungsprozesse in ländlichen Räumen zu begleiten und vorhandene Potenziale optimal zu nutzen)

Modul 2: Modellvorhaben "Land(auf)Schwung"

Das Modellvorhaben "Land(auf)Schwung" ist eine Fördermaßnahme des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft für strukturschwache ländliche Regionen. Diese werden dabei unterstützt, mit dem demografischen Wandel vor Ort aktiv umzugehen, die regionale Wertschöpfung zu erhöhen, die Beschäftigung im ländlichen Raum zu sichern und damit auch Schrumpfung aktiv zu gestalten.

Für die Start- und Qualifizierungsphase wurden zunächst 39 Landkreise aus allen 13 Flächen-Bundesländern ermittelt und aufgefordert, sich mit einem Bewerbungsvorschlag für ein regionales Zukunftskonzept an dem Vorhaben zu beteiligen. Die Auswahl der Regionen erfolgte auf Basis eines vom Thünen-Institut "Ländlicher Raum" erstellten Indexes. Dieser bestand aus 37 Indikatoren, die neben den demographischen Daten auch die Verfügbarkeit der Grundversorgung und die wirtschaftliche Strukturschwäche abbilden.

Am 19. Juni 2015 verkündete Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt die Entscheidung einer unabhängigen Jury zur Förderung von 13 Modellregionen. Die ausgewählten Landkreise erhalten in der im Juli 2015 beginnenden Förderphase jeweils 1,5 Millionen Euro, um konkrete Ideen und Strategien für die Entwicklung ihrer Region zu realisieren.

Weitere Informationen zu den 13 Förderregionen des BMEL-Modellvorhabens Land(auf)Schwung finden Sie im Internetangebot des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft unter der Adresse:
www.bmel.de/land-auf-schwung

Modul 3: Wettbewerbe

Die bereits existierenden Wettbewerbe "Unser Dorf hat Zukunft" und "Kerniges Dorf" werden im Rahmen des Bundesprogramms zusätzlich gefördert. So soll etwa der Bundeswettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" um zwei Sonderpreise in den Kategorien "Demografie" und "Daseinsvorsorge" ergänzt werden. Die BLE kümmert sich dabei um die konzeptionelle Weiterentwicklung sowie um die organisatorische Umsetzung der Wettbewerbe inklusive der kommunikativen Begleitung und Bewerbung.

Modul 4: Forschung und Wissenstransfer

Der Wissenstransfer zwischen den Akteuren aus Forschung, Wirtschaft, Verwaltung, Politik sowie weiteren Praktikern in der ländlichen Entwicklung soll durch das Bundesprogramm deutlich verstärkt werden. Die BLE wird dazu unter Berücksichtigung der Bedürfnisse des BMEL sowie der anderen Beteiligten geeignete Informations- und Kommunikationsmittel sowie Maßnahmen konzipieren, entwickeln und durchführen, beziehungsweise betreiben. Sie selbst wird dabei sukzessive das Kompetenzzentrum Ländliche Entwicklung aufbauen, welches das BMEL künftig im Politikfeld der ländlichen Entwicklung beraten und umfassend unterstützen soll.